Parseierspitze (3036 m)

Eine der anspruchsvollsten Touren in diesem Buch, am hohen Gipfelaufbau Kletterei bis I+, Firn oder auch blankes Eis am kleinen Grinnerferner, Steinschlaggefahr (Autor: Dieter Seibert)
Zur Augsburger Hütte (3.30 Std.).
Vom Parkplatz auf breitem Weg zwischen Bäumen und über Lichtungen auf die Tschafellwiesen. Es folgt der Steinige Boden, ein passendes Wort, denn beim nächsten Abschnitt sind Latschen und Geröll das Bestimmende. Beim kleinen Gasillboden (1597 m) erreicht der Weg den Bach. In dem kräftig steigenden Tal rechts des gischtenden Baches weit empor in den urweltlichen, geröllgefüllten Bergwinkel von Gasill, den Steilflanken und Wände einrahmen. Nach rechts aus dem Hochkar und quer durch die steile Flanke zur Hütte (2289 m) in herrlicher Aussichtslage; der Blick nach Süden und Osten ist vollkommen frei.
Über den Gatschkopf auf die Parseierspitze (3 Std.).
Der erste Abschnitt dieser Tour besteht aus dem Aufstieg über die steile 650-Meter-Flanke des 2945 Meter hohen Gatschkopfs, wobei der Steig mit seinen vielen Kehren erst über Graspleisen, dann im groben Schutt des Fleckenmergels verläuft. Am flachen Grat entlang zum Westeck (2901 m) und zur Wegverzweigung. Im bröseligen Gelände 100 Höhenmeter sehr steil auf den Minigletscher, den Grinnerferner, hinab (Wegweiser). Über Firn oder Eis schräg empor an den Fuß der noch 220 Meter hohen Gipfelflanke. Einstieg links neben einer Rinne, von dort über Geröll, Schrofen und Platten etwas nach rechts empor, in der Waldmitte kurz nach links, dann ziemlich gerade zum Gipfel (bei Vorausgehenden Steinschlaggefahr).
Abstieg (3.45 Std.) durch die Gasillschlucht.
Über die Flanke und das Gletscherchen wieder hinab und am Wegweiser vorbei zum Unterrand des Eisfeldes. Die folgende, 150 Meter hohe Felsstufe, Fernerwand genannt, überwindet der teilweise gesicherte Steig auf Bändern und über kleine Felsstufen (Steinschlaggefahr). Im düsteren Einschnitt des Gasill geht es dann erst über sehr steilen, dann immer noch steilen Schutt hinab zum Aufstiegsweg etwas unterhalb der Augsburger Hütte.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour13 km
Höhenunterschied2170 m
Dauer10.00 h
Schwierigkeit
StartortGrins (1060 m), Dorf im Tal der Sanna oberhalb von Landeck mit auffallend mildem Klima
AusgangspunktGrins, Parkplatz (1080 m) hinter dem Schwimmbad
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterIm Verhältnis zu ihrer Höhe und Bedeutung ist die Parseierspitze wenig bekannt. Dabei handelt es sich hier um den höchsten Gipfel der gesamten Nördlichen Kalkalpen zwischen Rheintal und Wien. Das sehr markante, viereckige Felskastell ragt noch einmal deutlich über seine an sich schon hohe Umgebung auf. Eine würdige Königin in ihrem Revier! Erstaunlicherweise besteht dieser gewaltige Berg ausgerechnet aus den stark verwitternden Fleckenmergeln, denen allerdings eine kleine Haube aus den ungleich widerstandsfähigeren Aptychenkalken aufgesetzt ist.
Mancher sehr viel höhere, mit einem Weg erschlossene Dreitausender, etwa dieHohe Geige (3395 m), lässt sich deutlich leichter ersteigen als die Parseierspitze. Wie so häufig in den Lechtaler Alpen ist hier alles steil, das Gestein oft bröselig und zerborsten, und lange hält sich der Schnee in Rinnen und geschützten Winkeln. Man sollte schon einige hochalpine Erfahrungen für diese Tour mitbringen! So gibt es in der 220 Meter hohen Gipfelflanke eine ganze Reihe richtiger, allerdings einfacher Kletterstellen. Die Route führt sogar über einen Gletscher, der jedoch nur 400 Meter breit und 100 Hm hoch ist.
Hinweise
Siehe Tour 72 in Karte.
KartentippAV-Karte, Lechtaler Alpen, Blatt 3/3 (Parseierspitze)
VerkehrsanbindungGleich von der Autobahnausfahrt im Westen Landecks nach Nordwesten etwa 3 km empor nach Grins, aus der Ortsmitte westlich des Mühlbachs noch 600 m zum Ausgangspunkt
Höchster Punkt
Parseierspitze (3036 m)
Unterkunft
Augsburger Hütte (2289 m), DAV, 70 Schlafplätze, Tel. - 05442/63604

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