Panoramawege um Tuntenhausen

Das altbayerische Hügelland zwischen Pfaffing und Aibling besitzt wie kaum ein anderer Landstrich um München zahlreiche prachtvolle Aussichtspunkte. Fahren Sie also am besten dorthin, wenn gerade Föhn herrscht. Doch im Mittelpunkt des Ganzen steht der altehrwürdige Wallfahrtsort Tuntenhausen, seit 500 Jahren das Ziel heilsuchender Pilger. (Autor: Armin Scheider)
11 km
145 m
2.00 h
Wandern bei Pfaffing. Wenn man Pfaffing über die B 304 ansteuert, kommt man durch Forsting und kann sich dort im stattlichen Brauereigasthof mit schönem Garten vielleicht noch stärken, bevor man auf Tour geht. Sonst aber beginnen unsere Aktivitäten mit einer reizvollen Wanderung in Pfaffing. Zur Route siehe die Karte rechts. Prachtvolles Gebirgspanorama begleitet uns vor allem zwischen Neuhäusl und Oberndorf, während der Rückweg von Rettenbach über Potzmühle, Steinhart und Unterübermoos durch unberührte bäuerliche Gemarkung und dann durch das eingeschnittene Atteltal verläuft. Der steigungsarme Kurs ist rund zehn Kilometer lang. Mit dem Auto zu schönen Aussichtspunkten. Eine Autofahrt von Pfaffing nach Süden Richtung Bad Aibling steht ganz im Zeichen imponierender Aussichtspunkte, die fast ausnahmslos den Blick auf die Alpenkette freigeben. Vertrauen Sie sich dem empfohlenen Kurs gemäß Übersichtskarte links an. Zwischen Pfaffing und Aßling eröffnet sich solch glanzvolle Fernsicht vor allem in Oberndorf, dann betörend auf der Gersdorfer Höhe und noch einmal beiderseits des Weilers Ast. Auf der Weiterfahrt bis Tuntenhausen können Sie Alpenpanorama auch in Kronau, Eisenbartling und Hörmating bewundern. Nach Tuntenhausen schließlich begeistert uns die Aussicht vor allem im hoch gelegenen Jakobsberg, wo der Blick vom dominierenden Kaisergebirge angezogen wird. Das alles gilt natürlich nur, wenn Föhn und dementsprechend gute Sichtverhältnisse herrschen. In Tuntenhausen. »Tonto« hieß der frühmittelalterliche Hof, aus dem Tuntenhausen hervorgegangen ist. Gut ein Jahrtausend ist es her, dass der Ort erstmals urkundlich erwähnt wurde. Dann, 1441, das erste Mirakel, nämlich die Heilung eines Kranken, die zur Gründung einer Wallfahrt führt. Ihre Blütezeit erfuhr sie vom Ende des 15. Jh. bis ins 17. Jh. Inzwischen wurde die Kirche mehrfach umgebaut und vergrößert. Das heutige Gotteshaus entstand schließlich 1630 als Neubau im Stil der Renaissance. Durch die Säkularisation kam die Wallfahrt zum Erliegen, wurde jedoch im 19. Jh. wiederbelebt. Papst Pius XII. erhob die Wallfahrtskirche 1942 zur Basilika. Heute ist der Zustrom von Marienverehrern ungebrochen, bis zu 80 Wallfahrten kommen jährlich nach Tuntenhausen. Damit zählt das Dorf zu den größten und bedeutendsten Kirchenwallfahrten Bayerns. Im Innenraum spürt man förmlich lebendige Wallfahrtstradition. Auffallend die goldgeschmückten Altäre und der geometrisch angeordnete Stuck. Mittelpunkt der Kirche aber ist das viel verehrte Gnadenbild im Hochaltar, eine Muttergottes in Stoffgewändern (um 1548). Interesse verdienen zudem die zahlreichen Votivkerzen und Votivbilder im Innern und eine Reihe von Mirakelbildern an den Außenwänden der Kirche. Genussradeln zwischen den Flüsschen Glonn und Rott. Nach dem Kunstgenuss ein Naturerlebnis, ja eine ausgesprochene Traumtour - Radeln zwischen Tuntenhausen, Aibling und Großkarolinenfeld (Route siehe Übersichtskarte). Die Tour ist ungefähr 30 Kilometer lang und hat nur um Jakobsberg einige wenige Steigungen. Sonst aber Radlspaß pur. Zwischen Jakobsberg und Bad Aibling und dann noch einmal um Tattenhausen zeigt sich eine parkartige Landschaft mit herrlichen Ausblicken auf die Bergkette und namentlich auf das Kaisergebirge. Dazwischen tritt das Gebirgspanorama zurück, dafür kann man sich z. B. in den Harthauser Filzen am Moosland mit seiner typischen Flora erfreuen. Und zünftig einkehren lässt es sich in den ländlichen Wirtschaften in Jakobsberg, Ellmoosen und Tattenhausen. Wandern mit Kaiserblick. Den imponierenden Blick über das Hügelland hinweg zum Kaisergebirge können Sie auch bei einer sieben Kilometer langen Wanderung genießen (siehe Karte rechts). Auch hier zeigt sich Traumpanorama zwischen Jakobsberg und Holzhausen. Nachdem man die Straße Tuntenhausen–Bad Aibling überquert und 200 Meter schräg links gegenüber auf dem Feldweg den Waldrand erreicht hat, heißt es aufpassen: Nicht links am Wald entlang, sondern geradewegs in den Wald hinein und an der Gabel nach 300 Metern geradeaus bleiben. Die weitere Strecke ist mit der Nr. 7 beschildert. Wenn Sie Hunger oder Durst verspüren, wartet nach der Waldpassage die Waldgaststätte Filzenklas (Mo und Di ab 15, Fr/Sa/So ab 10 Uhr geöffnet, Mi Ruhetag, Do im Mai–August ab 15 Uhr geöffnet, sonst Ruhetag). Einkehr in Maxlrain. Noch besser ist es freilich, während der Wanderung Hunger und Durst zu bezähmen und stattdessen nach dem Rundgang weiterzufahren bis Maxlrain. Dort können Sie nicht nur einen Blick auf das frisch renovierte Schloss Maxlrain werfen, einer stattlichen Renaissanceanlage von 1585 mit vier Ecktürmen, sondern auch in einem der gemütlichsten Biergärten der Region, nämlich dem der Schlosswirtschaft, den Tag ausklingen lassen.

Länge - Autoroute ca. 35 km (Pfaffing-Aßling-Maxlrain) Radtour ca. 30 km Wanderung 1 ca. 10 km Wanderung 2 ca. 7 km

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour11 km
Höhenunterschied145 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktPfaffing 8 km westlich von Wasserburg. Anfahrt über die B 304
TourencharakterDas altbayerische Hügelland zwischen Pfaffing und Aibling besitzt wie kaum ein anderer Landstrich um München zahlreiche prachtvolle Aussichtspunkte. Fahren Sie also am besten dorthin, wenn gerade Föhn herrscht. Doch im Mittelpunkt des Ganzen steht der altehrwürdige Wallfahrtsort Tuntenhausen, seit 500 Jahren das Ziel heilsuchender Pilger.
Beste Jahreszeit
GastronomieForsting Brauereigasthof Forsting Garten, Mi Ruhetag Tegernau Landgasthof Voglsinger Terrasse, Di/Sa Ruhetage Tuntenhausen Gasthof Schmid Terrasse, Mo Ruhetag Waldgaststätte Filzenklas Garten, Mi Ruhetag Maxlrain Schlosswirtschaft Biergarten, Di Ruhetag
Tourismusbüro
Pfaffing Tel. 08076/91980 www.pfaffing.de Aßling Tel. 08092/81 94-0 www.vg-assling.de Tuntenhausen Tel. 08067/9070-0 www.tuntenhausen.de
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