Padasterjochhaus

Relativ langer Aufstieg zur Hütte, unschwierig (Autor: Siegfried Garnweidner)
10 km
950 m
5.00 h
Hüttenzustieg.
Entweder geht man am Fahrweg oder man folgt dem markierten Wanderweg gegen Westen durch den Wald, hält sich beim Wegkreuz etwas rechts und erreicht weite Almwiesen, die immer wieder von Latschen und Baumgruppen durchbrochen sind. Der lange Anstiegsweg führt durch den Burgwald und berührt mehrmals den Fahrweg. Unter der Barbeleswand biegt die deutlich markierte Route eine wenig nach Südwesten ab und führt zum Padasterjochhaus. Wenngleich die Hütte, übrigens das älteste Naturfreundehaus Österreichs, schon rund 100 Jahre alt ist, blieb die Zeit hier nicht stehen. Das erkennt man gleich am hervorragend gemachten Internetauftritt, der die wichtigsten Informationen zum Padasterjochhaus bereitstellt.
Seit es zur Hütte einen Fahrweg gibt, ist die Versorgung einfacher geworden und man kann, sofern man ausreichend Kraft hat, sogar mit dem Mountainbike bis zur Hüttenterrasse auffahren.
Auf das Kirchdach.
Padasterkogel, Hammerspitze, Wasenwand und Roter Kopf sind die leicht und schnell zu erreichenden Gipfel in der Nähe des Padasterjochhauses. Doch das Kirchdach fällt besonders auf. Beim Anblick des Gipfels weiß man sofort, warum er diesen eigentümlichen Namen trägt – bei genauerem Hinsehen hat das Kirchdach sogar einen Turm. Dieses Gipfelziel beherrscht mit seiner Höhe von 2840 Metern das Gschnitztal, und von unten gesehen stellt er wegen seiner markanten Form ein recht eindrucksvolles Gebilde dar. Klar, dass so ein augenfälliger Gipfel auch zu einem beliebten Wanderziel avanciert ist. Nicht nur seine auffallende Form, sondern auch die grandiose Gipfelschau lässt den Berg zu einer besonderen Attraktion werden. Das Panorama reicht zu den Tribulaunen hinüber, auf die Stubaier Eisarena, zu den Kalkkögeln, bis ins Karwendel hinaus und zum Olperer in den Zillertaler Alpen.
Dass so ein großartiger Berg auch seine Herausforderung hat, muss jedem klar sein, der ihn in Angriff nimmt. Der Anstieg von der Hütte fordert über gut 600 Höhenmeter noch 2 Stunden Gehzeit und – vor allem auf der letzten Etappe – auch etwas Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Außerdem gilt es, die große Höhe zu beachten, die etwas Gewöhnung verlangt.
Vom Unterkunftshaus führt ein Bergweg nach Südwesten und an großen Felsenblöcken vorbei. Dann geht es unter der Hammerspitze über eine Geländekante und gleich darauf zur kleinen Schäferhütte. Von dort zeigt sich das Kirchdach von seiner schönsten Seite. Im südseitigen, sonnig heißen Steilgelände schmiegt sich der Bergpfad an die Schrofen und dreht etwas links ab, um in einen Sattel auf 2427 Meter anzusteigen. Bald darauf enden die Weidehänge und die Route führt in triste Geröll- und Schutthänge hinein. Mühsam steigt man nun gegen Südwesten an und muss dabei aufpassen, dass man an den luftigen Stellen nicht hinunterfällt. Allzu aufregend wird es allerdings nicht, denn dort, wo es nötig ist, finden sich Griffe und Seilsicherungen, sodass auch der Gipfelanstieg einigermaßen angstfrei zu schaffen sein müsste.
Der Rückweg verläuft auf der Anstiegsroute.

Dauer: Auf: 3 Std. Ab: 2 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied950 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktLeiten bei Trins im Gschnitztal (1298 m)
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterDer Serleskamm zieht sich von der Serles nach Südwesten hin und endet am Pinnisjoch bei der Innsbrucker Hütte (siehe Tour 14). Er trennt das Gschnitz- und das Pinnistal. Der höchste Gipfel in diesem interessanten Alpenbereich ist die Kirchdachspitze (auch Kirchdach genannt). Wer sich die Tour auf diesen schönen, tatsächlich wie das Dach einer Kirche aussehenden Berg vornimmt, kann etwa auf halber Strecke im Padasterjochhaus einen Zwischenstopp einlegen oder auch dort übernachten. Wer so hohe Berge wie das Kirchdach nicht vorhat, hört mit der Tour bei der Hütte auf, denn am Padasterjoch ist es so schön, dass viele lieber gleich dort bleiben. Die freundlichen Wirtsleute freuen sich darüber.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Wanderkarte 1:50000, Blatt 83 (Stubaier Alpen–Serleskamm)
VerkehrsanbindungMit eigenem Fahrzeug oder dem Linienbus ab Steinach am Brenner durch das Gschnitztal nach Trins und von dort nach Nordwesten bis Leiten. In der Kehre am Ausgangspunkt gibt es ein paar Parkmöglichkeiten.
Tipps
Von Hütte zu Hütte. Weitwanderer können von der Kirchdachspitze nach Westen aufbrechen, über die Kirchschoaßen zum Pinnisbach absteigen und am Wanderweg durch die Alfairgrube zur Innsbrucker Hütte wieder aufsteigen. Von dort bieten sich weitere Routen an (siehe Tour 14).
Informationen
Hüttensteckbrief. Höhe: 2232 m, Erbaut: 1905, Touristenverein Die Naturfreunde Wien, Bewirtschaftet: von Mitte Juni bis Ende September, 20 Betten, 50 Lager, kein Winterraum, Telefon: +43(0)699/11175352; www.padasterjochhaus.at.
Tourismusbüro
Wippregio (Steinach–Trins–Gschnitz), Tel.: +43(0)5272/6270; www.wippregio.at
Mehr zum Thema