Oldenhorn

Abwechslungs - reiche Tour in alpiner Umgebung auf einen überragenden Aussichtsberg. Die Tour verlangt Trittsicherheit, am Gipfelaufbau zusätzlich Schwindelfreiheit und ein wenig Kraxelkünste. Dort sind einige Stellen mit Drahtseilen gesichert, die an den unteren Enden nicht immer verankert sind. Vorher überprüfen! (Autor: Eugen E. Hüsler, Markus Meier, Peter Deuble)
5 km
1204 m
5.00 h
Aufstieg Von der Bergstation/Seilbahn Oldenegg (1919 m) auf markiertem Weg Richtung Oldenalp. Bei der ersten Wegverzweigung rechts halten, in das Hochtal von Olden. Der Weg ist Teil des kleinen Rundweges durch das Tal. In angenehmer Steigung geht’s zur nächs - ten Abzweigung - Hier zweigt der große Rundweg nach rechts ab und damit auch der Anstieg zum Oldenhorn. Deutlich steiler geht es nun über eine Gras- und Schrofenrippe auf die die nächste Talstufe westlich von P. 2310 m. Man bleibt so lange am markierten Weg, bis sich rechts die ersten weiß-blau-weißen Markierungen zeigen. Hier beginnt der deutliche Pfad, der zunächst fast eben in Richtung Oldensattel führt. Die Vegetation wird mit einem Schlag spärlicher, es gibt keine Wiesen mehr, fast nur noch Block- und Schuttfelder. Der Weg zieht dann wieder steiler in Kehren über einen Moränenrücken empor. Dadurch gewinnt man rasch an Höhe und erreicht schon bald die letzte Stufe unter dem Oldensattel, wo sich das ganze Jahr über zumindest ein Schneefeld hartnäckig hält. Oberhalb führt die breite Trasse einer Skipiste in den Oldensattel (2737 m). Der Kontrast zwischen der dunklen, schattigen Nordseite und der hellen, vergletscherten Südseite könnte kaum größer sein. Rechterhand steigt der weiterhin gut markierte Steig über den Rücken an, der vom Oldenhorn hinabzieht. Nördlich von P. 2945 m wendet er sich nach rechts und führt zu einer plattigen und felsigen Steilstufe, die zum Teil mit Drahtseilen gesichert ist. Weiter oben geht es wieder in Kehren im Geröll, ab und zu gesichert, zum Gipfelrücken. Dieser leitet zum höchsten Punkt des Oldenhorns (3123 m) mit Gipfelkreuz und -buch. Die Rundsicht könnte kaum schöner sein, auch wenn die negativen Eingriffe der »Spaß- und Freizeitgesellschaft« ein wenig stören. Im Süden präsentieren sich schön und sauber aufgereiht die Walliser Viertausender. Über dem Glacier de Tsanfleuron der Sommet des Diablerets, links davon der Montblanc. Im Westen hinter den Türmen von Leysin das Blau des Genfer Sees, dahinter der komplette Jura, der vom Crêt de la Neige bei Genf bis zum Weissenstein bei Solothurn zu sehen ist. Im Norden die Waadtländer, Freiburger und Berner Voralpen. Die Berner Hochalpen im Osten schließen eines der schöns - ten Panoramen der Alpen! Abstieg Dieser erfolgt auf demselben Weg.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour5 km
Höhenunterschied1204 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktReusch (1350 m), Talstation der Seilbahn zur Oldenegg, Parkplätze. Gstaad 3000 AG, Le Chalet, CH-3780 Gstaad, Tel. +41/24/492 09 23, www.glacier3000.ch
EndpunktReusch (1350 m), Talstation der Seilbahn zur Oldenegg, Parkplätze. Gstaad 3000 AG, Le Chalet, CH-3780 Gstaad, Tel. +41/24/492 09 23, www.glacier3000.ch
TourencharakterIn Atlanten wird die lange und eindrucksvolle Bergkette zwischen der Grimsel und dem Rhoneknie bei Martigny als Berner Alpen bezeichnet. Für Schweizer gehören die Berge westlich vom Sanetschpass nicht mehr dazu – sie zählen zu den Waadtländer Alpen, frz. Alpes Vaudoises. Dazu muss man wissen, dass der Schweizer Alpen-Club (SAC) die Berggruppen nach Kantonen einteilt. Das Oldenhorn ist nach dem Sommet des Diablerets der zweithöchste Gipfel der Waadtländer Alpen und erhebt sich im Schnittpunkt der drei Kantone Bern, Wallis und Waadt, frz. Vaud. Die Waadt ist ein rein französischsprachiger Kanton und Teil der sogenannten Romandie, der Französischen Schweiz. Diese Berge sind in Deutschland und Österreich, zum Teil sogar in der Deutschschweiz, recht unbekannt. Woran das liegt? Vielleicht an der fremden Sprache? Davon sollte sich jedoch kein Bergfreund ernsthaft abhalten lassen. Gerade rund um Les Diablerets gibt es viele lohnende Ziele, nicht zu reden von den Bergen im Unterwallis und oberhalb des Genfer Sees. Die Tour zum Oldenhorn ist ein echter Höhepunkt für ambitionierte Alpinwanderer. Deshalb sollte man auf alle Fälle einen klaren Tag abwarten – die Bahn zur Oldenegg fährt erst ab 9 Uhr und bis man oben ist, sind zumindest im Hochsommer die Quellwolken meist auch schon da. Schon allein das Hochtal der Oldenalp, das während des Aufstiegs durchquert wird, ist einen Besuch wert. Man kann es auf zwei markierten Rundwegen erwandern. Der Schock folgt dann im Oldensattel - Planierraupen, die auf dem Glacier de Tsanfleuron über die Eisfläche walzen. Ebenfalls nicht schön ist der Anblick der Bergstation auf dem Sex Rouge – Disney World im Hochgebirge. Das Oldenhorn wird übrigens häufiger von dort aus besucht als von der Oldenegg. Dazu muss allerdings der Glacier de Tsanfleuron überquert werden; zwar auf einem mit Stangen markierten Pfad, trotzdem sollte man dies nur bei aperem Firn und keinesfalls nach Neuschneefällen tun.
Beste Jahreszeit
KartentippSwisstopo 1 - 25 000, 1285 Les Diablerets; 1:50 000, 5025 T Saanenland Simmental.
MarkierungenSAW-Wegweiser und weiß-rot-weiße Markierung bis zum oberen Rundweg, zum Oldenhorn weiß-blau-weiß markiert.
VerkehrsanbindungStraße von Gsteig bzw. von Les Diablerets über den Col du Pillon, ebenso Busverbindung von beiden Orten.
GastronomieBerg - restaurant Oldenegg (1919 m), Tel. +041/79/481 65 61, www.glacier3000.ch
Unterkunft
Berg - restaurant Oldenegg (1919 m), Tel. +041/79/481 65 61, www.glacier3000.ch
Tourismusbüro
Gstaad Saanenland Tourismus, CH-3780 Gstaad, Tel. +41/33/748 81 81, www.gstaad.ch