Ohne Seilbahn zur Vikarspitze, 2306 m

Innsbrucker Gipfelpanorama - Sehr einfache, aber etwas lange Wanderung auf hervorragend markierten, beschilderten und ausgebauten Bergwegen (Autor: Siegfried Garnweidner)
14 km
1300 m
7.00 h
Zum Meißner Haus Von den Parkplätzen in Mühltal am relativ steilen alten Fahrweg neben dem Mühltaler Bach das Viggartal hinauf. Dabei kommt man an der Lourdeskapelle und dem Kohlstattkreuz vorbei, ehe der Weg auf die neue Forst- und Almstraße stößt. Auf ihr gering ansteigend zum Viggar-Niederleger, links abdrehend über den Bach und in ein paar Minuten zum Meißner Haus. Weiter nach Boscheben Vor dem Meißner Haus rechts auf einen beschilderten guten Bergweg abbiegen und anfangs gegen Osten, dann mäßig steil nach Nordwesten den langen Waldhang zum Gratrücken zwischen Patscherkofel und Vikarspitze hinauf. Man erreicht ihn bei der Jausenstation Boscheben auf 2035 m. Am Zirbenweg zum Gipfel Am Grat rechts abzweigen und am malerischen Zirbenweg durch schönen Wald, dann wieder über Blockwerk in mehrmaligem geringen Auf und Ab nach Osten dahin, bis sich der Wald lichtet und der Hang deutlich steiler ansteigt. Auf der gut markierten und hervorragend ausgebauten Route zum Gipfel der Vikarspitze hinauf. Abstieg Die ersten 100 Höhenmeter entlang der Aufstiegsroute zurück. An beschilderter Stelle links abzweigen und im Südhang weiter. An der nächsten Wegverzweigung rechts schwenken und zunächst zwischen Alpenrosensträuchern, dann in schönem Lärchen- und Zirbenwald zum Viggar-Hochleger,1928 m, und von dort auf eine Fahrspur hinab. Kurz vor dem Felssturz links abdrehen, über den Bach und zum Viggar-Niederleger. Von dort entlang der Aufstiegsroute zurück. Der Natternkönig Jeder erfahrene Bergwanderer weiß, dass sich Kreuzottern bevorzugt auf sonnigen, freien oder licht bewaldeten Hängen tummeln. Selbst in die Gipfelregionen schlängeln sich diese gefürchteten, dabei eher harmlosen Schlangen hinauf und bedrohen den Menschen nur, wenn sie durch unmittelbare Gefahr beunruhigt werden, beispielsweise wenn man auf sie tritt. Deshalb sollte man in solchen Bergbereichen etwas vorsichtiger sein und tunlichst die Wege nicht verlassen. Im Alpenrosengebüsch, wo diese schönen Tiere schlecht zu sehen sind, kann es mitunter brenzlig werden. Es ist schon lange her, da herrschte auf den Südhängen von Patscherkofel und Vikarspitze eine regelrechte Schlangenplage. Damals wurde alles, was schlängelte, rundum als »Beißwurm« oder Natter bezeichnet. Höchstwahrscheinlich handelte es sich um Kreuzottern. Lebensbedrohlich sind diese schützenswerten Tiere normalerweise nicht, aber dem Weidevieh können sie erheblichen Schaden zufügen. Wenn ihnen eine Kuh zu nahe kommt, beißen die Schlangen ins Euter und wenigstens eine Zitze nimmt Schaden. Damit geht die Milchleistung deutlich zurück. Das war für die Bauern früher noch schlimmer als heute, denn es gab keine Überproduktion. Die Schlangenplage muss so groß gewesen sein, dass die Bauern keine Kühe mehr auftreiben wollten. Da kam eines Tages ein Handwerksbursche auf die Hütte und bat um eine Herberge. Wie es damals üblich war, wurde ihm sein Wunsch gerne erfüllt und er war auch Gast beim Nachtessen. Im Laufe des Gesprächs kam das Thema auf die Beißwürmer und da wusste der Bursche guten Rat. Ob die Älpler je einen weißen Schlangenkönig auf der Alm gesehen hätten, wollte er wissen, und da sie dies verneinten, bot er ihnen an, die Plage ein für alle Mal zu beenden. Allerdings verlangte er einen stolzen Lohn. Sogleich gingen sie hinaus, trugen aus der Umgebung das Holz zusammen und errichteten auf Geheiß des Wandergesellen einen runden Wall. Der Bursche ging in die Mitte des Runds hinein, entzündete ein grelles Feuer und zischte so, als ob er selbst eine Schlange wäre. Rundum wurde es daraufhin lebendig. Aus allen Löchern, Höhlen und aus dem Gebüsch krochen die Nattern heraus und geradewegs ins Feuer hinein, wo sie jämmerlich zugrunde gingen. Auf einmal ertönte ein schriller Pfiff. Zuerst glaubten die Senner, dass es der Warnruf eines Murmeltiers sei, doch der Schlangenbeschwörer erkannte die Gefahr sofort. Bleich vor Schrecken zuckte er zusammen und schrie - »Der Natternkönig! Ich bin verloren!« Kaum hatte er das hervorgestoßen, schoss mit ungeheurer Wucht eine riesige weiße Schlange aus dem Gebüsch und erschlug den Unglücklichen mit einem schweren Schlag, bevor sie selbst in die Flammen stürzte. Doch die Alm ist seitdem von Giftschlangen verschont geblieben. Hätte der etwas zu gutgläubige Natternbanner gewusst, dass ein König unter den Schlangen gewesen ist, hätte er sich schützen können und wäre am Leben geblieben. Und die Älpler hätten den vereinbarten Lohn zahlen müssen. Doch wie der Schutz vor dem Natternkönig zu zelebrieren ist, wird hier nicht verraten, denn schließlich ist dieses seltene Tier aus Naturschutzgründen zu schonen.

Dauer - ges. 7 Std. Mühltal – Meißner Haus 2 Std. Meißner Haus – Boscheben 1 Std., Boscheben – Vikarspitze 1 Std., Vikarspitze – Meißner Haus 11/2 Std., Meißner Haus – Mühltal 11/2 Std. Höhenunterschied: ?? 1300 m Mühltal – Meißner Haus ? 670 m, Meißner Haus – Boscheben ? 330 m, Boscheben – Vikarspitze ? 300 m ? 30 m, Vikarspitze – Meißner Haus ? 600 m, Meißner Haus – Mühltal ? 670 m

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour14 km
Höhenunterschied1300 m
Dauer7.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktMühltal, 1039 m
TourencharakterZwischen dem seilbahnerschlossenen Patscherkofel und dem ebenfalls bis zur halben Höhe mit Seilbahn verkabelten Glungezer liegt die relativ unbedeutende, aber panoramareiche und leicht zu erreichende Vikarspitze (oder Viggarspitze). Besonders am langen Gratübergang von Boscheben zum Gipfel am so genannten Zirbenweg trumpft der Berg mit landschaftlichen Höhepunkten regelrecht auf.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass-Wanderkarte, 1 - 50000, Blatt 36 (Innsbruck–Brenner)
VerkehrsanbindungVon Matrei an der Brennerstraße (Bahnhof) mit dem Bus oder dem eigenen Fahrzeug auf der Mautstraße zum Ausgangspunkt
GastronomieMeißner Haus, 1707 m
Tipps
Seilbahnoption Wer es lieber gemütlich mag, kann mit der Seilbahn auf den Patscherkofel fahren und von dort am Zirbenweg zur Vikarspitze bummeln.
Höchster Punkt
Vikarspitze, 2306 m
Unterkunft
Meißner Haus, 1707 m
Tourismusbüro
Patsch, Tel.: 0043/(0)512/377332; Internet: www.tirol.at/patsch
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