Oberissalm und Alpeiner Alm

Von der Siedlung Seduck führt ein passabler Wanderweg zur Oberissalm. Ein bisschen mehr anstrengen muss man sich beim Abstecher zur Alpeiner Alm. Die Höhendifferenz ähnelt zwar in etwa jener zwischen Seduck und Oberiss, dafür muss sie in deutlich geringerer Distanz bewältigt werden. Seduck (1472 m) – Oberissalm (1742) – Alpeiner Alm (2039 m) – Oberissalm – Seduck. (Autor: Heinrich Bauregger, Peter Freiberger)
12 km
767 m
5.00 h
Von Seduck zur Oberissalm Der Wanderweg bzw. Steig führt von Seduck lange Zeit entlang der orografisch linken Seite des Oberbergbachs mehr oder weniger am Hang bzw. im Talboden entlang. Wir passieren schon recht bald die idyllische Holderlochalm (1494 m). Die Route begleitet regelrecht den Bach, der bei der zweiten Brücke nach der Holderlochalm überquert wird. In diesem Bereich hat man bereits die Stöcklenalm im Auge. Die wird nun mit wenigen Schritten über die private asphaltierte Zufahrtsstraße erreicht. Fürs Einkehren ist es aber noch zu früh, sodass wir ohne Zwischenstopp weitergehen. Die Asphaltstraße wird verlassen, die Strecke führt jetzt links an der Stöcklenalm vorbei und überquert schließlich auf Höhe des Ziels wieder den Bach. Steilstücke gibt es hier nicht. Die Tour gleicht einer gemütlichen Wanderung in einem prächtigen Seitental. Von der Oberissalm zur Alpeiner Alm Der Steig beginnt unmittelbar hinter der Oberissalm und behält die bisher eingeschlagene Gehrichtung bei. Nach einem kleinen und flachen Stück hinter der Oberissalm geht es relativ steil den Hang hinauf. Bald teilt sich die Route in den Sommer- und den Winterweg. Der Sommerweg zieht in zahlreichen Serpentinen nach oben und leitet schließlich flach zu der kleinen Hütte. Der Winterweg hingegen führt rechts der Bachschlucht zur Alpeiner Alm. Er ist an einigen Abschnitten relativ feucht und außerdem nicht gleich gut ausgetreten wie die Sommerroute. Er weist auch deutlich weniger Serpentinen auf. Beide Routen bringen uns durch zunächst noch leicht bewaldetes, später jedoch baumloses Gelände zur Alpeiner Alm. Von der Alpeiner Alm nach Seduck Wie Aufstieg. Als Alternative zum Wanderweg könnte man ab Oberiss die Zufahrtsstraße benutzen, wo sich der Verkehr sehr in Grenzen hält.

kindgerecht

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour12 km
Höhenunterschied767 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSiedlung Seduck im Oberbergtal bei Neustift/Milders im Stubai; ein paar Parkmöglichkeiten entlang der Straße ins Oberbergtal vor der Brücke hinüber nach Seduck.
TourencharakterDie Oberissalm liegt malerisch eingebettet im letzten Abschnitt des Oberbergtals vor dem Steilstück zur Alpeiner Alm bzw. Franz-Senn-Hütte. Achtung - Das Oberbergtal wird nicht selten mit dem Obernbergtal verwechselt, das von Obernberg am Brenner nach Westen führt. Also keinesfalls im Wipptal zu weit nach Süden fahren, sondern bereits bei Schönberg ins Stubai abbiegen! Die Oberissalm umfasst eine Fläche von etwa 1100 Hektar und verfügt mit der Alpeiner Alm über einen urigen Hochleger. Oberiss ist fast untrennbar verbunden mit der Familie Salchner, die die Hütte rund 30 Jahre lang bewirtschaftet hat. Nach der Saison 2002 haben die Salchners aufgehört. Die Differenzen mit der Agrargemeinschaft Oberissalm waren zu groß geworden. Unter anderem sind Gäste ausgeblieben, weil inzwischen für den Parkplatz vor der Einkehr eine Tagesgebühr von 4 Euro pro Pkw bezahlt werden muss. Das sollte uns freilich nicht stören, denn wir lassen den Wagen ja schon weiter draußen im Tal stehen. Wir befinden uns auf einer gemischten Alm. Rund 50 Melkkühe, und dazu etwa gleich viele Kalbinnen bzw. Jungrinder weiden in diesem Teil des Oberbergtals. Dazu kommen weitere 60 Tiroler Bergziegen. Die Alm war stets bekannt für ihre erstklassige Ziegenmilch. Daran sollte sich auch in Zukunft wenig ändern. Oberiss stellt übrigens eine Station für Hochtourengeher dar. Der Grund? Neben dem idyllischen Almgebäude mit seinen kleinen, aber äußerst gemütlichen Räumen befindet sich die Talstation der Materialseilbahn zur Franz-Senn-Hütte. Da erwachen Hochgebirgsträume beim einfachen Wanderer. Der Hochleger Alpeiner Alm ist in erster Linie ein Dorado für kleinere Vierbeiner. Schafe und Ziegen grasen jeden Sommer die Bergwiesen ab. Und Alpein ist gleichzeitig ein Dorado für jene, die eine in ihren Ausmaßen äußerst bescheidene und außerdem völlig unverfälschte Tiroler Almhütte suchen. Im und rund um das kleine Hüttlein kann man perfekt die Seele baumeln lassen – Blick zu den Stubaier Eisriesen inklusive.
Beste Jahreszeit
KartentippAV-Karte 31/5, Innsbruck/Umgebung, 1 - 50.000.
VerkehrsanbindungVon Innsbruck auf der Brennerautobahn A 13 bis zur Ausfahrt Schönberg. Im Stubaital auf der Hauptstraße bis zum Neustifter Ortsteil Milders. Dort ins Oberbergtal abbiegen. Mit der Bahn bis Innsbruck/Hauptbahnhof. Von dort mit dem Linienbus ins Stubaital.
GastronomieOberissalm, OeAV Zweig Innsbruck, in den vergangenen Jahren bewirtschaftet von Ende Februar bis Ende Oktober – inzwischen Pächterwechsel (keine Übernachtungsmöglichkeit); Alpeiner Alm, bewirtschaftet von 29. Juni bis Anfang September (keine Übernachtungsmöglichkeit); nähere Auskünfte über die jeweiligen Pächter beim TVB Neustift.
Tipps
Der Tipp für Kinder Der Tipp für Kinder ist der Winterweg von Oberiss zur Alpeiner Alm. Zwar führt der Steig ab und zu recht nahe an die Bachschlucht heran, bei entsprechender Vorsicht der Eltern hält sich das Gefahrenpotenzial aber in Grenzen. Nun – was soll an dieser Route für Kinder dermaßen interessant sein? In erster Linie die Spuren des Gletschers. Die Steine, über die man ganz zum Schluss wandert, sind größtenteils glatt und abgeschliffen. Dabei handelt es sich um die Hinterlassenschaft des Gletschers, der einmal mindestens bis hierher gereicht hat. Kinder werden angesichts dieser Erklärung ordentlich staunen. Doch nicht allein die eiszeitlichen Auswirkungen in der Gegend, sondern ebenfalls die Tiere der Alpeiner Alm sind eine tolle Attraktion – allen voran die Tiroler Bergziegen. Sie bieten außerdem jeden Abend ein sehenswürdiges Spektakel. Im Gänsemarsch spazieren sie von der Weide in den Stall, um dort vom Senner gemolken zu werden. Wer Zeit hat, sollte sich dieses Schauspiel nicht entgehen lassen.
Informationen
Dauer - Seduck – Oberissalm rund 1 1/2 Std., Oberissalm – Alpeiner Alm rund 1 1/4 Std., Alpeiner Alm – Seduck rund 2 1/4 Std. Gesamtgehzeit: rund 5 Std.; Entfernungskilometer vom Ausgangspunkt zur Oberissalm: rund 6 Kilometer.
Tourismusbüro
Tourismusverband Neustift, 6167 Neustift, Tel.: ++43/(0)5226/2228, Fax: 2529; E-Mail: info@neustift.com; Internet: www.neustift.com.