Oberammergau – Kofel – Ettaler Mandl

Kleine Bergwanderungen, jeweils mit abschließender kurzer Kletterei zum Gipfel; für die Klettersteige Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich; schöne Aussicht auf den Oberammergauer Talboden und vor allem auf die Ammergauer Bergwelt; Bergschuhe mit griffigen Profilsohlen erforderlich. (Autor: Bernd Riffler, Heinrich Bauregger)
a) Ettaler Mandl (1633 m): Das Auto parkt man auf dem Großparkplatz der Laberbahn-Talstation (840 m) am südöstlichen Oberammergauer Ortsrand (zugleich Parkplatz für das benachbarte Schwimmbad »Wellenberg«). Dann geht es mit der Kleinkabinenbahn auf den Laber (1684 m). Der Wegtafel entsprechend wandern wir zunächst in Richtung Ettal, dann links zum Gipfelfelsen.
Nach dem Kletterintermezzo geht’s in nördlicher Richtung zum idyllischen Soilasee hinab. Anschließend trifft man auf eine Wegteilung, bei der man sich entweder für den links abzweigenden steileren Abstieg über die Laberalm entscheiden kann oder aber für den gemütlicheren Weg, der zuerst geradeaus weiterführt, dann im ostwärts ausholenden Bogen über die Soilaalm und den Bärenbadflecken wieder zur Talstation und zum Parkplatz gelangt.
b) Auf den Kofel (1342 m): Die insgesamt 21/2-stündige Wanderung beginnt wie der Pürschling-Aufstieg (s. Tour 33) beim Großparkplatz an der Eugen-Papst-Straße (837 m). Zunächst geht es auf dem Pürschlingweg über die Ammer. Anschließend erreicht man die freundliche kleine Terrassenwirtschaft der Kolbenalm (990 m). Danach geht’s wieder im Wald dahin und auf einem Serpentinensteig in Richtung Pürschling, Kofel und Kolbensattelalm. Bei einer Wegteilung zweigt links der »Königssteig« ab. Mit faszinierenden Ausblicken auf das Passionsdorf kommt man schließlich zum Kofel-Gipfelstock. Nachdem die kurze Kraxeleinlage gemeistert ist, steht man auch schon unterm ansehnlichen Gipfelkreuz (1342 m) und genießt die Aussicht, die trotz der geringen Höhe des Kofels überraschend vielseitig ausfällt.
Nach der Gipfelrast macht man sich wieder an den Abstieg, der zunächst über die kleine Kletterpassage führt. Dann aber geht es bei der Wegteilung links in Richtung Oberammergau und zum Ammerboden hinab. Wer es eilig hat, wird kurzerhand am Fluss entlang wieder zum Ausgangspunkt zurückmarschieren. Wesentlich amüsanter und stimmungsvoller ist jedoch der »Grottenweg «, der im Tal schräg links zurück abzweigt und mit unerheblichen Höhendifferenzen wieder auf den Kolbenhang trifft. Quer über die Wiese, dann auf dem bereits bekannten Kreuzgang rechts haltend, sind wir wenig später beim Parkplatz.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour7 km
Höhenunterschied730 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
Ausgangspunkta) Oberammergau/ Laberbahn-Bergstation (1684 m); b) Oberammergau, Parkplatz Eugen-Papst-Straße (837 m).
Endpunkta) Oberammergau/ Laberbahn-Bergstation (1684 m); b) Oberammergau, Parkplatz Eugen-Papst-Straße (837 m).
TourencharakterDas Ettaler Mandl bei Oberammergau ist ein kühner Felssporn, der mit zwei unbestechlichen Vorzügen überzeugt: Geringer Zeitaufwand und vergnügliches Kletterintermezzo. Unter derlei Umständen braucht sich der Brotzeitzinken um zahlreichen Besuch keine Sorgen zu machen. Das Gleiche gilt für den Kofel, der als Alternative nicht minder geschätzt wird.
Beste Jahreszeit
KartentippTopogr. Karte LVG 1:50000, Werdenfelser Land; Kompass Wanderkarte 1:50000, Nr. 5 Wettersteingebirge.
MarkierungenDurchgehend bezeichnete Wege.
VerkehrsanbindungAutobahn München – Garmisch, Oberau, B 23 Richtung Ettal, Oberammergau; oder aus Richtung Schongau auf der B 23. Bahn Murnau – Bad Kohlgrub – Oberammergau.
GastronomieLaberbahn-Bergstation; Soilaalm; Kolbenalm.
Tipps
Das Oberammergauer Passionsspielhaus: Das ganze Jahr über kann man das Oberammergauer Passionsspielhaus mit allen Requisiten besichtigen. Nach dem Pest-Gelübde von 1633 lösten die Oberammergauer 1634 zum ersten Mal ihr Versprechen ein. Dann kam der Staat dazwischen, so dass erst 1780 »das Spiel vom bitteren Leiden und Sterben des Heilands« wieder aufgeführt werden konnte. Seit 1830 wurde auf der Festwiese gespielt. Die wachsende Popularität führte 1930 zur Errichtung eines festgemauerten Bühnen- und Garderobenhauses, dem erst in jüngerer Zeit die Überdachung des 5000 Menschen umfassenden Zuschauerraums folgte (Othmar-Weis- Straße, Tel. 08822/923143, Besichtigung im Rahmen der Ortsführungen).
Informationen
Oberammergauer »Wellenberg«: Die beiden kurzen Wanderungen lassen genügend Zeit für Programm-Ergänzungen: So kann man das Oberammergauer »Wellenberg «-Schwimmbad besuchen, das im bayerischen Gebirgsraum zu den unterhaltsamsten und aufwändigsten Einrichtungen dieser Art zählt (Tel. 08822/92360). Der Parkplatz liegt bei der Laberbahn-Talstation und gilt für Bergbahn wie Bad. Wer also nach der Ettaler-Mandl-Tour sein Auto ohnehin schon auf dem gemeinsamen Parkplatz abgestellt hat, wird sich derlei römische Badefreuden ohnehin nicht entgehen lassen.
Unterkunft
Oberammergau (jede Preisklasse).
Tourismusbüro
Ammergauer Alpen GmbH, Eugen-Papst-Str. 9a, 82487 Oberammergau, Tel. 08822/922740, Fax 922745, E-Mail: info@ammergauer-alpen.de, Internet: www.ammergauer-alpen.de

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