Nordhelle

Panoramaweg und Naturlehrpfad im Naturpark Ebbegebirge Bequeme Waldwanderung mit hervorragenden Aussichtsstellen. Auch die Nordhelle-Runde und der Rundweg um die Fürwiggetalsperre sind schöne, eigenständige Kurzwanderungen. (Autor: Bernhard Pollmann)
26 km
150 m
4.00 h
Fürwiggetalsperre Die zwischen Waldberge eingebettete Fürwiggetalsperre staut 1,6 Millionen m3 Trinkwasser. Wegen der landschaftlichen Schönheit aus Wasser, Wald, Buchten und Bergen und wegen der völligen Auto- und Wassersportfreiheit ist sie einer der meistbesuchten »stillen« Stauseen des Sauerlands. Die Umrundung auf den bequemen Uferwegen dauert etwa eine Stunde (4 km). Die 25 m hohe und 170 m lange Talsperre wurde 1902–04 im Zulaufbereich der Verse am kleinen Bachlauf der Fürwigge errichtet und steht als technisches Kulturdenkmal unter Schutz. Nach Überschreiten der Staumauer leitet die asphaltierte Promenade am Westufer der Fürwiggetalsperre entlang, wobei die Markierung »x6« des Robert-Kolb-Wegs die Route weist. An der Südostbucht verlässt der Robert-Kolb-Weg den Stausee und führt zum Ebbekamm hinauf, wo er sich mit dem Ebbekammweg (Markierung »rotes Dreieck«) vereinigt. Ebbekammweg Der Ebbekammweg führt als bequemer Höhenweg fahrradfähig über den Kamm. An einer Sitzbankgruppe vor einer Schutzhütte verzweigt sich der Weg - Während sich der fahrradfähige Weg sacht rechts hinabsenkt – ebenfalls ein sehr schöner Waldweg –, folgen die Wanderwege-Markierungen einem weitgehend naturbelassenen, zuweilen wurzeligen Waldweg, der auch matschig sein kann, weiter auf dem Kamm. Die Wälder entlang dieses Waldwegs sind als Naturschutzgebiet ausgewiesen, zwischendurch öffnet sich der Blick auf die Kammmoore mir ihren Feuchtflächen und Bruchbirken, dann erreicht der »Höhweg« die Landstraße: Hier wenige Meter links und nach Queren der Straße rechts zum Nordhelle-Wanderparkplatz, wo eine Wege-Übersichtstafel über das Wanderrouten- und Loipennetz informiert. Der Parkplatz ist auch ein viel besuchter Ausgangspunkt im Winter, da hier neben schwierigeren Loipen auch ein leichter Skiwanderweg für Anfänger beginnt, Kinder finden zudem einen Schlittenhang vor. Nordhelle Vom Wanderparkplatz Nordhelle führen Ebbekamm- und Robert-Kolb-Weg kurz und steil links hinauf zur Nordhelle (663 m), dem höchsten Berg des Ebbegebirges. Die Nordhelle ist zu jeder Jahreszeit ein lohnenswertes Ausflugsziel: Über und rund um die Nordhelle führt ein Naturlehrpfad, neben dem Aussichtsturm auf dem Gipfel kann man sich in der Herscheider Hütte Räucherforellen und Beerenwein munden lassen, durch den Nordhang führt der Ebbekammweg als prachtvoller Panoramaweg, am Weg befindet sich auch die GleitschirmfliegerStartstelle, bei Schneelage ist dieses Gebiet ein viel besuchter Rodel- und Skihang. Die Aussichtsgalerie des Robert-Kolb-Turms bietet bei klarer Sicht ein Panorama des gesamten Sauerlands sowie im Norden bis Münster und im Westen bis zum Siebengebirge. Der 18 m hohe Aussichtsturm wurde 1913 eröffnet; benannt ist er nach Robert Kolb, dem Initiator des ersten größeren Wanderwegenetzes im Sauerland. Anlässlich des 100-jährigen Bestehens des von Kolb initiierten Wanderwegenetzes – Kolb führte u.a. die x-Markierung ein, die seither in Deutschland weit verbreitet ist –, wurde der Turm 1906 renoviert und im Herbst feierlich neu eröffnet. Schon rund 100 Jahre zuvor hatten sich die französischen Besatzer während der napoleonischen Kriege den Aussichtsreichtum der Nordhelle zunutze gemacht, einen Turm aus Stein errichtet und einen optischen Telegrafen montiert, um Nachrichten und Befehle rasch übermitteln zu können. Wolfsbruch und Rüenhardt Vom Parkplatz führt ein Naturlehrpfad auf einem asphaltierten Waldweg in sachtem Anstieg ostwärts. An der 250 Jahre alten Rotbuche nach wenigen hundert Metern empfiehlt sich ein Abstecher mit der Markierung »A2« rechts hinab an den Rand der Wilden Wiese, einem wild aussehenden Hangmoor mit Pfeifengrasfluren, zerzaustem Bergbirkenbruch und verkrüppelten Erlen. Zurück zum Lehrpfad: Er führt im Wald bequem weiter ostwärts zur Wegespinne Stahlschmidt mit Regenunterstand, Bänken und Tischen. Am Stahlschmidt verlassen wir den Lehrpfad und folgen dem Ebbekammweg (Markierung rotes bzw. weißes Dreieck) rechts des Regenunterstands sacht abwärts; an aussichtsreichen Sitzbänken zweigt der Ebbekammweg links hinauf ab und erreicht nach kurzem Anstieg Rasttisch und Bänke im Südhang der Rüenhardt mit Sicht bis zum 80 km entfernten Westerwald. An der Verzweigung bei der Schutzhütte im Nordhang der Rüenhardt treten wir den Rückweg an: Die Markierung »x6« des Robert-Kolb-Wegs führt auf einem angenehmen Wurzelweg über den Rehberg und leitet zur Wegespinne Stahlschmidt zurück. Nun gibt wieder die Dreieck-Markierung des Ebbekammwegs die Route vor: Sie folgt kurz dem Asphaltweg Richtung Nordhelle und zweigt dann rechts auf den Nordhangweg ab. Dieser Forstweg bietet bald eine schöne Aussicht nordwärts zwischen Buchen, noch besser wird die Aussicht am Wolfsbruch, einem Moor im Nordhang der Nordhelle. Kurz hinter dem Wolfsbruch zweigt der Ebbekammweg links hinauf ab, führt oben geradeaus und senkt sich zu den Panoramasitzbänken an einem Skigelände; im Sommer befindet sich hier die Gleitschirm- und Drachenfliegerstartstelle. Wo der Forstweg schließlich auf einen Asphaltweg mündet, geht es links hinauf zum Aussichtsturm (x) auf der Nordhelle, und rechts hinab zum Nordhelle-Parkplatz. Der Robert-Kolb-Turm auf der Nordhelle bot früher eine Rundschau über das gesamte Sauerland sowie im Norden bis Münster und im Westen bis zum Siebengebirge, inzwischen nehmen die Bäume ein wenig die Sicht. In der Herscheider Hütte neben dem Turm kann man sich Räucherforellen und Beerenwein munden lassen. Märzenbecherweg Vom Nordhelle-Parkplatz gehen wir zur Straße, queren sie, gehen einige Schritte links und folgen am Wanderwegschild dem Ebbekammweg rechts in die schon vom Hinweg bekannte eigentümliche Kammmoorwaldlandschaft mit Fichten, Birken, Eichen und knorrigen Buchen. Bald nachdem der Ebbekammweg fast unmerklich den höchsten Punkt überschritten hat (wer zur Schutzhütte gelangt, ist zu weit gegangen), bietet sich eine reizvolle Rückwegalternative an: der Märzenbecherweg. Dazu verlassen wir den Ebbekammweg rechts und folgen der Markierung »Doppelstrich« rechts hinab auf einem pfadartigen Weg zum breiten Märzenbecherweg. Die Doppelstrich-Markierung folgt dem Märzenbecherweg einige Schritte links (abwärts) bis zu Sitzbänken unter Buchen oberhalb einer kleinen Felswand, winkelt hier hangabwärts ab und schwingt dann in sachtem Abstieg in den Ebbe-Nordhang ein. Wo die Doppelstrich-Markierung erneut in spitzem Winkel rechts hinab will, bietet sich im März/April der Abstecher zum Herveler Bruch an, das dann die Märzenbecher in ein Blütenmeer verwandeln (dazu der DoppelstrichMarkierung noch ein Stück abwärts folgen). Nach diesem Abstecher kehren wir zurück zum Hangweg und folgen ihm unmarkiert rechts weiter, teilweise mit prächtiger Aussicht. Zuletzt mündet der Weg auf den Dreieck-Wanderweg: Dieser führt zurück zur Fürwiggetalsperre.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour26 km
Höhenunterschied150 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortMeinerzhagen (450 m) ist Industriestadt und Wintersportort (Mattenschanze) im Naturpark Ebbegebirge im märkischen Sauerland.
AusgangspunktParkplatz (440 m) an der Staumauer der Fürwiggetalsperre nordnordöstlich von Meinerzhagen.
TourencharakterDer Ebbekammweg ist der aussichtsreiche Höhenweg des Ebbegebirges im westlichen Sauerland. Unter den Namen »Höhweg« und »Hubertusweg« ist er schon seit dem Mittelalter bekannt, heute zählt er zu den beliebtesten Wander-, Mountainbike- und Skiwanderrouten des Sauerlands. Bequem folgt er dem Kamm zur Nordhelle, der von einem Aussichtsturm überhöhten höchsten Erhebung des Ebbegebirges, und senkt sich dann zur Oestertalsperre hinab.
Beste Jahreszeit
KartentippFreizeitkarte 1 - 50000, Blatt 20 Naturpark Ebbegebirge (Landesvermessungsamt Nordrhein-Westfalen).
VerkehrsanbindungA 45 Sauerlandlinie Dortmund – Frankfurt am Main Ausfahrt Lüdenscheid-Süd Richtung Plettenberg/Herscheid, nach 500 m rechts Richtung Meinerzhagen, nächste Kreuzung rechts Richtung Fürwiggetalsperre. Der nächste Bahnhof befindet sich in Meinerzhagen.
Gastronomie»Neue Mühle« in der Nähe des Ausgangspunkts, »Herscheider Hütte« auf der Nordhelle.
Tourismusbüro
Verkehrsamt Stadt Meinerzhagen, Bahnhofstraße 13, 58540 Meinerzhagen, Tel. 02354/77132, Internet www.meinerzhagen.de.

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