Nördlinger Hütte

Neben einer guten Kondition braucht man für den Aufstieg zur Reither Spitze und den Abstieg von dort zur Nördlinger Hütte Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Äußerst anspruchsvoll wird es aber für versierte Bergwanderer nirgends. (Autor: Siegfried Garnweidner)
Hüttenzustieg.
Südlich von Seefeld zweigt von der B 117 eine Werkstraße nach Osten zum Ichthyolwerk Maximilianshütte ab. Auf ihr geht man nicht ganz 10 Minuten dahin, bis an beschilderter Stelle nach links ein Sträßchen abzweigt. Es steigt gering gegen Norden an, unterquert die Seilbahntrasse und dreht in einer Kehre scharf rechts ab. Anschließend verläuft es gegen Süden durch den Krinzwald zur Reither-Jochalm, wo man sehr gut einkehren kann. Bei der Bergwirtschaft dreht die Route wieder nach Norden ab und führt am guten Bergweg zur breiten Skiabfahrt. Auf ihr über den Hochanger nach Nordosten hinauf, bei der Seilbahnstation rechts und auf schmalem Pfad durch Latschenbuschwerk oder am breiten Skiweg zur Bergstation der Gondelbahn unter dem Härmelerkopf. Wer mit der Bergbahn heraufgekommen ist, beginnt die Tour erst dort.
Von der Seilbahnstation am markierten und beschilderten Bergweg nach Südosten zur Wegverzweigung hinauf. Drei Varianten bieten sich an und normalerweise entscheidet man sich für die mittlere. Auf ihr geht man relativ forsch ansteigend über einen Steilhang zur Reither Scharte. Und dann wird es ein wenig spannend. Nicht unbedingt wird man die Trittleiter im wenig steilen Schräggelände brauchen, aber einen gewissen Erlebniswert kann man ihr nicht absprechen. Sinnvoll ist es allerdings, dass die alten, ausgemusterten Seilbahnkabel dort recycelt und als Sicherungskabel für weniger schwindelfreie Alpinisten wiederverwertet werden. Wer sie anpackt, braucht kräftige Hände, damit er sie überhaupt umfassen kann. Durch felsiges Gelände kommt man schließlich zum höchsten Punkt auf der Reither Spitze.
Zur Hütte geht es nun wieder abwärts. Vom aussichtsreichen Gipfel fällt ein gesicherter Steig über den Südgrat ab, bis endlich das Hüttenziel erreicht ist.
Der Rückweg führt von der Hütte noch kurz gegen Süden dahin. Bei der ersten Wegverzweigung aber hält man sich rechts und steigt in vielen Kurven nach Westen durch Latschengebüsch ab. Dann kommt man durch eine Schlucht, an einem scharf geschnittenen Felsen und einem alten Stolleneingang vorbei. Im Gschwendt stößt man schließlich zu einem System von Forststraßen. Dort rechts halten und am Sträßchen an Wasserfassungen vorbei, den Mühlbachgraben queren und etwas ansteigend zur Reither-Jochalm. In der Lichtung unter der Wirtschaft zweigt ein Holzweg ab, der durch den Wald hindurch schließlich zu einer engen Straße führt. Auf dieser geht es zur Anstiegsroute zurück, der man das letzte Stück bis zum Ausgangspunkt folgt.

Dauer: Auf: 3 1/2 Std. (mit Seilbahnunterstützung nur 1 1/2 Std.) Ab: 1 3/4 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour11 km
Höhenunterschied1200 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSeefeld, Abzweigung der Werkstraße von der B 117 (1183 m)
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterSüdlich der Reither Spitze, hoch über Seefeld und ganz im Westen des Karwendelgebirges steht die Nördlinger Hütte. Sie wird häufig von Wanderern besucht, die sich mit einer Seilbahnfahrt zum Härmeler den langen Anstieg erleichtern. Von der Bergstation der Seilbahn sind es zur Hütte nur noch etwa 1 1/2 Stunden Auf- und Abstieg. Dabei kann man über die 2374 Meter hohe Reither Spitze ansteigen. Aber diese Strecke hat es in sich und kann schon als Klettersteig bezeichnet werden. Luftige Passagen, die mit alten Seilbahnkabeln sehr solide gesichert sind, werden manchem Hüttenbesucher einen leichten Schauer über den Rücken jagen, während versierte Bergsteiger kaum die Hände aus den Hosentaschen nehmen. Wer sich den Gipfelanstieg nicht zutraut, kann westlich der Gipfelroute auf einem Steig von der Seilbahnstation in mehrmaligem Auf und Ab zur Nördlinger Hütte gehen.
Beste Jahreszeit
KartentippAlpenvereinskarte 1:25000 Blatt 5/1 (Karwendel–Westliches Blatt)
VerkehrsanbindungMit dem Auto von Innsbruck über den Zirler Berg herauf bis Seefeld oder von Garmisch-Partenkirchen über Mittenwald–Scharnitz, Bahnverbindung ab Innsbruck bzw. München–Garmisch-Partenkirchen
Tipps
Einfacher Anstieg. Wesentlich kürzer und technisch einfacher wird die Tour, wenn man entlang der beschriebenen Abstiegsroute zur Nördlinger Hütte ansteigt. Auf diese Weise spart man sich die Gipfelüberschreitung.
Informationen
Hüttensteckbrief. Höhe: 2238 m, Erbaut: 1898, DAV–Sektion Nördlingen, Bewirtschaftet: von Anfang Juni bis Anfang Oktober, 31 Betten, 34 Lager + 10 Notlager, kein Winterraum, Telefon: +43(0)664/1633861.
Tourismusbüro
Seefeld, Tel.: +43(0)5212/2313; www.tirol.at/seefeld
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