Neue Magdeburger Hütte, 1637 m

Einfache Tour, die ohne besondere Anforderungen auf schön schattigen Waldwegen verläuft. Auch für Kinder gut geeignet (Autor: Martina Gorgas)
14 km
711 m
4.00 h
Aufstieg zur Hütte Am Bahnhof in Hochzirl folgen wir der Ausschilderung »Zu den Bergwegen« und gehen ein kurzes Stück an den Gleisen entlang, bis hinter einem Gatter ein schmaler Fußweg in den Wald führt. Der Weg kreuzt mehrmals eine Forststraße, auf der man auch mit dem Mountainbike zur Hütte fahren kann.Der Steig ist gut zu gehen, aber aufgrund der kontinuierlichen Steigung nicht zu unterschätzen. Dafür wandern wir überwiegend im angenehm schattigen Bergwald, bis wir nach ca. 2.30 Stunden über die unbewirtschaftete Kirchbergalm die Neue Magdeburger Hütte mit ihren dunklen Schindeln erreichen, die im Alpenpark Karwendel am Fuß des Großen Solsteins liegt.Hüttenwirt mit eigener Viehwirtschaft Ein Sonnenplatz vor der urigen Hütte (bei Bedarf und auf Nachfrage holt der liebenswürdige Wirt auch schon mal Liegestühle aus der Hütte) und dazu die freundliche Begrüßung durch die Hüttenwirtin, die viele Gäste persönlich kennt. Im Hintergrund hört man aus dem offenen Küchenfenster ihren Mann Köstliches am Herd brutzeln und dabei fröhlich pfeifen: Auf der Neuen Magdeburger Hütte steht der Chef oft selbst am Herd, und das offenbar sehr gern.Wir werfen einen Blick auf die übersichtliche Speisekarte: Lust auf Speck- oder Kasknödel mit Sauerkraut oder in der Suppe? Oder wie wär’s mit der schmackhaften Hauswurst? Sehr empfehlenswert ist auch die deftige Brettljause mit selbst gemachtem Speck, hauseigener Salami, Schinken vom Lamm und Ziegenkäse vom Biobauern.Ein Großteil der Produkte stamme aus der eigenen Herstellung, erzählt uns der gemütliche Wirt, der nebenbei noch eine Viehwirtschaft betreibt. »Ich bin schon als Kind gern mit meinem Vater auf der Alm gewesen. Gelernt habe ich zwar einen anderen Beruf, doch als unsere eigenen Kinder groß waren, zog es mich mit meiner Frau auf die Neue Magdeburger Hütte.«Lammbraten und Kaiserschmarrn »Am Wochenende kommen gern die Zirler zu uns und bestellen vorher einen ›Bauernbraten‹, wie bei uns der Lammbraten genannt wird«, verrät uns Hermann. »Und manchmal gibt es auch einen knusprigen Schweinebraten oder ein Gulasch«, ergänzt er schmunzelnd.Die Neue Magdeburger Hütte wird hauptsächlich von Tagesgästen besucht, beispielsweise als Wanderziel von Zirl oder Hochzirl aus oder auf dem Weg zum Solsteinhaus. Auch Mountainbiker rasten gern auf der gemütlichen Hütte, denn sie schätzen vor allem den frischen Kaiserschmarrn in riesigen Portionen, der mit Preiselbeeren und Apfelmus serviert wird.

Aufstieg 2.30 Std., Abstieg 2.15 Std.; insgesamt 4.45 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour14 km
Höhenunterschied711 m
Dauer4.00 h
AusgangspunktHochzirl (922 m)
TourencharakterKeine spektakulären Ausblicke, dafür aber eine gemütliche Wanderung zu einem lohnenden Ziel: Die gepflegte Neue Magdeburger Hütte lockt mit ihren stets frisch zubereiteten Schmankerln.
Hinweise
Touren rund um die Hütte Eine schöne, kurze Tour führt von der Neuen Magdeburger Hütte zum Kirchberger Köpfl, 1941 m: Von der Hütte südlich am Teich vorbei bis zu einer Weggabelung; hier auf dem rechten Steig hinauf zum Gipfel (Aufstieg insgesamt 1 Std.). Geübte Bergwanderer besteigen von der Hütte aus über den »Höttinger Schützensteig« den Gipfel des Kleinen Solstein, 2637 m (Einstieg bei der Hütte ausgeschildert). Der Steig ist an einigen Stellen unterhalb der Steilwände recht ausgesetzt und teilweise mit Seilen abgesichert – Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind unbedingt erforderlich; Aufstieg von der Hütte 3 Std. Aus der Hüttengeschichte Im Gebiet der heutigen Neuen Magdeburger Hütte gab es ursprünglich mehrere Bergmähder, wie man Waldlichtungen, die zur Futtergewinnung genutzt wurden und noch heute werden, nennt. Im Gebiet der Gemeinde Zirl gab es drei Mähder, unter dem Namen »Zirler Mähder« zusammengefasst: Mähder am Bruntl, Ameisenmähder (Thomasegg) und Mähder am Martinsberg. Die Mähder am Martinsberg wurden vom Postmeister Niederkircher aufgekauft und als Alpe genutzt. Später erwarb der Unternehmer Robert Nissl das gesamte Anwesen für sein Jagdgebiet. Damals gab es noch eine Jagdhütte, die den Namen »Solsteinhütte« trug. Der DAV, genauer gesagt die Sektion Magdeburg, kaufte später wiederum die Alm mit dem Jagdhaus und benannte dieses in Neue Magdeburger Hütte um. Später übernahm die Sektion Geltendorf das Gebiet und die Hütte. Seit Mitte der 1980er-Jahre wurde die Hütte ausgebaut und saniert. Die Wasserversorgung sicherte man durch den Bau eines Hochbehälters und zudem installierte man eine vollbiologische Klär- sowie eine Photovoltaikanlage.
KartentippAV-Karte 1:25 000, 5/1 Karwendel West
VerkehrsanbindungAuto: Auf der A 8 München–Salzburg bis Inntaldreieck, weiter auf der A 93 Richtung Innsbruck und auf der A 12 nach Zirl (Ausfahrt Zirl-Ost oder Zirl-West). Von dort nach Hochzirl zum Bahnhof (Parkmöglichkeit) n Zug: Bahnlinie München–Innsbruck; vom Bahnhof Innsbruck mit dem Regionalzug nach Hochzirl
Tipps
Anregungen für Touren und Aktivitäten rund um die Neue Magdeburger Hütte gibt’s unter www.magdeburger- huette.zirl.at
Unterkunft
Neue Magdeburger Hütte, Schwabstr. 35b, A-6170 Zirl, Tel. 0043/(0)5238/ 887 90, www.magde- burger-huette.zirl.at n Hüttenwirt: Hermann Isser n Öffnungszeiten: Mitte Mai bis Mitte Oktober n Schlafplätze: 23 Zimmerlager und 50 Matratzenlager

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