Nationalpark Kellerwald

Urwaldsteig über dem Kellersee Festes Schuhwerk ist wichtig bei der dieser Urwaldwanderung, die teils bequemen Forstwegen, teils steinigen Wurzelpfaden in Steilhängen folgt. (Autor: Bernhard Pollmann)
18 km
300 m
4.00 h
Asel Der Erholungsort Asel Süd liegt in herrlicher Aussichtslage am Südufer des Edersees in Wiesen vor den Wäldern des Kellerwalds. Vor 100 Jahren war Asel Süd ein Gutshof, während weiter unten im Hang das Dorf Asel lag, ein Dorf mit Fachwerkhäusern, einer Kirche – das heutige Kirchengebäude diente damals als Viehwaage und Gefrierhalle – und einer steinernen Rundbogenbrücke über die Eder. Als 1909–14 die Edertalsperre errichtet wurde, mussten die Bewohner ihr Dorf verlassen und gründeten nördlich des Sees ein neues Dorf namens Asel. Die 60 m lange, vierbogige Ederbrücke ist bis heute erhalten - Sie steht unter Denkmalschutz und wurde zuletzt 1989 restauriert – sichtbar ist sie allerdings nur, wenn der Ederstausee wenig Wasser hat. Dann fungiert sie wie in den zwei Jahrzehnten nach ihrer Errichtung (1887–90) wieder als Übergang. Befindet sie sich unter dem Wasserspiegel, sorgt die Personenfähre Asel für den Transport von einem Ufer zum andern. Urwald am Ringelsberg Von Asel Süd führen der mit dem Zeichen »knorrige Bäume am See« markierte Urwaldsteig und der mit dem Buchstaben »K« markierte Kellerwaldsteig durch aussichtsreiche Wiesen zu den Wäldern des Nationalparks hinauf. Steil geht es aufwärts Richtung Ringelsberg, wo sich schon nach kurzer Wegstrecke ein prachtvoller Blick zurück auf den Edersee bietet. Nun wechseln die Markierungen in die Westflanke des Ringelsbergs und folgen über weite Passagen einem urtümlichen Fels- und Wurzelsteig in urwaldartiger Umgebung mit Baumriesen, gekippten Wurzeltellern und pilzbesetzten Totholzstämmen. Der Ringelsberg mit seinen Felsklippen, mehrhundertjährigen Eichen und prachtvollen Ausblicken auf den Edersee bildet mit dem südlich benachbarten Arensberg die größte Kernzone des Nationalparks. Seine felsige Westflanke stürzt fast senkrecht zum Edersee ab, hat sich seit jeher der Bewirtschaftung entzogen und trägt einen entsprechend urwaldartigen Naturwald. Mächtige, zum Teil bizarrwüchsige Linden, Bergahorne und Eschen krallen ihre Wurzeln ins Gestein. Der Pfad windet sich durch ein Gebiet mit zahlreichen kleineren Schluchten und taucht schließlich in wunderbare Buchenhochwälder ein. Zwischen den Zweigen fällt der Blick immer wieder hinaus auf den See. Bald nach Passieren der Hügelgräber an der Hardt erreicht der Weg eine Verzweigung: Wer direkt zum Ausgangspunkt zurückkehren will (kleine Runde: 10 km), folgt hier dem fahrradfähigen Ederhöhenweg (Markierung: »E«) bequem zurück zum Ausgangspunkt. Allerdings sollten auch diejenigen, die abkürzen wollen, zumindest bis zum nahen Hagenstein weitergehen, der »Loreley des Edertals«. Hagenstein Der Hagenstein ist die »Loreley des Edertals« mit einem Tiefblick auf das Tal zu Füßen des Kellerwalds. Kernstück des Naturschutzgebiets Hagenstein ist der zur Eder abfallende Tonschiefersteilhang. Extreme Trockenheit und hohe Sommertemperaturen von 50 bis 60°C erlauben es nur lichthungrigen und die Wärme liebenden Pflanzen- und Tierarten, hier zu siedeln, darunter der Steppengrashüpfer, der hier sein einziges Vorkommen im Nationalpark hat. Geprägt wird das Gebiet durch einen lichten, buschigen Wald mit knorrigen Buchen und ausdrucksstarken Eichen; auf den Tonschieferfelsen siedeln Kleinfarne, Felsenmispel-Gebüsche und seltene Rosenarten. Die Charakterpflanze des Hagensteins ist die Graslilie, die in diesem Rückzugsgebiet in zahlreichen, stolz aufragenden Exemplaren wächst. Vom Hagenstein folgt der Kellerwaldsteig der Kante des Nationalparks südwärts Richtung Schmittlotheim. Die beiden ausgedehnten, überwiegend waldfreien Blockhalden in der Nähe des Kulturdenkmals »Backofen« zählen zu den beeindruckendsten Felsbildungen des Nationalparks. Fahrentriesch Von Schmittlotheim, wo Einkehrmöglichkeit im Gasthof »Zum Elsebach« besteht, führt der Kellerwaldsteig am Wanderparkplatz vorbei und durch die Nationalparkwälder hinauf zur Rodung Fahrentriesch am Kronberg. Das Fahrentriesch ist die größte erhaltene Hudeweide im Nationalpark und die einzige, auf der heute ab Spätsommer wieder Schafe weiden. Ungeachtet der Wildniszielsetzung des Nationalparks wurde die Beweidung mit Rhönschafen wieder eingeführt, um diese alte bäuerliche Kulturlandschaften mit ihren charakteristischen Pflanzen zu erhalten und vor der Wiederbewaldung zu schützen: Hier sind Arnika, Waldläusekraut und Katzenpfötchen ebenso zu Hause wie der Schwarzfleckige Heidegrashüpfer und der Raubwürger. Vom Fahrentriesch führt der bequeme, fahrradfähige Höhenweg zurück Richtung Asel Süd.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour18 km
Höhenunterschied300 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortVöhl (310 m), Feriengemeinde beidseits des Edersees am Nationalpark Kellerwald-Edersee.
AusgangspunktParkplatz am Campingplatz in Asel Süd (267 m), Ortsteil von Vöhl.
TourencharakterDer Nationalpark Kellerwald-Edersee umfasst die Urwälder und naturnahen Laubwaldgebiete im Süden des Edersees, des fjordartig schmal in das Waldecker Land eingebetteten zweitgrößten Stausees in Deutschland. Zahlreiche Wanderwege führen durch dieses prachtvolle Waldgebiet, die Hauptrouten sind der Urwaldsteig Edersee und der Kellerwaldsteig. Wasser, Wald und Berge sind die Markenzeichen des Edersees, des mit 12 km2 Fläche zweitgrößten und mit einem Fassungsvermögen von 202 Millionen m3 drittgrößten Stausees in Deutschland. Mit einer Uferlänge von 69 km bildet der schmale, von bewaldeten Bergflanken eingefasste See ein Eldorado für Kanuwanderungen. Rad- und Wanderwege, Badestrände, Surfschulen sowie Campingplätze und kleine Siedlungen säumen darüber hinaus die Ufer dieses Wassersportparadieses, dessen Wasserqualität und Fischreichtum auch Angler und Taucher begeistert. Wo sich im Süden der Kellerwald erhebt, wurde 2004 auf einer Fläche von 5,7 km2 der Urwald-Nationalpark Kellerwald-Edersee ausgewiesen.
Beste Jahreszeit
KartentippFreizeitkarte 1 - 50000, Blatt WL Waldecker Land (Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation).
VerkehrsanbindungAsel Süd liegt am Ende einer Stichstraße, die am Westende des Edersees von der B 252 (Marburg – Frankenberg – Korbach) abzweigt. Zwischen Asel Süd und dem Nordufer des Edersees (Asel) pendelt eine Personenfähre.
GastronomieSchmittlotheim.
Tourismusbüro
Naturpark Kellerwald-Edersee, Laustraße 8, 34537 Bad Wildungen, Tel. 05621/969460, Internet www.kellerwald-edersee.de.

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