Napfspitze, 2888 m

Anstrengende Tour, teilweise raue Wege. Trittsicherheit und eine gute Kondition unerlässlich. Im Hochsommer kann die Passage der Gletscherbäche am Nachmittag problematisch sein (Notabstiege). Grandiose Kulisse, von der Napfspitze schönes Panorama (Autor: Eugen E. Hüsler)
19 km
1300 m
8.00 h
Zum Eisbruggjoch Noch fließt das Wasser, staut es sich im Rücken der Bogenstaumauer. Man überquert das beeindruckende, 94 Meter hohe Betonbauwerk und folgt dann der Sandstraße bis zur Mündung des Pfeifholdertals. Hier zweigt links der markierte Wanderweg ab, der, erst angenehm schattig, dann über karge Wiesen und zuletzt in ein paar Kehren, hinaufsteigt zum Eisbruggjöchl (2545 m; 2.15 Std.). Unmittelbar auf der Scheitelhöhe steht die Edelrauthütte; etwas unterhalb liegt der Eisbruggsee (2351 m). Auf die Napfspitze Am Eisbruggjöchl beginnt der markierte Gipfelanstieg. Er führt an dem felsig-blockigen Nordgrat (Drahtseile) bergan. Hinter einer namenlosen Kuppe (2714 m) geht’s kurz bergab, dann in Kehren über einen Schrofenhang erneut aufwärts. Das Weglein quert unter der Pfeifholderspitze zum Grat und über den Vorgipfel in ganz leichter Kletterei zur Napfspitze (2888 m; 3.15 Std.) mit grandioser Schau auf den Zillertaler Hauptkamm: Hoher Weißzint (3371 m), Großer Möseler (3480 m), Turnerkamp (3420 m), Hornspitzen und Schwarzenstein (3369 m). Abstieg auf dem Anstiegsweg. Neveser Höhenweg Er führt von der Edelrauthütte (4 Std.), zunächst noch die Höhe haltend, quer durch die steinigen Wiesenhänge über dem Pfeifholdertal, läuft dann hinunter zur Mündung des Muttennockkars. Oberhalb der Seegrube (Notabstieg zum Neves- Stausee) beginnt der Höhenweg wieder anzusteigen. Seilgeländer helfen über einen rauschenden Gletscherbach, dann senkt sich der Weg sanft in den Talschluss mit dem passenden Namen Ursprung. Hier muss man über den Ursprungbach (zweiter Zwischenabstieg), im Hochsommer am Nachmittag gelegentlich ein heikles Unterfangen. Dahinter geht’s bergauf zum Mösele (2580 m), einem schönen Rastplatz mit freier Sicht aufs Tal und seinen vergletscherten Gipfelkranz. Im Vorfeld des Östlichen Neveser Ferners quert man über Gletscherschliffe, Geröll und einen weiteren Bach (solide Brücke) flach zum Gamslahner. Dann steigt der Weg über felsdurchsetzte Hänge ab in die weite Senke des Nevesjochs (2409 m; 7 Std.). Etwas höher am Hang steht die CAIHütte (Neves joch hütte/Chemnitzer Hütte; 2419 m). Abstieg Er führt auf einem breiten Karrenweg über die Nevesböden hinunter zur Oberen Nevesalm (2134 m). Nun entweder auf dem markierten Wanderweg oder mit den weiten Schleifen des Sträßchen hinunter zum Stausee und links zurück zum Ausgangspunkt der großen Runde (8.30 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour19 km
Höhenunterschied1300 m
Dauer8.00 h
Schwierigkeit
StartortMühlen (854 m) am Eingang ins Mühlwalder Tal
AusgangspunktNeves-Stausee (1856 m)
EndpunktNeves-Stausee (1856 m)
TourencharakterWer beim Stichwort Neves an Schnee denkt, liegt, zumal wenn es sich um eine Örtlichkeit südlich des Alpenhauptkamms handelt, kaum daneben. Schnee (neve) prägt denn auch die Szenerie am beliebten »Neveser Höhenweg «. Er verbindet die beiden Berghütten am Eisbruggjoch und am Neveser Joch und verläuft im Vorfeld der Zillertaler Südgletscher. Denen allerdings haben die warmen Sommer der letzten Jahrzehnte nicht gut getan; die beiden Neveser Gletscher sind ganz erheblich geschrumpft, so sehr, dass sich der Große Möseler (3480 m) von Süden praktisch ohne Eisberührung besteigen lässt. Dafür schwitzen die Gletscher im Hochsommer immer mehr, und das kann auf dem »Neveser Höhenweg« zu Problemen führen. Denn die Route quert gleich mehrere Gletscherabflüsse, und vor allem der Ursprungbach führt am Nachmittag jeweils viel (eiskaltes) Wasser. Für den Fall, dass eine Passage nicht möglich ist, bestehen Zwischenabstiege zum Neveser Stausee (markiert). Insgesamt bietet die Runde im hintersten Mühlwalder Tal starke Eindrücke, sehr kontrastreiche auch. Während drunten in Lappach Wald- und Wiesengrün vorherrscht, so mancher alte Bauernhof bei den Alpenbewohnern auf Zeit echte Kuschelgefühle weckt, weht von den Eisfeldern am Zillertaler Hauptkamm ein kühler Hauch herab, gemahnen die riesigen Schuttfelder und Randmoränen an die Vergänglichkeit selbst des »ewigen« Eises. Dies dürften in absehbarer Zeit auch die Betreiber des Neveser Kraftwerks zu spüren bekommen. Ist erst einmal das Eis verschwunden, entfällt auch der sommerliche Wassersegen weitgehend …
KartentippTabacco 1:25 000, Blatt 036 »Sand in Taufers «
MarkierungenRot-weiß, Wegnummern 26, 1, 24
VerkehrsanbindungVon Bruneck via Mühlen ins Mühlwalder Tal und hinauf zum Neves-Stausee. Bus bis Lappach, Straße zum Stausee mautpflichtig. Parkplätze am See
GastronomieEdelrauthütte, Mitte Juni bis Anfang Oktober, Tel. 0474/653 230; Nevesjochhütte, Mitte Juni bis Mitte Oktober, Tel. 0474/653 244
Tourismusbüro
Tourismusverein Sand in Taufers, Josef- Jungmann-Straße 8, I-39032 Sand in Taufers; Tel. +39/0474/678 076, info@taufers.com, www.taufers.com

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