Nach Heilig Drei Brunnen

Die heilige Quelle am Weg zum Stilfser Joch.
Bequemer Bergweg und Nebenstraße bis Drei Brunnen, zur Bärenbrücke und zu den Wasserfällen Bergpfade mit Anstiegen; durchwegs markiert (Autor: Peter Mertz)
5 km
490 m
2.00 h
Zum Brunnenheiligtum.
Wir wandern vom naturatrafoi aus auf dem Weg Nr. 1 über weite Wiesen bis zur Pfarrkirche und wechseln dort auf den Weg Nr. 8. Auf diesem gelangen wir bis zum Campingplatz von Trafoi. Nun folgen wir der Fahrstraße, die mit dem Weg Nr. 8 identisch ist, bis zum Gelände der Alpinschule knapp vor Heilig Drei Brunnen. Gleich am Parkplatz befindet sich ein ausgedehnter Rastplatz, durch den es zur Brücke über den weiten Schuttfächer des Trafoier Bachs geht. Von dem Steg genießen wir den ersten Blick in den imposanten Talkessel mit den steil aufragenden Schluchten und Rinnen, aus denen einige Kaskaden herabstürzen. Am Horizont scheinen die Gletscherbrüche des Ortlermassivs direkt aus dem Himmel zu fallen. Knapp 2400 Meter Höhenunterschied sind von hier aus bis zu Südtirols höchstem Berg zu überwinden.
Zu den Wasserfällen und retour.
Weg Nr. 9 verläuft gut markiert noch ein wenig weiter in den Talschluss hinein und führt uns durch bizarres Gebirgsgelände an die Kaskaden heran, die sprudelnd oder als weiße Schleier aus den Steilwänden stürzen. Der Rundweg bringt uns zum Parkplatz zurück, von wo wir den Rückweg antreten. Dieser kann über die Bärenbrücke, einen Bergpfad, erfolgen, der nach der Alpinschule als Weg Nr. 13 in den Wald hinaufsteigt. Dann biegen wir auf den Weg Nr. 10 ein und wandern abwärts durch den Bergwald, bis wir wieder auf die Asphaltstraße treffen. Auf bekannter Route geht es vom Campingplatz zum Ausgangspunkt zurück.

Dauer: Trafoi – Campingplatz 20 Min. – Heilig Drei Brunnen 25 Min. – Wasserfallrunde 20 Min. – Trafoi 55 Min.; Gesamtgehzeit 2 Std. ;
Motto: Wandern am Wasser

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour5 km
Höhenunterschied490 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktTrafoi (1550 m), Parkplatz nahe dem Hotel von Skirennfahrer Gustav Thöni und dem Besucherzentrum naturatrafoi
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterÜber den Weg nach Heilig Drei Brunnen gibt es nicht allzu viel zu sagen, dafür aber umso mehr über das Ziel selbst. Die Wanderroute ist in einer Richtung nur etwa zwei Kilometer lang und folgt dem Weg Nr. 8 ausgehend vom Nationalparkhaus bis zum Campingplatz und dann bis Drei Brunnen. Heilig Drei Brunnen gehört aber zu den bedeutendsten Quellenheiligtümern Südtirols. Der Ursprung reicht bis weit in die vorchristliche Zeit zu den Kelten zurück. Damals betreuten Priester und Druiden die Quelle, die aus den hoch aufragenden Kalkwänden sprudelt. Wann das erste Brunnenhaus errichtet wurde, in dem sich die drei Quellen heute befinden, kann keiner Aufzeichnung entnommen werden. Seit dem Jahr 1229 sprudeln hier die drei Quellen, aus denen ein Hirte zwei Kreuze gefischt haben soll. Was heute zu sehen ist, sind aber nicht die »echten« drei Quellen, diese sprudeln aus den Felswänden hinter dem Brunnenhaus. Da man an dieser Stelle kein Häuschen errichten konnte, hat man eine der drei Quellen gefasst und im Brunnenhäuschen wieder in drei geteilt.
Im Jahr 1889 wurde das Brunnenhaus erstmals aus Holz errichtet und innen mit drei Statuen geschmückt: Christus, Maria und der hl. Johannes. Nach dem Zweiten Weltkrieg haben Trafoier Heimkehrer das Brunnenhaus renoviert. Daneben stehen die Wallfahrtskirche und einige andere kleine Häuschen, die zusammen mit Rastplätzen einen äußerst beeindruckenden Andachtsort ergeben. Das Wasser hat das ganze Jahr über eine Temperatur von etwa 5°C und vereist selbst in dieser Höhenlage von 1600 Meter im Winter nicht.
Beste Jahreszeit
KartentippFreytag & Berndt Wanderkarte 1:50000, Blatt WKS 2 (Vinschgau–Ötztaler Alpen)
VerkehrsanbindungBei Spondinig von der Vinschgau-Staatsstraße (SS 38) nach Süden, von dort über Prad und dann auf enger, serpentinenreicher Straße nach Trafoi (9 km ab Prad) Bahnverbindung nach Spondinig, von dort Busverbindung nach Prad und weiter nach Trafoi
GastronomieGasthäuser und Hotels in Trafoi, schöne Rastplätze mit Grillstellen und Brunnen rund um Drei Brunnen
Tipps
Naturatrafoi. Eines der vier Besucherzentren für den Nationalpark Stilfser Joch befindet sich in Trafoi. Unter dem Motto »Leben an der Grenze« enthält das architektonisch interessant gestaltete Museum eine Ausstellung zur faszinierenden Geologie des Ortler- Massivs sowie zu Überlebensstrategien der Tiere und Pflanzen im Hochgebirge. Elemente der Natur werden ihrem Kontext entzogen und in ein museales Umfeld gebettet.
Tourismusbüro
naturatrafoi »Leben an der Grenze«, I–39020 Stilfs, Tel.: 0473/612031, www.naturatrafoi.com

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