Nabois Grande, 2313 m

Große Wanderrunde für Leute mit viel Ausdauer und einem Faible für leicht abenteuerliche Pfade. Bergerfahrung unerlässlich! Die Felskulisse am Großen Nabois und am »Sentiero Carlo Chersi« ist extrem wild. Der »Chersi-Weg« verläuft über stark durch Steinschlag gefährdete Bänder, also Helm mitnehmen. Zum Gipfel hin kurze, leichte Kletterei (I, Sicherungen). Im Frühsommer können Leichtsteigeisen und Teleskopstöcke nützlich sein (Altschneefelder) (Autor: Eugen E. Hüsler)
Ein Hüttenweg Die Tour beginnt im Talboden, führt zunächst über das breite, meistens ausgetrocknete Bachbett der Saisera, dann als holperiger Fahrweg im Wald bergan. Er endet an der Talstation der Hüttenseilbahn. Der gut markierte Wanderweg wendet sich nach links, umgeht so einen breiten Felsriegel und steigt dann mit zunehmend freier Aussicht an zum Rifugio Pellarini (1499 m; 2 Std.). Blickfang ist der Jôf Fuart (2666 m) mit seiner Nordostkante, einer beliebten Genusskletterei in festem Fels. Zum Gipfel Gut einzusehen ist von der Hütte aus auch die tiefe Kerbe der Sella Nabois (1970 m) ganz hinten über dem Zapraha-Kar, anderthalb Stunden auf einer zunehmend raueren, mit reichlich Geröll garnierten Spur. Knapp fünfzig Meter unterhalb der Scharte heißt es dann aufpassen, damit man den rechts abgehenden ehemaligen Kriegssteig nicht übersieht. Er leitet im Zickzack auf den Ostrücken des Nabois Grande (2313 m), dann über die Südflanke zum felsigen Gipfelaufbau. Drahtseile helfen über die letzten Meter zur großen Aussicht (4.30 Std.). Die reicht an klaren Tagen im Nordwesten bis zu den Hohen Tauern. Der »Sentiero Carlo Chersi« Nicht zu übersehen ist von der hohen Warte aus auch der Weiterweg zum Bivacco Mazzeni, eine dünne Spur quer durch die wilden Nordabstürze des Jôf Fuart. Von der Sella Nabois (1970 m; 5.15 Std.) geht’s im Geröll kurz abwärts, dann quert der Weg unter mächtigen Wänden (Steinschlaggefahr!) hinüber zu einer ersten Kanzel (1962 m). Dahinter geht’s hinunter in das Kar Studence (bis in den Hochsommer Schneereste, Quelle). Ein kurzer Gegenanstieg führt auf die zweite Kanzel (1891 m). Ab und auf heißt es auch danach: zuerst in eine Geröllschlucht, dann zur dritten Kanzel (1827 m), von der sich ein fantastischer Blick in die Spranje und zum Jôf di Montasio bietet – sensationell! Talabstieg Nicht zu übersehen ist auch das Bivacco Mazzeni (1630 m; 7 Std.), das auf einer kleinen, licht bewaldeten Anhöhe thront. Der »Sentiero Carlo Chersi« steigt im Zickack ab zu dem meist ausgetrockneten Bachbett in der Spragna. Das rote Biwak bleibt links oberhalb; über leichte Felsen (schöner Wasserfall) geht’s weiter bergab, dann taucht der Weg in den Wald ein. Eine letzte Geländestufe noch, dann steht man im Talboden der Saisera. Auf einer Schotterpiste talauswärts zum Rifugio Montasio (932 m) und auf der Asphaltstraße zurück zum Ausgangspunkt der großen Runde.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Höhenunterschied1550 m
Dauer9.00 h
Schwierigkeit
StartortValbruna (807 m) im Kanaltal
AusgangspunktAn der Straße von Valbruna in die Saisera, knapp 3 km hinter dem Ort. Hier Parkmöglichkeiten (Holzabladeplatz)
EndpunktAn der Straße von Valbruna in die Saisera, knapp 3 km hinter dem Ort. Hier Parkmöglichkeiten (Holzabladeplatz)
Tourencharakter»Großer Unsichtbarer« müsste er eigentlich heißen, der Nabois Grande, denn wer aus dem Norden, durch das Val Bruna, anreist oder von der Sella di Sompdogna zum Jôf Fuart hinüberschaut, kann ihn leicht übersehen, so geschickt tarnt er sich in der wilden, stark gegliederten Felskulisse. Dass der Nabois durchaus Format hat und sich keineswegs zu verstecken braucht, erkennt man am besten vom Jôf di Montasio aus. Da zeigt sich der unglaublich schmale, tiefe Einschnitt der Sella Nabois (1970 m), die ihn vom Bergkörper des Jôf Fuart trennt. Leicht zu lokalisieren sind auch der wilde Karwinkel der Studence, der auf mächtigen Felspfeilern fußt, und eine dünne Wegspur, die Studence quert und im Zickzack zum roten Bivacco Mazzeni hinabläuft: der »Sentiero Chersi«, einer der schönsten Abenteuerpfade in den westlichen Juliern, abschnittweise zwar stark durch Steinschlag gefährdet, aber mit atemberaubenden Bildern aufwartend. In dieser dantesken Kulisse fühlt sich der Homo ludens ganz winzig, wird sein Schritt unwillkürlich etwas schneller, duckt er sich gerne unter einen Überhang. Steinschlag kann hier auch ganz »tierische« Ursachen haben: Vierbeiner, Gämsen und Steinböcke, tummeln sich ebenso ungeniert wie souverän im steilen Felsgelände.
KartentippTabacco 1:25 000, Blatt 019 »Alpi Giulie Occidentali – Tarvisiano«
MarkierungenRot-weiß, Wegnummer 616
VerkehrsanbindungValbruna liegt ein paar Kilometer westlich von Tarvisio, Anfahrt über die Autobahn von Villach, beschilderte Ausfahrt nach Valbruna. Am Dorfrand vorbei ins Val Bruna
GastronomieRifugio Pellarini, 20. Juni bis 20. September, Tel. 0428/601 35, Rifugio Montasio, im Sommer
Tourismusbüro
Consorzio Promozione Turistica, Via Roma 14, I-33018 Tarvisio; Tel. +39/0428/2392, www.tarvisio.it

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