Museumsparade im Trauntal

Zu den Favoriten im oberbayerischen Freizeitbetrieb gehört auch das Feriendreieck Traunstein–Ruhpolding–Inzell. In barocker Voralpenlandschaft gibt es aussichtsreiche Wanderwege und eine Reihe außergewöhnlicher Museen. (Autor: Armin Scheider)
12 km
165 m
2.00 h
Der Traunsteiner Georgiritt. Nach alter Tradition wird der heilige Georg, legendärer Drachentöter und Patron der Pferde durch Pferdeumritte geehrt. Zu den schönsten dieser Art in Bayern zählt der Georgiritt von Traunstein nach Ettendorf alljährlich am Ostermontag. Unter Glockengeläut ziehen Fanfarenbläser, Trommler und Schwerttänzer in historischen Kostümen sowie Hunderte festlich geschmückter Rösser mit ihren Reitern aus der Stadt hinauf zum Ettendorfer Kirchlein. Dort werden die Pferde vom Pfarrer gesegnet. Noch vor dem Zug (9.30 Uhr) und nach dessen Ende (14.00 Uhr) treten auf dem Stadtplatz von Traunstein die Schwerttänzer auf. Begleitet von Blasmusik führen sie den berühmten und im Alpenvorland einmaligen Schwertertanz auf. Er ist eigentlich ein heidnischer Brauch, mit dem der Winter vertrieben werden soll. Eine Reise in die Vergangenheit. Wir fahren an der Traun entlang nach Süden und kommen nach Siegsdorf, einem der bedeutendsten Fundorte von Eiszeittieren. Zwei einschlägige Museen gibt es dort - Das Naturkunde- und Mammutmuseum (Sommerhalbjahr Di.–So. 10–18 Uhr, Ferienzeit täglich) bietet auf 650 Quadratmeter Ausstellungsfläche einen Einblick in 250 Millionen Jahre Erdgeschichte in Südostbayern. Neben Steinsammlungen und versteinerten Resten von Pflanzen und Tieren aus längst verschwundenen Meeren zeigt das Museum auch die berühmten Eiszeitfunde dieser Gegend wie das Siegsdorfer Mammut, das größte, vollständigste und besterhaltene Mammutskelett Europas, und den Siegsdorfer Höhlenlöwen, der auch hohen Seltenheitswert besitzt. An einem Landschaftsmodell erkennt man, wie der eiszeitliche Chiemgau vor 15000 Jahren ausgesehen hat. Zwei Kilometer südöstlich von Siegsdorf zeigt im Ortsteil Am Scharam das 1993 eröffnete und eigenständige Museum Mammutheum (Sommerhalbjahr Di.–So. 10–17 Uhr) die Ausstellung »Fossile Mammutwelt«. Die meisten Objekte wie einige Mammuts, ein Wollnashorn und ein Einhorn stammen aus der archäologischen Arbeit des Museumsinhabers im In- und Ausland. Im dazugehörigen Steinzeitpark sind diese Objekte zu bewundern, dort wird unter anderem auch der Umgang mit Pfeil und Bogen demonstriert, aber auch die Herstellung von Werkzeugen und Waffen oder das Entfachen von Feuer mit den einfachen Mitteln der Eiszeit vor 10000 Jahren. Wandern im Bergener Moos. Die Gegend um das Bergener Moos ist und bleibt ein Wander-Eldorado. Wir machen also vom Mammutheum einen kurzen Abstecher nach Bergen und marschieren von dort los. Die Route ist aus der Karte zu entnehmen. Besonders genussvolle Abschnitte mit Bilderbuchlandschaft und Alpenblick begegnen uns bei Rumgraben, Schneereut und Fliegeneck. Die Länge der Strecke beträgt ca. elf Kilometer. Originelle Museen in Ruhpolding. Weiter geht es mit Museen, auch diesmal beileibe keine langweiligen! Ruhpolding allein besitzt fünf und jedes widmet sich einem anderen spannenden Thema: Bartholomäus-Schmucker-Heimatmuseum. Die Ausstellungsskala reicht von Bauernmöbeln des 17. bis 19. Jahrhunderts über Trachten, Schmuck, Glas und Porzellan bis hin zu Sammlungen von Handwerk, Volksfrömmigkeit, Uhren und Versteinerungen. Auch Jagd-, Waffen- und Uniformbestände sowie der letzte 1835 in Bayern erlegte Bär sind zu sehen (Di.–Fr. 10–12 Uhr). Holzknechtmuseum in Laubau. Hauptthema dieses Museums ist neben den Grundlagen der Forstwirtschaft das entbehrungsreiche Leben und Arbeiten der Holzknechte in den Bergwäldern früherer Zeiten. Gezeigt werden Werkzeuge sowie Verarbeitungs- und Bringungs-Methoden. Zu sehen sind außerdem eine Solehebeanlage (siehe auch Tour Nr. 17) sowie diverse Forsthütten und Holzerstuben im dazugehörenden Freigelände (Di.–So. 10–17 Uhr) Glockenschmiede in Haßlberg. Im 17. Jahrhundert entstanden und bis 1958 in Betrieb, ist sie heute eine der letzten noch bestehenden Hammerschmieden in Bayern. In der Werkstatt können Werkzeuge, Schmiedevorrichtungen und das ehemalige Hammerwerk besichtigt werden (Mo.–Fr. 10–16 Uhr). Schnauferlstall im Bacherwinkl 5. Zu dieser Privatsammlung gehören ca. 70 vorwiegend deutsche Motorräder und 40 Einzelmotoren aus den Jahren 1924 bis 1960. Besondere Stücke sind Beiwagengespanne, ein Mercedes 170 mit Holzvergaser und eine Aero CSSR Baujahr 1929 (tgl. 13–18 Uhr). Ruhpoldinger Modellbahnschau. Hauptattraktion ist eine gut 30 Meter lange Märklin HO Schauanlage. In realistisch gestalteter Landschaft verkehren Züge, unter anderem der ICE Rheingold. Vier Anlagen können von Kindern selbst benutzt werden (tgl. außer Mi. 12–18 Uhr, Juni–Aug. täglich). Wanderung zum Inzeller Gletschergarten. Drei Kilometer südlich von Inzell liegt an der B 305 der größte Gletschergarten der Ostalpen. Er wurde 1936 erschlossen und ist ein Naturdenkmal ersten Ranges. Die eiszeitlichen Felsformen auf dem Gletschergrund sind sehr gut erhalten: Gletscherschliffe, Riesentöpfe, die durch wirbelnde Wasserstrudel ausgehöhlt wurden, und Findlinge, also Felsblöcke, die der Gletscher aus anderen Gegenden hierher verfrachtet hat. Die Wanderung ist ca. zehn Kilometer lang (vgl. Karte). Der Gletschergarten ist natürlich auch mit dem Auto zu erreichen.

Länge - Autorundfahrt: ca. 40 km (Traunstein–Inzell) Wanderung 1: ca. 11 km Wanderung 2: ca. 10 km

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour12 km
Höhenunterschied165 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktTraunstein Autoanfahrt von München A 8/B 306 oder B 304 über Wasserburg (ca. 100 km) Bahnverbindung München–Traunstein
TourencharakterZu den Favoriten im oberbayerischen Freizeitbetrieb gehört auch das Feriendreieck Traunstein–Ruhpolding–Inzell. In barocker Voralpenlandschaft gibt es aussichtsreiche Wanderwege und eine Reihe außergewöhnlicher Museen. Und das erwartet Sie unter anderem -
der berühmteste Georgiritt Altbayerns;
einzigartige Eiszeitfunde in Siegsdorf;
das Alpendorf mit den meisten Museen;
der größte Gletschergarten der Ostalpen.
Beste Jahreszeit
GastronomieTraunstein Schnitzlbaumer Terrasse, kein Ruhetag Sternbräu Biergarten, kein Ruhetag Siegsdorf Alte Post Terrasse, kein Ruhetag Ruhpolding Café Windbeutelgräfin Garten, Mo. Ruhetag Inzell Zur Post Terrasse, kein Ruhetag
Tourismusbüro
Traunstein Tel. 08 61/9 86 95 23 www.traunstein.de Siegsdorf Tel. 0 86 62/49 87 45 www.siegsdorf.de Ruhpolding Tel. 0 86 63/88 06-0 www.ruhpolding.de Inzell Tel. 0 86 65/98 85-0 www.inzell.de
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