Wandern im Mecklenburgischen Seenland

Müritz - Wandern an Deutschlands größtem See

Die Müritz (115 qkm) auf der Mecklenburgischen Seenplatte ist der größte ganz in Deutschland gelegene See und Namensgeberin des Müritz-Nationalparks, des größten Nationalparks im deutschen Binnenland. Das bis ans Ufer der Müritz reichende westliche Teilgebiet (260 qkm) umfasst die Seen, Niedermoore und Kiefernforste zwischen der Müritz, dem Käbelicksee und den Havelquellen, das kleinere (62 qkm) Gebiet liegt rund um Carpin-Serrahn östlich der Barockstadt Neustrelitz und besticht durch urwaldartige Buchenwälder in einer vergleichsweise gebirgigen Moränenlandschaft. (Autor: Bernhard Pollmann)
28 km
100 m
6.00 h

Zu den Wienpietschseen

Von der Nationalpark-Informationsstelle folgen wir der Zufahrt kurz zurück Richtung Waren und zweigen nach Passieren der Fontanestraße links auf den Uferwanderweg an der Binnenmüritz ab. In Parkanlagen mit Ausblicken auf die Altstadt von Waren folgt der mit dem Buchstaben »blaues M« markierte Wanderweg dem Ufer zum Fahrgastschiffsanleger Ecktannen.

Wenig später schwingt das Ufer an einer Aussichtsstelle links, dann ist die Badestelle Ecktannen erreicht, wo eine Gaststätte mit Seeterrasse zur Einkehr und zum Schauen einlädt. Teils am reetgesäumten Ufer, teils unter den Bäumen der Ecktannen führt der Weg weiter zur Waldschenke, einer idyllisch gelegenen Gaststätte mit Terrasse und Ausflugsschiffsanlegestelle; hier bietet sich die Möglichkeit der Überfahrt ins gegenüberliegende Klink oder in den Süden zur Boeker Mühle.

Der Waldweg führt weiter parallel zum Ufer und erreicht bald nach Eintritt in den Müritz-Nationalpark eine Verzweigung, an der der kurze Abstecher zu den ausgeschilderten Wienpietschseen lohnt (Eichhörnchen-Markierung) - Diese eindrucksvollen Kesselmoore sind auf Bohlenstegen und Brücken begehbar, damit die empfindliche Pflanzendecke nicht zerstört wird.

Für Radfahrer ist dieser Weg ungeeignet, es gibt aber eine schöne Radtour von Waren um die Müritz.

Hudeweiden und Kranichseen

Zurück an der Verzweigung, leitet die Markierung »blaues M« weiter an den Rand des Teufelsbruchs und vor diesem Moorgebiet rechts zum Warnker See. Hier bietet sich auf einer Beobachtungsplattform die Möglichkeit, etwa 12–15000 Enten auf ihrem Rastgewässer zu beobachten. Vom Warnker See leitet die Markierung »ockerfarbenes Reh« an der Spuklochkoppel vorbei zum restaurierten Landschaftspflegehof Müritzhof zwischen Spukloch und Rederangsee.

Gotlandschafe und Fjällrinder beweiden die zum Hof gehörenden Flächen und erhalten so den Landschaftstyp »Hudeweide«. Im Gasthof werden Wild- und Fischspezialitäten serviert. Die Umgebung, vor allem die Spuklochkoppel und der Rederangsee, bildet einen der größten Kranichrastplätze im Binnenland Mecklenburg-Vorpommerns: Alljährlich im Herbst versammeln sich hier 7000–10000 Kraniche, um sich auf ihren Flug in die Winterquartiere vorzubereiten.

Einer der besten Kranichbeobachtungspunkte befindet sich am Nordufer des bald erreichten Rederangsees. Damit die scheuen »Vögel des Glücks« nicht vertrieben werden, ist der mit der Markierung »rotes Eichhörnchen« bezeichnete Weg im Bereich des Rederangsees im Herbst ab 14 Uhr gesperrt; Umleitungen sind ausgeschildert. Während der Sperrzeit dürfen die Wege nur im Rahmen von Kranich-Führungen begangen werden.

Sonnenuntergang an der Feisneck

Von der Beobachtungsstation am Rederangsee führt die für den öffentlichen Verkehr gesperrte Specker Straße durch die Wälder der Federower Dickungen zurück Richtung Ausgangspunkt, bis rechts der Rundwanderweg um die Feisneck abzweigt. Die offenen Uferbereiche an diesem See zählen zu den schönsten Sonnenuntergangsstellen im MüritzNationalpark und sind viel besuchte textilfreie Badeparadiese.

Zu den Badenden gesellen sich neuerdings Schafe, die als natürliche Landschaftspflegerinnen angeflogene Bäumchen verbeißen und die Verwaldung stoppen. Zuletzt mündet der Rundwanderweg auf die kleine Straße An der Feisneck und erreicht bei der Jugendherberge die Straße Am Seeufer: Links geht es zurück zum Ausgangspunkt, der Nationalpark-Informationsstelle.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour28 km
Höhenunterschied100 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
StartortDer Luftkurort Waren auf der Mecklenburgischen Seenplatte am größten ganz in Deutschland gelegenen See erstreckt sich weit in den Müritz-Nationalpark hinein und ist die Kreisstadt des Landkreises Müritz.
AusgangspunktBushaltestelle und Parkplätze Am Nationalpark am nördlichen »Eingangsbereich Müritz-Nationalpark« an der Specker Straße in Waren (Müritz) an der Nationalpark-Informationsstelle.
TourencharakterLeichte Waldwanderung an Deutschlands größtem See.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Wander- und Radtourenkarte 1 - 50 000, Blatt 1009 Müritz-Nationalpark Westlicher Teil oder Nordland Wander- und Radwanderkarte 1:50 000 MüritzNationalpark.
VerkehrsanbindungA 19 Rostock – Wittstock, Ausfahrt Waren (Müritz) und auf der B 192 nach Waren (Müritz). DB-Bahnlinie Rostock/Wismar – Waren (Müritz) – Neustrelitz – Berlin.
GastronomieWaldschenke, Müritzhof.
Tourismusbüro
Waren (Müritz) – Information, Haus des Gastes, Am Neuen Markt 21, 17192 Waren (Müritz), www.waren-mueritz.de

Buchtipp

Bernhard Pollmann, Matthias Wibber u.a.

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