Monte Stivo, 2059 m

Wenig schwierige, aber sehr aussichtsreiche Gipfelwanderung. Teilweise etwas steinige Wege, gute Markierungen. Im Frühsommer herrliche Flora an den Flanken des Bergstocks (Autor: Eugen E. Hüsler)
13 km
900 m
5.00 h
ZumGipfel Der Weg zum Zweitausender beginnt auf Asphalt. An der Verzweigung gleich hinter dem Picknickareal hält man sich links (rechts zum Passo Bordala). Das Sträßchen steigt in ein paar Windungen an, verliert dabei seinen Belag, auch an Breite und wird schließlich zur holperigen Mulattiera, gesäumt von Buschwerk und lichtem Baumbestand. Da hat man bereits ein Drittel des Aufstiegs zurückgelegt, in der Tiefe zeigen sich Arco, Riva undein Zipfel des großen Sees, wenig späterkommtdie Marchetti-Hütte ins Blickfeld. Auf der Malga Stivo (1764 m) endet der Güterweg; die deutliche, rot-weiß markierteWegspurleitetüberAlmböden und einen steinigen, teilweise mit Latschen bewachsenen Hang, zuletzt in einer nach links ausholenden Schleife, zum Schutzhaus mit schöner Aussichtsterrasse (2012 m). Wer nicht einkehrt, um bei pasta e vino den Blick zum Benacus zu genießen, steht fünf Minuten später am Gipfel des Monte Stivo (2059 m; 2.30 Std.), vordemgroßen Panorama. Ein gemauertes Rondell erleichtert die Orientierung; Pfeile weisen zu den bekanntesten Gipfeln im Rund – sehr hilfreich. Abstieg zum Bordala-Pass Er beginnt als Kammwanderung, verläuft in der Nähe der ostseitigen Steilabstürze. Dabei bieten sich stimmungsvolle Tiefblicke ins Etschtal, das hier Val Lagarina heißt, und auf Rovereto. An der Cima Bassa (1684 m; 3.15 Std.; Tafeln), die kein Gipfel, sondern eine Gratsenke ist, biegt man rechts in den Weg ein, der im Zickzack über die steile, mit ein paar Felszacken besetzte Ostflanke des Monte Stivo hinabzieht. Er mündet im Wald in eine Forstpiste, die noch ein Stück weit bergab führt, dann flach hinüberläuft zum Straßenpass von Bordala (1253 m; 4 Std.) mit Einkehrmöglichkeit im gleichnamigen Hotel. Rückweg Vom Albergo folgt ein Straßenhatscher: einen Kilometer weit auf harter Unterlage in Richtung Ronzo, bis rechts ein geschotterter Fahrweg abgeht (Hinweis »San Antonio«). Er stößt nach etwa 300 Metern auf ein Teersträßchen, das ansteigend zu den Gemüseäckern von Gombino leitet. Hinter dem etwas abseits stehenden Haus der »Gruppo Alpini Val Gresta« (1244 m) biegt man ein in die Waldpiste, die, erst noch sanft steigend, unter einem Felsriegel talauswärts zur Kapelle San Antonio (1265 m) führt. Gleich dahinter rechts zum Ausgangspunkt der schönen Gipfelrunde (5 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour13 km
Höhenunterschied900 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
StartortChienis (945 m), Dorf im »Gemüsetal« Val di Gresta
AusgangspunktWanderparkplatz knapp einen Kilometer von der Passhöhe Santa Barbara bei einem Picknickgelände (Hinweistafel, ca. 1210 m)
EndpunktWanderparkplatz knapp einen Kilometer von der Passhöhe Santa Barbara bei einem Picknickgelände (Hinweistafel, ca. 1210 m)
TourencharakterDie schönste Art, sich dem großen See zu nähern, führt übers Gebirge, und welcher Gipfel würde sich da mehr anbieten als der Stivo? Er ist prädestiniert für eine erste Begegnung mit dem Gardasee, aus respektvoller Distanz und luftiger Höhe. Um ziemlich genau zwei Kilometer überragt der stattliche Berg den Seespiegel, den man von Riva bis in die Gegend von Salò überschaut: eine glitzernde Verheißung, mediterrane Welt vor alpiner Kulisse. Wer wird da noch fragen, weshalb es seit Generationen sonnenhungrige Nordländer an die südlichen Gestade zieht? Uns zieht’s auf die Höhen, und dabei ist man am Monte Stivo nur selten allein. Zumindest nicht, wenn die Sonne scheint und die Hütte unter dem Gipfel bewirtschaftet ist. Dann bewegt sich an Wochenenden schon mal ein bunter Tatzelwurm über die riesige Südwestschräge des Berges, hinauf zur großen Aussicht. Und die kann sich wirklich sehen lassen, von den Stubaier und Zillertaler Dreitausendern bis zum Südrand der Alpen reicht sie, in die Bergamasker Alpen, Adamello, Brenta und tief hinein in die Dolomiten, wo man einige markante Felsprofile entdeckt. Was für eine Schau!
KartentippLagirAlpina 1:25 000, Blatt 12, »Alto Garda«
MarkierungenWegweiser, rot-weiße Markierungen, Wegnummern 608, 617, 623
VerkehrsanbindungDie Wasserscheide von Santa Barbara erreicht man von Arco und aus dem Val di Gresta über kurvenreiche Bergstraßen. Parkmöglichkeit, Bus bis Chienis
GastronomieRifugio Marchetti, 20. Juni bis 20. September, vor und nach der Saison an den Wochenenden; Tel. 0464/52 06 64. Albergo Passo Bordala
Tourismusbüro
APT Garda Trentino, I-38066 Riva del Garda; Tel. +39/0464/55 44 44, info@gardatrentino. it, www.gardatrentino.it

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