Monte-Moro-Pass

Recht lange Passwanderung auf den Spuren der Walser; etwas Ausdauer erforderlich. Bei Nebel ist die Orientierung nicht ganz einfach. Von der Scheitelhöhe grandioser Blick auf die Monte-Rosa- Nordostwand. (Autor: Eugen E. Hüsler)
2 km
740 m
6.00 h
Sein Fassungsvermögen beträgt rund 100 Millionen Kubikmeter, die in den Kraftwerkturbinen in Elektrizität umgewandelt werden – Energie für die Städte des Schweizer Mittellands. Beachtlich sind auch die Ausmaße der Gewichtsstaumauer: 780 Meter lang, 120 Meter hoch (der höchste Erdschüttdamm der Schweiz). In den Kraftwerken Zermeiggern und Stalden werden jährlich etwa 665 GWh Strom erzeugt. Die Katastrophe von 1965 Die Saaser sperrten sich lange gegen den Bau des Speichersees, vor allem aus Angst vor dem Allalingletscher. Der hatte bei früheren Vorstößen wiederholt Quellbäche der Saaser Vispa aufgestaut, was bei den unvermeidlichen Wasserausbrüchen jeweils im Tal zu schweren Überschwemmungen führte. Diese Gefahr besteht längst nicht mehr; der mächtige Gletscher hat sich inzwischen in höhere (und kühlere) Regionen zurückgezogen. Dabei zeigte er aber nochmals, wie unberechenbar die Bergnatur sein kann: Beim Bau des Staudamms verschüttete 1965 ein Eis- und Felssturz über 80 Arbeiter. Erschließungswahn Jenseits des Monte-Moro-Passes, im italienischen Valle Anzasca (Vischpertal), liegt Macugnaga (1307 m), das walserische Magganaa, im 12. Jahrhundert von ausgewanderten Wallisern begründet. Daran erinnern noch zahlreiche Häuser im typischen Walser Blockhausstil; weitgehend ins (Heimat-)Museum abgewandert ist dagegen das kulturelle Erbe. Und mit dem Tourismus geht’s tendenziell ebenfalls bergab; daran dürften auch hochfliegende Pläne wie der Anschluss an das Skigebiet von Saas-Fee mittels mehrerer Bahntunnels nichts ändern. Man träumt von ein paar Hunderttausend (!) Mailändern, die sich jeden Winter von der Aussicht auf grenzenloses (wortwörtlich) Wedelvergnügen anlocken ließen ... Pioniere Knapp unter der Passhöhe endet die von Macugnaga heraufziehende Seilbahn; gleich neben der Station liegt das im Sommer bewirtschaftete Rifugio Giovanni Oberto (2810 m). Sein Name erinnert an einen der Erstbesteiger der Monte-Rosa-Nordostwand. Die siebenköpfige Seilschaft erreichte im Juli 1872 über die extrem steile Flanke die Dufourspitze (4634 m), den höchsten Gipfel der Schweiz – eine formidable Leistung! Ins Tälli Die ersten zehn Minuten der Passwanderung führen über den Erddamm ans Ostufer des Mattmark-Stausees. Nun auf breitem Weg unter den Felsen der Seeflüe in leichtem Auf und Ab zu einer Wassereinleitung. Gleich dahinter zweigt links ein schmaler Pfad ab. Er steigt über die steinigen Wiesenhänge an gegen das Ofental, das links vom Stellihorn (3436 m) überragt wird. An der Verzweigung (2505 m; 1.45 Std.) hält man sich rechts; die gut markierte Spur steigt sanft an zur ausgedehnten grünen Terrasse von Galmen. Hoch über dem milchig grünen Stausee wandert man taleinwärts; im Westen ragt das Strahlhorn (4190 m) über seinen Gletschern in den Himmel. Weiter rechts zeigt sich das Allalinhorn (4027 m), einer der leichtesten Viertausender der Schweiz, dahinter gucken Täschhorn (4490 m), Dom (4545 m) und Lenzspitze (4294 m) ins Bild. Der Weg quert den Stafelbach und steigt dann an einem felsigen Steilhang hinunter in den Tälliboden (2492 m; 2.45 Std.). Zum Monte Moro Hier stößt man auf die alte Passroute der Walser. Sie führt, abschnittweise ein kunstvoll angelegter, gut erhaltener Plattenweg, in einer zunehmend unwirtlicheren Kulisse hinauf zum Monte-Moro-Pass (2853m; 3.45 Std.). Im Frühsommer, wenn zwischen den Felsbuckeln noch Schneereste liegen, können einzelne kurze Passagen trotz der angebrachten Sicherungsseile etwas heikel sein. Rechts über der Passsenke glänzt eine riesige »goldene« Marienstatue – made in Italy. Naturfreunde gucken zuerst nach der zweieinhalb Kilometer hohen Monte-Rosa-Nordostwand, dem finalen Traumbild der Wanderung. Die versteckt sich aber gerne hinter Nebeln, was bei den gewaltigen Höhenunterschieden nicht weiter verwundert. So stand schon manche/r oben am Monte Moro im Grau und hoffte vergebens auf Einsicht des Wettergottes ... Abstieg Beim Rückweg folgt man dem historischen Passweg über den Tälliboden und eine markante Geländestufe bis hinunter zum oberen Seeende (Distelalp, 2224 m). Auf der westseitigen Uferstraße geht’s abschließend zurück zum Staudamm (6 Std.), zuletzt durch einen längeren Tunnel.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour2 km
Höhenunterschied740 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
StartortSaas Almagell (1670 m)
AusgangspunktParkplatz bei der Staumauer des Mattmarksees (2197 m)
EndpunktParkplatz bei der Staumauer des Mattmarksees (2197 m)
TourencharakterAlt und neu, Geschichte und moderne Technik prägen neben der großartigen Landschaft diese Wanderung. Sie folgt den Spuren der Walser, die einst jenseits des Monte Moro im (italienischen) Tal von Macugnaga siedelten; heute führt der Weg hinauf zu dem Grenzpass an einem mehr als drei Kilometer langen Stausee entlang.
KartentippSwisstopo 1:50 000, Blatt 284 T
MarkierungenWeiß-rot-weiße Markierungen, gelbe Wegzeiger
VerkehrsanbindungDurch das Saaser Tal führt eine gute Straße via Saas Almagell bis zum Mattmark-Stausee; Postbuslinie.
GastronomieRestaurant an der Staumauer des Mattmarksees. Rifugio Oberto knapp jenseits der Landesgrenze in Italien, im Sommer, Tel. 0324/65 544
Informationen
Tourist-Info Saastal Tourismus, CH-3910 Saas- Grund, Tel. 027/958 66 66, E-Mail: ferien@saastal.ch, www.saastal.ch