Monte Misone, 1803 m

Mäßig anstrengende Gipfelwanderung auf ordentlichen Wegen, für die Abstiegsvariante ist ein sicherer Tritt notwendig. Schöne Aussicht vom Gipfel, im Frühsommer herrliche Blumenwiesen (Autor: Eugen E. Hüsler)
5 km
850 m
4.00 h
Aufstieg An der Senke der Sella di Calino (962 m) nimmt man den links abgehenden Weg, der an dem bewaldeten Hang zur Sella di Castiol (ca. 1350 m) ansteigt. Hinter der wenig ausgeprägten Gratscharte wechselt der Pfad in die Westflanke des Monte Misone, zunächst noch kräftig steigend. In der Tiefe zeigt sich der scheinbar abflusslose Tennosee (570 m) mit seinem Inselchen. Der Weiterweg führt im Wald flach zu einem nächsten Aussichtspunkt (1580 m), dann sanft abwärts zur Malga Misone (1575 m), wo der Zustieg vom Passo Ballino mündet. In der Umgebung der Alm stehen einige mächtige alte Buchen. In einer weit nach rechts ausholenden Schleife steigt man über den steinigen Nordhang (im Frühling/Frühsommer ein Blumenmeer) hinauf zum Gipfel des Monte Misone (1803 m; 2.45 Std.) mit kleinem Gipfelkreuz und großem Panorama. Abstieg Normalerweise über den Anstiegsweg. Alternativ bietet sich eine (unmarkierte!) Abstiegsvariante über den Südrücken des Berges an. Zur Orientierung dient dabei eine Pfadspur, die – vom Gipfel aus gut zu sehen – die westseitigen Hänge des Misone quert. Im Gras steigt man, einigen Felsen ausweichend, hinab zu dem Weglein, folgt ihm dann nach links bis zu einem isoliert stehenden Baum. Anschließend im Zickzack hinunter zum markierten Anstiegsweg, auf den man wenig oberhalb der Sella di Castiol stößt. Mit ihm zurück zum Ausgangspunkt der Gipfeltour (4.45 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour5 km
Höhenunterschied850 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortVille del Monte (556 m)
AusgangspunktWanderparkplatz an der Sella di Calino (ca. 960 m)
EndpunktWanderparkplatz an der Sella di Calino (ca. 960 m)
TourencharakterIn der Conca di Riva, dem Bergkranz des Trentiner Gardaseestädtchens, ist der Misone nicht zu übersehen, ein markantes Profil mit grünem Rücken und einem zerklüftet-felsigen Absturz nach Osten, zum Val San Pietro. Er ist nicht der Höchste hier, doch seine isolierte Lage macht ihn zu einem echten Belvedere. Zuerst schaut man natürlich nach Süden, auf den großen See, noch weiter reicht die Aussicht durch die tiefen Talfurchen von Etsch und Eisack: bis zu den fernen Firngipfeln der Zillertaler Alpen! Für diesen Blick braucht’s allerdings einiges Wetterglück, also weder Nebel noch Dunst über dem See. Nicht umsonst wird der Misone auch Cima Caminacol genannt, was den Gedanken an einen (Wolken) rauchenden Schlot nahe legt … Also ein echter Schönwettergipfel, für den man sich einen Tag mit Nordföhn reservieren sollte. Die sind im Frühsommer allerdings eher selten, was schade ist, prunkt der Misone doch dann mit seiner so üppigen wie artenreichen Flora. Dann verwandeln sich die Wiesenhänge um den Gipfel in bunte Blumenteppiche. Alte Zeiten Sehenswürdiges entdeckt man auch am Fuß des Berges: einen Badesee (Lago di Tenno, 570 m), der seine Existenz einem prähistorischen Bergsturz verdankt, und ein paar uralte Dörfer am historischen Weg nach Judikarien (Valli Giudicarie). Die Burg von Tenno, im 12. Jahrhundert Besitz der Herren von Eppan, wurde zwar 1703 durch französische Truppen geschleift, ist aber auch als Halbruine noch ein eindrucksvoller Baukomplex. Als Gesamtkunstwerk präsentiert sich der Flecken Canale: alte Mauern, malerisch verschachtelt, in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg von seinen Bewohnern verlassen. Glücklicherweise kamen dann nicht – wie anderswo – die Bagger, sondern Künstler. Heute lebt das winzige Dörfchen wieder, in der »Casa degli Artisti« sind Maler und Bildhauer aus der Region tätig, finden Kunstausstellungen statt. Und die »gute alte Zeit« wird jeden Sommer bei den »Rustico Medioevo« lebendig. Noch viel älter als Canale und Tenno sind jene Siedlungsreste, die nördlich des Passo Ballino freigelegt wurden. Im Bereich des längst verlandeten Sees von Lomasona – heute ein Hochmoor – stehen zahlreiche Holzpfähle; das große Pfahlbaudorf dürfte zwischen 2000 und 800 v. Chr. existiert haben.
KartentippLagirAlpina 1:25 000, Blatt 12 »Alto Garda«
MarkierungenRot-weiß, Wegnummer Nr. 412
VerkehrsanbindungVon Riva del Garda auf guter Straße via Tenno nach Ville del Monte, hier rechts (Hinweis »San Pietro«) nach Caviola und weiter bergan zum Wanderparkplatz
GastronomieKeine Einkehrmöglichkeit am Weg. Rifugio San Pietro, ganzjährig; Tel. 0464/50 06 47
Informationen
AUCH EIN BERG FÜR MOUNTAINBIKER Dass der Gardasee ein Dorado für Biker ist, dürfte längst auch jenen bekannt sein, die sich lieber per pedes zu den Gipfeln aufmachen. Dass man sich da gelegentlich in die Quere kommt, ist auch nichts Neues. Am Monte Misone gehen Wanderer und Radler ihre eigenen Wege. Der Gipfeltrail verläuft über die Nordseite des Berges, hat seinen Ausgangspunkt an der Straße vom Passo Ballino nach Ponte Sarche und schraubt sich in weiten Schleifen bei angenehmer Steigung hinauf zur Malga Misone. Weiter geht’s dann zu Fuß, mit oder ohne Zweirad am Buckel.
Tourismusbüro
APT Garda Trentino, I-38066 Riva del Garda; Tel. +39/0464/55 44 44, info@gardatrentino. it, www.gardatrentino.it

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