Monte Generoso, 1701 m

Anspruchsvolle, recht lange Tagestour, für die sicheres Wetter (keine Gewitter) und Kondition Grundvoraussetzungen sind. Einmaliges Panorama, im Frühsommer blüht es ganz besonders üppig an den Flanken des Generoso. Interessant: Höhle, die Schnee - keller (nevere), Lehrpfade (Autor: Eugen E. Hüsler)
Von Arogno zum Gipfel Vom Postbushalt unterhalb des Dorfes (586 m) geht’s zunächst kurz auf der Straße in Richtung Rovio. Jenseits der Brücke über die Mara nimmt man den asphaltierten Fahrweg, biegt aber bereits nach gut hundert Metern, bei den Häusern von Sasso Grosso, links in den gepflasterten Almweg ein. Er steigt ostwärts hinauf zur Rodungsinsel von Pianca (908 m), steuert dann die verlassene Alpe d’Arogno (1084 m) an. Hier wahlweise rechts oder links weiter zur Costa del Bové. An dem bewaldeten Rücken bergan bis zu einem Wegzeiger, dann unter dem Kamm fast flach hinüber in den Passo Crocetta (1360 m; 2.15 Std.). Der Weiterweg folgt in etwa dem Grenzgrat, klettert steil auf die Cima dei Torrioni (1489 m), führt aus der Bocchetta Camoscia (1445 m) weiter bis knapp unter die Cima della Piancaccia (1610 m). Man umgeht das Gipfelchen auf der Tessiner Westseite. In der kleinen Senke dahinter mündet der »Sentiero alto«, der italienische Gipfelweg. Er läuft um eine grasige Kuppe herum zum Fuß des eigenartig geschichteten Baraghetto (1694 m) und weiter – den Felsen links ausweichend – zum Gipfel des Monte Generoso (1701 m; 4 Std.). Hinab ins Valle di Muggio Von der Panoramaplattform führt ein Treppenweg hinab zur Bahnstation (1601 m) mit dem Bergrestaurant. Hier biegt man scharf links um und wandert mit dem »Planetenweg« flach hinaus zu einer unscheinbaren Kuppe (1589 m) am Ostgrat des Generoso. Etwas tiefer, am nordseitigen Hang, befindet sich der Eingang zur »Bärenhöhle « (Tickets im Ristorante Vetta). Der weitere Abstieg folgt zunächst dem Grenzkamm, zieht dann südwärts hinab zur Alpe Piana (1404 m). Gut hundert Meter tiefer stößt man auf die sehenswerte Almsiedlung Nadigh (1295 m) mit gut erhaltenen »nevere«. Der Weg verbleibt an dem Rücken, passiert den Weiler Roncapiana (957 m). Durch einen schönen Kastanienhain geht’s in Schleifen weiter bergab zur Breggia, die man auf solider Brücke überquert. Ein Fahrweg leitet hinein nach Muggio (661 m; 7 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour14 km
Höhenunterschied1120 m
Dauer7.00 h
Schwierigkeit
StartortArogno (586 m)
AusgangspunktPostbushalt Arogno
EndpunktMuggio (661 m)
TourencharakterDer Monte Generoso (1701 m) ist ein Berg für jedermann/-frau. Auf der Gipfelplattform drängeln sich Ausflügler, ein paar Minuten zuvor der Bahn entstiegen, und zünftige Wanderer, nach dem langen Anstieg noch etwas außer Atem. Das Sprachgewirr ist babylonisch, ganz dem Ruf des »Rigi der Südschweiz« entsprechend. Herauf kommt man leicht, seit 1890 schon an der Zahnstange. Die vor einem Vierteljahrhundert elektrifizierte Bahn benötigt für die neun Kilometer lange, bis zu 22 Prozent steile Strecke gut eine halbe Stunde. Kleine Sehenswürdigkeiten Wer auf den Monte Generoso fährt (oder wandert), tut es natürlich auch der Aussicht wegen; leichter zu übersehen als die tausend Gipfel im weiten Horizont sind die kleinen Sehenswürdigkeiten links und rechts des Weges. Nicht zufällig haben die Botaniker dem Berg den Ehrentitel »princeps montium« verliehen; wer nach der Schneeschmelze, im Mai oder Juni, an seinen Flanken wandert, versteht auch weshalb. Da blüht (und duftet) es dann so üppig, dass einem bald einmal der Schritt stockt. Über zwanzig Orchideenarten sind am Generoso nachgewiesen, darunter die Stendelwurz-Orchidee (Serapias vomeraca), einer von mehreren Endemiten. Kühlschränke Die Almwirtschaft am Generoso, vor allem auf der italienischen Ostseite, ist heute weitgehend zum Erliegen gekommen. Kaum zu glauben, dass früher sogar die abschüssigen Wiesenflecken in der mächtigen Westwand gemäht wurden! Einer originellen Methode, die Milch bis zur Verarbeitung kühl zu halten, bedienten sich die Bauern des Muggiotals. Sie errichteten über einem Kellerloch schlichte Rundbauten aus Bruchsteinen, mit Steinplatten abgedeckt und stets im Schatten stattlicher Bäume, sogenannte »nevere«. Sie wurden jeweils im Winter mit Schnee gefüllt und dienten bis weit in den Sommer hinein als »Kühlschränke«.
KartentippSwisstopo 1:50 000, Blatt 286 T »Malcantone «
MarkierungenGelbe Wegzeiger, weiß-rot-weiße Markierungen
VerkehrsanbindungArogno liegt im Val Mara, ist von Lugano bzw. Mendrisio aus über ordentliche Bergstraßen erreichbar, wie auch Muggio im hintersten Valle di Muggio. Bahnlinie Lugano – Mendrisio; Postbusse fahren nach Arogno und Muggio. Die Zahnradbahn Capolago – Monte Generoso verkehrt von Dezember bis Oktober.
GastronomieRistorante-Albergo Generoso-Vetta, Dezember bis Oktober, Tel. 091/630 51 11, info@montegeneroso.ch
Tourismusbüro
Ente Turistico del Medrisiotto e Basso Ceresio, Via Luigi Lavizzari 2, CH-6850 Mendrisio; Tel. +41/(0)91/641 30 50, info@mendrisiotourism.ch, www.mendrisiotourism.ch

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