Monte Gambarogno

Verhältnismäßig kurze, sehr aussichtsreiche Gipfeltour auf markierten Wegen. Einmalig die Tiefblicke zum oberen Lago Maggiore. (Autor: Eugen E. Hüsler)
9 km
600 m
3.00 h
Vom Pass Corte di Neggia (1395 m) folgt man zunächst dem grobschottrigen Fahrweg in die Nordflanke des Berges. An der zweiten Kehre rechts ab und auf einem alten, kunstvoll angelegten Pfad mit nur wenig Höhengewinn, aber viel Aussicht über der Valle d'Agra zu einer Weggabelung (ca. 1550 m) am Nordgrat des Monte Gamabrogno. Links bergan, unter dem Nordostgipfel (1687 m) hindurch und an dem verbuschten Hang zu einer weiteren Verzweigung. Der linke Steig führt, vorbei an einer geschlossenen Militärbaracke, zum Gipfel und zur großen Rundschau (1:15 Std.).
Zurück zur erwähnten Abzweigung, dann links hinüber zum Nordwestgrat und an ihm mit herrlich freier Sicht auf den großen See in ein paar Serpentinen bergab. Im Wald weiter absteigend zur jüngst total umgebauten Alpe Cedullo (1287 m). Ein Ziehweg führt in leichtem Gegenanstieg zur Wasserscheide zwischen Gambarogno und Monte Paglione (1536 m) mit der Kapelle Sant'Anna (1342 m; 2:15 Std.).
Aus dem Sattel auf recht steinigem Pfad geht es südseitig um die Sassi Gialli (1521 m) herum, so kommt man in die sonnige Mulde der Val Crosa und zu einer Verzweigung (ca. 1220 m; rechts nach Indemini). Hier hält man sich links und folgt dem guten Weg, der in sechs weiten Serpentinen an dem mit Büschen bewachsenen Hang ansteigt. Weiter führt der Weg auf ein aussichtsreiches Eck hoch über der innersten Valle Veddasca, schließlich kommt man mit einigem Auf und Ab, ein paar Rinnen querend, zu den Almwiesen über dem Corte di Neggia (1395 m) und hinunter zur Passstraße (3:30 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour9 km
Höhenunterschied600 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktCorte di Neggia (1395 m) an der Straße vom linken Ufer des Lago Maggiore nach Indemini. Parkplatz an der Passhöhe.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterDer Támaro (1961 m) mag höher, auch berühmter sein, das Panorama von dem »Fast-Zweitausender« weiter, doch mit dem Seeblick vom Monte Gambarogno (1734 m) kann er nicht konkurrieren! Wer das Glück hat, bei Nordföhn auf diesem »Balkon« zu stehen, anderthalb Kilometer über dem blauen Spiegel des Lago Maggiore, kann dieses immense Panorama genießen. Die schartig-schroffen Bergketten des Sopra Ceneri mit ihren übersteilen Flanken relativieren das gängige Klischee von der »Sonnenstube der Schweiz«. Der Blick vom Gipfel des Gambarogno zeigt noch mehr Interessantes: Da ist einmal das mächtige Delta der Maggia, durch den kanalisierten Flusslauf säuberlich in zwei Hälften geteilt. Zur Römerzeit war Solduno noch ein Uferort, doch bereits im Spätmittelalter reichte das Schwemmland bis zum Schloss von Locarno. Immerhin lag die Piazza Grande noch zu Beginn des 18. Jahrhunderts direkt am See, und auch heute steigen die Fluten nach schweren Regenfällen schon mal bis unter die Arkaden an. Das Delta wächst allerdings kaum mehr und die wichtigsten Quellbäche der wilden Maggia sind aufgestaut. Menschliche Eingriffe mussten sich auch die Isole di Brissago draußen im Lago Maggiore gefallen lassen; die Baronin Antonietta de Saint-Léger – eine schillernde Gestalt der europäischen Hautevolee – ließ auf der größeren Insel einen prächtigen botanischen Garten anlegen, der heute noch besteht. Noch augenfälliger sind allerdings die Veränderungen rund um Locarno und Ascona, wo die Bauwut der sechziger und siebziger Jahre den Sonnenhängen arg zugesetzt hat. Und dass der Piano di Magadino einst ein gefürchtetes Sumpfland war (eine Folge rücksichtsloser Waldrodungen übrigens!), sieht man der Talebene, die sich von Bellinzona bis zum Lago Maggiore erstreckt, überhaupt nicht mehr an. Die fruchtbaren Böden werden intensiv genutzt. Nur ganz zum See hin hat die Natur noch ein Refugium, durch den Flugplatz und ein Kieswerk allerdings arg bedrängt: die Bolle di Magadino mit ihren Feuchtwiesen, seichtem Wasser und einer ganz speziellen Vegetation, ist Brutplatz zahlreicher Vogelarten.
Beste Jahreszeit
KartentippLandeskarte der Schweiz 1:50 000, Blatt 286 T »Malcantone«
MarkierungenWeiß-rot-weiß, gelbe Wegzeiger.
VerkehrsanbindungÜber den Pass von Neggia (1395 m) führt die einzige innerschweizerische Verbindung mit dem winzigen Bergdorf Indemini (939 m), 13 km von Vira Gambarogno. Busverbindung Vira – Corte di Neggia – Indemini.
GastronomieAlpe Cedullo (1287 m), Rifugio Sant'Anna (1342 m), beide im Sommer.
Tipps
Vom Pass Corte di Neggia aus wird auch der Monte Tamaro (1961 m) gerne bestiegen. Der markierte Weg folgt dem Westgrat des Bergstocks, leitet dann in seine Nordflanke. Rechts im steilen Zickzack, vorbei an einer verschlossenen Hütte, zum Gipfel. Abstieg zunächst am Grat nach Osten, dann spitzwinklig zurück in die Nordflanke und hinab zur Passstraße; 2 1/2 Std., Trittsicherheit notwendig.
Unterkunft
Ritrovo di Neggia (1395 m), April–Oktober; Tel. 091/7 95 19 97.
Tourismusbüro
Ente Turistico del Gambarogno, CH-6574 Vira; Tel. 091/7 95 18 66, Fax 7 95 33 40, gambarogno@etlm.ch, www.gambarognoturismo.ch.

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