Möglichkeiten über dem Füssener Jöchl

Alle Bereiche vom einfachen Bergwanderweg über gesicherte Pfade bis zu einem richtigen, allerdings kurzen Klettersteig. (Autor: Dieter Seibert)
16 km
280 m
2.00 h
Schartschrofen (1968 m) ohne und mit Klettersteig.
Vom Füssener Jöchl wandern wir mit etwas Auf und Ab hinüber ins breite Reintalerjoch. Dort biegen wir nach rechts ab und gelangen durch die sehr steile Flanke der Läuferspitze auf einem etwas abschüssigen Steig in die Läuferspitzscharte vor dem Hallerschrofen. Von dort führt die Route in der rechten Gratflanke wieder mit Auf und Ab – diesmal durch dichte Latschenfelder – ins Hallergernjoch (1853 m). Meist durch Latschengassen, später über Matten kommen wir hinauf zum schmalen Gipfel des Schartschrofens. Es geht nun entweder auf der gleichen Route zurück oder weiter über den Friedberger Klettersteig (mittlere Schwierigkeiten): Die steile, aber gut gesicherte Route durch Rinnen und über Felsabsätze beginnt direkt am Gipfelkreuz und führt ziemlich gerade hinab in die Gelbe Scharte (1860 m). Von dort gibt es drei Möglichkeiten: a) Über den Klettersteig wieder auf den Schartschrofen (20 Min.) und auf dem Anstiegsweg zurück. b) Auf Steigen von der Gelben Scharte nach Osten hinab, unter der Ostwand des Schartschrofens hindurch und wieder empor ins Hallergernjoch. c) Von der Gelben Scharte in 1 Std. auf die Rote Flüh (2108 m, einige Felspassagen mit Sicherungen) und Abstieg am Gimpelhaus vorbei nach Nesselwängle (siehe Tour 25) und mit dem Bus nach Grän.
Die Läuferspitze (1956 m).
Kein anderer Berg eignet sich so perfekt, einmal die eigenen Fähigkeiten zu testen oder mit den Kindern einen ersten Ausflug ins Felsgelände – mit guten Sicherungen – zu unternehmen. Der formschöne Gipfel mit seinem festen, kantigen Fels ragt im Süden unmittelbar über dem Füssener Jöchl auf. Der Steig führt erst über die sehr steile, zerborstene Nordflanke, dann in schönem Gelände noch kurz über den Grat mit Drahtseilhilfe auf den Gipfel, den man nach 25 Min. erreicht (Trittsicherheit und Schwindelfreiheit nötig). Man kann die Läuferspitze aber auch beim Rückweg vom Schartschrofen »mitnehmen«: Von der Läuferspitzscharte geht es auf dem rechten (!) Pfad sehr steil durch eine Latschengasse in ein Minikar hinauf und auf den Ostgrat, wo man bald auch die übliche Route trifft (von der Scharte in 20 Min.).
Der Tannheimer Höhenweg.
Vom Füssener Jöchl steigen wir auf einem breiten Weg ein Stück empor und kommen dann in der linken Flanke zwischen Latschen in die Gratlücke (1910 m) westlich der Sefenspitze, deren 1948 m hohen, schmalen Gipfel man in 8 Min. besteigen kann. Von der Gratlücke geht es über die mit Felsen und Blöcken geschmückten Hänge hinab zur Seebenalm, dann längere Zeit quer durch die Hänge – teilweise zwischen Bäumen – bis zum Bergkamm. Diesseits bleibend wandern wir wieder etwas empor zur Bad Kissinger Hütte (1788 m) auf einem Felsvorsprung mit sehr schönem Blick. Von der Hütte geht es kurz wieder zurück, dann rechts auf einem breiten Weg meist durch Wald weit hinab und über zwei Bachläufe zu einer Geländeschulter am Waldrand. Durch ein Wiesental wandernd gelangt man dann an den Häusern von Lumberg vorbei zurück nach Grän.
Mit Familie und Kindern. Schon die Fahrt mit der Kleinkabinenseilbahn zum Füssener Jöchl macht Spaß. Dort oben bietet sich dann eine Fülle von Möglichkeiten. Am schnellsten erreicht man die wenig beachtete Sefenspitze (1948 m, 25 Min, erst die letzten Meter erfordern einige Vorsicht). Die Läuferspitze wurde ja schon als idealer »Testberg« vorgestellt. Sind die Kinder größer, eignet sich auch der Schartschrofen als Ziel.

Dauer: Gesamtgehzeit für den Schartschrofen 2 Std. Auf den Schartschrofen 1 1/4 Std. Rückweg 3/4 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour16 km
Höhenunterschied280 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktGrän (1138 m), größerer, lebhafter Ort im nordöstlichen Tannheimer Tal mit schöner Bergkulisse. Talstation (1203 m) oberhalb des Ortes.
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterBis in 1818 m Höhe wird der Bergwanderer – wie einst die Hunde zur Jagd – zu seinen Touren hinauf getragen, und zwar von der Kabinenbahn, die er in Grän bestiegen hat. Zwischen einem halben Dutzend Möglichkeiten der verschiedensten Art kann der Gast dort oben wählen. Sie haben alle eines gemeinsam: herrlich weite Ausblicke. Vier Gipfel und einen Höhenweg stellen wir Ihnen genauer vor. Ein weiteres Ziel wäre die Große Schlicke (2059 m, 1 1/2 Std.). Sehr beliebt ist auch eine »Tour verkehrt«; sie beginnt nämlich mit dem Abstieg, der Aufstieg folgt erst danach. Das Ziel heißt dabei Otto-Mayr-Hütte (1528 m, Zugang 45 Min., Rückweg 1 1/4 Std.), die genau der äußerst steilen, 600 m hohen Nordwand des Gimpels (2173 m) gegenüberliegt.
Beste Jahreszeit
KartentippFreytag & Berndt 1:50000, Blatt WK 352 Ehrwald, Lermoos–Reutte, Tannheimer Tal.
VerkehrsanbindungZufahrt von Pfronten durchs Engetal oder von der Allgäu-Autobahn (Ausfahrt Oy) an Wertach vorbei nach Oberjoch und durch das Tannheimer Tal nach Grän. Buslinien von Sonthofen und von Reutte.
GastronomieGaststätte an der Bergstation im Füssener Jöchl. Evtl. Bad Kissinger Hütte (1788 m), DAV, 65 Schlafplätze, Tel. 0043/676/3731166.
Höchster Punkt
Schartschrofen (1968 m) Läuferspitze (1956 m)
Unterkunft
Wie Einkehr.
Tourismusbüro
Infobüro Grän-Haldensee, Dorfstr. 1, A-6673 Grän-Haldensee, Tel. 0043/ 5675/6285, E-Mail: info@tannheimertal.com.
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