Mittagskogel (3159 m)

Relativ einfacher Aufstieg zum Gipfel, beim Abstieg jedoch anfangs äußerst steiles Gelände; trockene Verhältnisse und perfekte Trittsicherheit unbedingt nötig (Autor: Dieter Seibert)
Auf den Mittagskogel (1 Std.).
Mit der Standseilbahn zur Bergstation (2841 m). Gleich von der Terrasse auf einem Fußweg schräg durch die rostroten Trümmerfelder nördlich oberhalb des Gletscherrandes, dann um eine Geländeecke und nach kurzem, etwas steilerem Aufstieg in ein kleines Hochkar mit Schneefeldern. Flach nach Westen zum Grat des Mittagskogels (Wegverzweigung), der mit breiter Flanke über dem Kar aufragt. Abwechslungsreich meist über festes Blockwerk auf dem anfangs fast ebenen Kamm, dann an einem Felsaufschwung rechts vorbei, ziemlich steil wieder auf den Grat und noch ein gutes Stück bis zum Gipfelkreuz.
Abstieg auf der gleichen Route (40 Min.) oder Abstieg zu Fuß nach Mittelberg (2.30 Std.): Wieder hinab zur Wegverzweigung und auf dem rechten Pfad über eine kleine Erhebung an den Rand der Westflanke. Auf ungewöhnlich steilem Steiglein über die jähe Flanke hinab und anschließend über die Trümmerhalde zu einem kleinen Vorsprung (2620 m). Von dort nach Norden schräg über die Riesensteilhänge auf Gras und zwischen Blockwerk mit stets ganz freiem Blick weit hinab, bis man oberhalb von Mittelberg ist. Schließlich über die erst mit Alpenrosen, Heidelbeeren etc., dann mit lockerem Wald und Zirben bewachsenen Flanken hinunter zum Gasthaus. In drei Minuten hinüber zur Talstation.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour9 km
Höhenunterschied1770 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
StartortSt. Leonhard (1372 m), Zentrum der Pitztal-Gemeinde, auf schmalem, aber langgestreckten Talboden gelegen
AusgangspunktTalstation des »PitzExpress« (1725 m)
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterMit hohen, kilometerbreiten Felsflanken und -wänden verteidigt sich die kleine Berggruppe um die Brunnenkögel gegen die Täler im Norden und Westen. Völlig unnahbar sieht diese Bastion aus. Trotzdem tummeln sich dort oben an schönen Tagen Hunderte von Menschen. Hinter Mittags- und Grabkogel versteckt sich nämlich das Pitztaler Gletscherskigebiet. Die Lifte und Bahnen führen bis in 3440 m Höhe am Hinteren Brunnenkogel. Selbst vom Zubringer in das Land der Verheißung ist aus dem innersten Pitztal zwischen Mandarfen und Mittelberg nichts zu sehen, die Bahn fährt nämlich durch einen Tunnel zur Bergstation in 2841 Meter Höhe. Sie sorgt auch dafür, dass unser Mittagskogel zu den »schnellsten« Dreitausendern gehört. Gerade eine Stunde dauert es, bis man oben beim Kreuz auf dieser schön geformten Pyramide steht. Verblüffend, wie schnell sich dabei die Szenerie völlig ändert. Zuerst umgibt einen der Trubel der Bergbahngäste und eine durch Planierraupen veränderte Hochgebirgswelt, dann umfängt einen Ruhe und die Landschaft ist urwüchsig und unberührt. Apropos urwüchsig – die Flanke unter der Scharte, durch die der Abstieg nach Mittelberg führt, ist mehr als beeindruckend. Der von Felsen durchsetzte Riesenhang dort hinab mit seinem Sand und Geröll ist so steil, dass ein Erfahrener mit festen Bergstiefeln dort gerade noch absteigen kann. Wahrlich kein Weg für den Anfänger! Selbst der Zugang von der Bahn eignet sich nicht für Turnschuhe oder gar Sandalen. Der Weg ist steinig, bis in den Sommer hinein gibt es Schneeflecken, und der Gipfelgrat erfordert ein »munteres Turnen« über große Felsblöcke.
Hinweise
Siehe Tour 15 in Karte.
KartentippAV-Karte, Ötztaler Alpen, Blatt 30/6 (Wildspitze)
VerkehrsanbindungVon der Inntal-Autobahn bei Imst durch das gesamte Pitztal bis zum Ausgangspunkt bei Mittelberg
GastronomieKeine Möglichkeit, aber auch keine nötig
Höchster Punkt
Mittagskogel (3159 m)
Unterkunft
Keine Möglichkeit, aber auch keine nötig

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