Minneburg und Wolfsschlucht

Burgen und Schluchten am Neckar Außerhalb der beiden Schluchten, in denen Trittsicherheit erforderlich ist, fast durchgehend bequeme Forstwege. Wer abkürzen will, fährt von Zwingenberg mit der S-Bahn nach Neckargerach. (Autor: Bernhard Pollmann)
17 km
400 m
5.00 h
Minneburg Vom Bahnhof Neckargerach führt die Markierung »umgekehrtes T« in den Ortskern hinab und auf der Minneburgbrücke – die Ruine der Minneburg, des Wahrzeichens von Neckargerach, ist in Sicht – über den Neckar an den Rand des Ortsteils Guttenbach. Am Ende der Brücke kreuzt der mit dem Buchstaben »gelbes R« markierte Neckarrandweg, führt rechts hinab und dann links zu den Häusern der einstigen Ziegelhütte, die 1738 als Teil des Minneburger Hofguts errichtet wurde; die Arbeiter holten den Lehm, den der Neckar vor Millionen von Jahren in seinem alten Flussbett am Fuß des Mittelbergs (ein alter Umlaufberg) hinterlassen hatte, und verarbeiteten ihn zu Ziegeln. Auf einem für den Verkehr gesperrten Asphaltweg leitet der Randweg zwischen Blumenwiesen, Äckern und Obstbäumen aufwärts und tritt in die gras- und blumenreichen Wälder des Minnebergs, auf dem die sagenumwobene Minneburg thront. Tische und Bänke mit prächtiger Sicht auf Neckargerach und das Neckartal laden zur Rast. Errichtet wurde das Wahrzeichen von Neckargerach den Sagen zufolge zur Zeit der Kreuzzüge als Zeichen unsterblicher Liebe - Althochdeutsch »Minne« bedeutet »hohe Liebe«. Ältester Bauteil ist der Bergfried aus dem frühen 13. Jh. Der dreigeschossige Palas mit dem »Schneck« genannten Treppenturm und dem mächtigen Erker an der Giebelseite stammt aus dem 16. Jh., als die Minneburg während der Renaissance zu einem glanzvollen Lustschloss ausgebaut wurde. Nach der Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg aufgegeben. Zur Burg Zwingenberg Von der Minneburg führt der Neckarrandweg durch die Wälder des Schlossbergs, zwischen den Bäumen zeigen sich mehrfach das Neckartal sowie flussabwärts das nächste Ziel: Burg Zwingenberg. Zwischendurch lädt die Schutzhütte am erfrischenden Kellersbrunnen (300 m) zur Rast, nach Überschreiten der aussichtsreichen Förstel-Höhe (380 m) senkt sich der Weg zur Straße hinab. Hier übernimmt die Markierung »rotes X« die Routenführung und leitet durch den Steilhang der schluchtartig eingekerbten Finkendelle abwärts, schließlich rechts hinab zum Anleger der Zwingenberger Fähre. An schönen Wochenenden warten hier viele Neckartalradler auf die aussichtsreiche Überfahrt mit dieser kleinen Kettenfähre. Gegenüber liegt am rechten Neckarufer der S-Bahnhof Zwingenberg, bergseitig der Bahnlinie verläuft der Rhein-Neckar-Weg (rotes R): Links führt er zur Burg Zwingenberg. Die Burg wurde 1808 von Baden erworben und zum Jagdschloss aus- und umgebaut. 1918 war sie Schauplatz der Abdankung des letzten badischen Großherzogs, Friedrichs II., dessen Nachfahren sie bis heute besitzen. Wolfsschlucht Die wildromantische Wolfsschlucht oberhalb von Burg Zwingenberg ist neben der Margaretenschlucht die berühmteste Schlucht im Neckartal. Direkt oberhalb von Burg Zwingenberg durchschneidet sie auf einer Länge von etwa 800 m den Buntsandstein. Die von Wasserfällen und einem Wildbach durchrauschte Felsenklamm inspirierte den Komponisten Carl Maria von Weber und diente ihm als Vorlage für die Wolfsschlucht-Szene in seiner Oper »Der Freischütz«. Webers »Freischütz« gilt als die romantische deutsche Oper schlechthin und ist die Zwingenberger Hausoper: Im Rahmen der seit 1983 veranstalteten Zwingenberger Schlossfestspiele hat sie zahlreiche Inszenierungen im Schlosshof erlebt. Ein passagenweise drahtseilgesicherter Steig führt durch diese eindrucksvolle Schlucht, in der wie bei der Margaretenschlucht ein Warnschild darauf hinweist, dass sie nur »auf eigene Gefahr« begehbar ist. Trittsicherheit und feste Stiefel vorausgesetzt, bietet das Gelände keine Schwierigkeit. Am oberen Ausgang der Schlucht trifft man wieder auf den RheinNeckar-Weg: Er leitet durch bewaldete Talhänge zurück zum S-Bahnhof Neckargerach. Margaretenschlucht Vom S-Bahnhof Neckargerach führt der Rhein-Neckar-Weg im Steilhang hoch über dem Neckar Richtung Margaretenschlucht. Je mehr sich der grasige Weg der Schlucht nähert, desto schöner werden – zwischen Laubbäumen – die Tiefblicke ins Tal. Schließlich öffnet sich die wasserfalldurchbrauste Margaretenschlucht, eine Informationstafel weist auf geologische Besonderheiten hin und warnt vor Steinschlag. Auf einem drahtseilgesicherten Steig führt der Rhein-Neckar-Weg durch den Wasserfallbach am Fuß einer Felswand und wechselt dann in die Mathildenschlucht. Kurz vor dem Eintritt in die Mathildenschlucht zweigt links ein mit der Zahl »3« bezeichneter Steig ab und leitet in steilen Serpentinen, zuweilen unwegsam, an einigen Stellen sehr schmal, fast durchgehend drahtseilgesichert, in der Margaretenschlucht aufwärts, wobei er mehrmals den Wasserfallbach durchquert. Die Margaretenschlucht im Buntsandstein des Gickelbergs bei Neckargerach ist als geologisches Studienobjekt mit Aufschlüssen in verschiedenen Schichten des gebankten Buntsandsteins und als botanisches Schatzkästlein (Farne, Flatterulmen, Springschaumkraut) weithin bekannt. Ein drahtseilgesicherter Felssteig führt durch die steinschlaggefährdete Schlucht, in der der Flursbach in Kaskaden und Wasserfällen einen Hangriss überwindet. Der Reiz der Schlucht liegt in ihrer von der Felsformenvielfalt her ungeheuer reichen Kaskadentreppe, die umso schöner und wilder wird, je höher man steigt. Für die Mühe des unbequemen Aufstiegs entschädigen die malerischen Kaskaden, in denen der Bach 130 Höhenmeter überwindet: Er springt über Felswände und Stufen und durchrauscht zauberhafte Kleinstschluchten und winzige Täler. Die Margaretenschlucht ist »auf eigene Gefahr« (Warnschild) nur mit Trittsicherheit und festem Stiefelwerk begehbar.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour17 km
Höhenunterschied400 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
StartortNeckargerach (137 m), Erholungsort im Neckartal im Naturpark Neckartal-Odenwald. Wahrzeichen ist die Ruine der Minneburg; die Margaretenschlucht zählt zu den urtümlichsten Schluchten des Odenwalds.
AusgangspunktS-Bahnhof Neckargerach (150 m).
TourencharakterZu zwei der berühmtesten Burgen und in zwei der urtümlichsten Schluchten des Neckartals leitet diese idyllische Obstbaumwiesen-, Wald- und Talwanderung - Die Wolfsschlucht oberhalb von Burg Zwingenberg ist neben der Margaretenschlucht die berühmteste Schlucht im Neckartal, die Minneburg ist eine der eindrucksvollsten und aussichtsreichsten Burgruinen.
Beste Jahreszeit
KartentippFreizeitkarte 1 - 50000, Blatt 514 Mosbach Naturpark Neckartal-Odenwald Ostblatt (Landesvermessungsamt Baden-Württemberg), oder Wanderkarte 1:20000, Blatt 13 Neckartal-Odenwald (Hessisches Landesvermessungsamt).
VerkehrsanbindungNeckartalbahn (S-Bahn RheinNeckar) Heidelberg – Zwingenberg – Neckargerach – Mosbach. Mit dem Auto auf der A 5 Basel – Frankfurt am Main bis zum Kreuz Heidelberg, dann via Heidelberg und Eberbach auf der B 37 nach Neckargerach.
GastronomieNeckargerach.
Tourismusbüro
Gemeinde Neckargerach, Hauptstraße 25, 69437 Neckargerach, Tel. 06263/ 42010, Internet www.neckargerach.de.

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