Mehrtagestour über den Südwandsteig

Trittsicherheit erforderlich, beim Übergang zum Feldernjöchl auch Schwindelfreiheit (eine längere unangenehme Passage). Häufigeres Auf und Ab. (Autor: Heinrich Bauregger)
32 km
1929 m
9.00 h
Die Almhütten waren damals sehr einfach ausgestattet, wurden heute jedoch zum Teil gut ausgebaut, und einige verfügen sogar über Nachtlager für Bergwanderer – so die Hochfeldern-, die Wang- und die Rotmoosalm, die allesamt hoch über dem Talboden liegen. Das Steinerne Hüttl liegt ebenfalls auf der »Höhe«, ist aber zu klein fürs Nächtigen, doch sehr beliebt als Raststation.Acht Almhütten rechtfertigen also den Slogan »Almenparadies Gaistal« der Tourismuswerber. Die eben genannten Almhütten sind alle durch den sogenannten »Südsteig« miteinander verbunden. Er verdankt seine Existenz nicht einer tourismusfördernden Planung, sondern wurde als Verbindungsweg zwischen den Almen von Mensch und Almvieh hoch über der Baumgrenze »ausgetreten«. Wir neuzeitlichen Bergwanderer sind natürlich dankbar für diese Vor-arbeit, denn dieser Weg offeriert uns ein außergewöhnliches Berg-erlebnis mit fantastischen Ausblicken.Feldern-, Tillfuß- und Geißalm sowie die Hämmermoosalm hingegen liegen im Gaistal, das das Wettersteingebirge von den Mieminger Bergen trennt. In einer von ihnen, der Gaistalalm, können Wanderer auch Unterschlupf finden.Da dieses Gebiet keine ständigen Wohnsiedlungen aufweist, konnte sich das Wild ausbreiten – ein ideales Revier für Jäger. Nicht von ungefähr hat sich dort Ludwig Ganghofer, der ein passionierter Jäger war, lange Jahre ein Jagdhaus gepachtet.Von der Ehrwalder Alm zum Steinernen Hüttl Von der Berg-station der Bergbahn auf der Ehrwalder Alm folgen wir dem breiten Wanderweg hinauf zum Pestkreuz, zweigen dort links ab und steigen hinauf zur Hochfeldernalm. Von der Alm führt ein ausgeschilderter Steig (Mark.-Nr. 815) durch die freien Hänge der Gatterlköpfe empor zu einem Sattel. Unser Weg schwenkt nun nach Norden und steuert auf das Feldernjöchl (2045m) zu. Wir bleiben dort bei der Wegverzweigung rechts und steigen auf schmalem Steig hinauf in die Einsattelung zwischen Hochwannigkopf und Hohem Kamm. Die Landschaft wird nun wieder etwas grüner. Bald steigen wir jedoch über Serpentinen durch ein Kar ab und steuern direkt auf das bereits erkennbare Steinerne Hüttl zu, das sich in den Felsen versteckt.Vom Steinernen Hüttl zur Rotmoosalm Nach der Einkehr geht es hinab in einen Graben, jenseits wieder empor und über das Mitterjöchl hinüber in den Sattel nördlich des Predigtstuhls. Dort auf undeutlichem Steig in Kehren hinab zur Rotmoosalm, einer Übernachtungsmöglichkeit.Von der Rotmoosalm zur Wettersteinhütte Von der Alm steigen wir über freies Gelände in Serpentinen hinauf zum Rossbergsattel und weiter in leichtem Auf und Ab durch die weiten Kare des Hinterreintal- und des Oberreintalschrofens. Dort verzweigt sich unser Weg (Mark.-Nr. 817): Wir halten uns rechts und wandern am Klammbachgraben entlang hinab zur Wangalm. Hier auf dem Almweg hinunter in den Klammbachgraben und kurz ansteigend zur Wettersteinhütte.Von der Wettersteinhütte zur Hämmermoosalm Von der kleinen Unterkunftshütte folgen wir dem zu Beginn nur leicht fallenden Steig in Richtung Westen, wo dieser in den Wurzigen Steig übergeht. Der Weg macht seinem Namen alle Ehre, ist aber nicht schwierig zu begehen. Bald lockt uns auf der linken Seite ein Aussichtspunkt. Dann geht es in Serpentinen weiter hinab. Wir queren den Salzbach und treffen bald auf eine Almstraße, der wir bis zur Hämmermoos-alm folgen.Von der Hämmermoosalm zur Ehrwalder Alm Wir wandern zunächst auf dem breiten Weg hinab ins Gaistal und schlagen dort einen Haken nach rechts. Der breite Talweg (Mark.-Nr. 801A und 7) leitet uns nun entlang der Leutascher Ache durch das teilweise bewaldete Tal langsam ansteigend hinauf zur Ehrwalder Alm. Rechts bleiben Gaistal- und Tillfußalm liegen (die jedoch für eine Einkehr in Frage kommen). Der breite Talweg steigt allmählich stärker an, führt rechts am Igelsee vorbei und macht dann einen Schwenk nach rechts zur Ehrwalder Alm. Zwei Berggasthäuser erwarten dort noch unsere Einkehr, bevor wir zu Tal schweben dürfen.GipfelabstecherPredigtstuhl, 2234m: Felsige Erhebung des Rückens, der vom Hochwanner in Richtung Süden zieht. Großartiger Tiefblick ins Geißtal. – Von der Rotmoosalm (bzw. von der Höhenroute) wandern wir auf markiertem Weg hinauf zum Sattel zwischen Predigtstuhl und Hochwanner. Dort wenden wir uns links und wandern auf den felsigen Nordgrat des Predigtstuhls zu. Wir halten uns links des Grats, folgen dem markierten Steig durch eine Felsrinne und gelangen so auf den aussichtsreichen Gipfel mit Kreuz.

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GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour32 km
Höhenunterschied1929 m
Dauer9.00 h
AusgangspunktEhrwald (994m)
EndpunktEhrwald (994m)
TourencharakterDie sonnige Südseite des Wettersteins ist von alters her ein bevorzugtes Weidegebiet der Tiroler Bauern. Die Bergweiden reichen hoch hinauf, bis an die Kare unter den steil abfallenden Bergspitzen.
Hinweise
Varianten: Abstieg vom Steinernen Hüttl zur Tillfußalm: Von dieser urigen Einkehr führt ein guter Steig (Mark.-Nr. 816) zuerst in steilen Serpentinen zu einem Bacheinschnitt, dann über diesen hinweg in die Nähe des Kothbachs, quert erneut den weiter oben bereits überschrittenen Bachgraben und führt durch Wald – zuletzt über zahlreiche Serpentinen – hinab zur Tillfußalm. Von dort weiter hinunter zum Talweg. Abstieg von der Rotmoos- alm ins Gaistal: Ein Almfahrweg führt von der Rotmoosalm zuerst in zahlreichen Kehren, dann in einer langen Querung durch die Südflanke des Predigtstuhls hinab zur Gaistalalm und trifft unterhalb davon auf den Talweg. Unterhalb der letzten Kehre zweigt links ein Steig ab, der uns in kurzen Serpentinen zum Leitenbach bringt. Kurz an diesem entlang, dann über ihn hinweg zu einem Almfahrweg, der ebenfalls – diesmal in östlicher Richtung – hinab zum Talweg führt. Direkter Anstieg zum Pestkreuz: Auf unserem Rückweg zur Ehrwalder Alm können wir den direkten Weg über die Feldernalm nehmen; er zweigt vom Talweg ab und führt in steilen Kehren durch Wald hinauf.
KartentippTopografische Karte (LVG) 1:50000, Werdenfelser Land
VerkehrsanbindungAuto: Auf der Garmischer Autobahn (A95) bis zu deren Ende und auf der B2 weiter nach Garmisch und über Griesen nach Ehrwald in Tirol; dann der Ausschilderung zur Ehr- walder-Alm-Bahn folgen. Dort großer Parkplatz. n Bahn/Bus: Mit der Deutschen Bahn nach Garmisch-Partenkirchen; dort um- steigen in die Außerfernbahn und weiter zum Haltepunkt Ehrwald-Zugspitze; von dort gibt es einen Bus bis zur Talstation der Ehrwalder-Alm-Bahn.
GastronomieEhrwalder Alm (1502m), Berggasthaus, privat, be- wirtschaftet von Ende Mai bis Mitte Okt., 38 Betten, Tel. 0043/(0)5673/2534 n Berggasthof Alpenglühn (1540m), privat, bewirtschaftet von Mitte Juli bis Mitte Okt., Tel. 0043/ (0)5673/2349 n Hochfeldernalm (1732m), privat, bewirtschaftet von Ende Mai bis Mitte Okt., 8 Betten, Tel. 0043/(0)699/12360458 n Steinernes Hüttl (1925m), privat, bewirtschaftet von Mitte Mai bis Mitte Okt., Tel. 0043/(0)676/6306470 n Rotmoosalm (1834m), privat, bewirtschaftet von Juni bis Anfang Okt., einige Lager für Übernachtung, Tel. 0043/(0)664/4226149 n Wangalm (1753m), privat, bewirtschaftet von Mitte Juni bis Anfang Okt., 44 Lager, Tel. 0043/(0)664/ 3330611 n Wettersteinhütte (1700m), privat, bewirtschaftet von Pfingsten bis Mitte Okt., 30 Lager, Tel. 0043/(0)5214/6688 n Hämmermoosalm (1400m), privat, während der Weidesaison bewirtschaftet n Gaistalalm (1350m), privat, bewirtschaftet von Mitte Mai bis Mitte Okt. und von Weihnachten bis Ostern, 15 Betten, Tel. 0043/(0)5214/5190 n Tillfußalm (1382m), privat, bewirtschaftet von Ende Mai bis Mitte Okt., Tel. 0043/(0)5214/6297 n Feldernalm (1518m), während der Weidesaison bewirtschaftet
Tipps
Oberhalb der Tillfußalm im Gaisbachtal liegt das ehemalige Jagdhaus Hubertus von Ludwig Ganghofer (1855–1920), einem der populärsten deutschsprachigen Schriftsteller seiner Zeit. Nahezu zwanzig Jahre seines Lebens verbrachte er dort und verfasste eines seiner bekanntesten Werke: »Das Schweigen im Walde«.
Informationen
Gehzeiten: Von Ehrwald zum Steinernen Hüttl 2Std., von dort zur Rotmoosalm 1Std., von der Alm zur Wettersteinhütte 2.30Std., weiter zur Hämmermoosalm 1Std., von dort zurück zur Ehrwalder Alm 2.30Std.; insgesamt 9Std
Unterkunft
Ehrwalder Alm (1502m), Berggasthaus, privat, be- wirtschaftet von Ende Mai bis Mitte Okt., 38 Betten, Tel. 0043/(0)5673/2534 n Berggasthof Alpenglühn (1540m), privat, bewirtschaftet von Mitte Juli bis Mitte Okt., Tel. 0043/ (0)5673/2349 n Hochfeldernalm (1732m), privat, bewirtschaftet von Ende Mai bis Mitte Okt., 8 Betten, Tel. 0043/(0)699/12360458 n Steinernes Hüttl (1925m), privat, bewirtschaftet von Mitte Mai bis Mitte Okt., Tel. 0043/(0)676/6306470 n Rotmoosalm (1834m), privat, bewirtschaftet von Juni bis Anfang Okt., einige Lager für Übernachtung, Tel. 0043/(0)664/4226149 n Wangalm (1753m), privat, bewirtschaftet von Mitte Juni bis Anfang Okt., 44 Lager, Tel. 0043/(0)664/ 3330611 n Wettersteinhütte (1700m), privat, bewirtschaftet von Pfingsten bis Mitte Okt., 30 Lager, Tel. 0043/(0)5214/6688 n Hämmermoosalm (1400m), privat, während der Weidesaison bewirtschaftet n Gaistalalm (1350m), privat, bewirtschaftet von Mitte Mai bis Mitte Okt. und von Weihnachten bis Ostern, 15 Betten, Tel. 0043/(0)5214/5190 n Tillfußalm (1382m), privat, bewirtschaftet von Ende Mai bis Mitte Okt., Tel. 0043/(0)5214/6297 n Feldernalm (1518m), während der Weidesaison bewirtschaftet

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