Matrashaus

Das Matrashaus, direkt auf dem Gipfel des Hochkönigs erbaut, ist mit 2941 Metern Höhe das am zweithöchsten – nach dem Münchner Haus auf der Zugspitze – gelegene Berghaus in den bayerischen Hausbergen. (Autor: Heinrich Bauregger)
2 km
1580 m
5.00 h
1 Vom Arthurhaus Ein breiter Wanderweg führt uns zunächst hinauf zur Mitterfeldalm. Dort folgen wir links dem ausgeschilderten Hüttenweg zum Matrashaus (Mark.-Nr. 430), der bis zum Unteren Ochsenkar leicht ansteigt. Diesen umgehen wir rechts. Auf seiner Nordseite windet sich der Pfad dann zur beeindruckenden Torsäule hinauf, die wir linksseitig umgehen. Bald erreichen wir den Kessel des Oberen Ochsenkares und steigen auf steinigem Weg hinauf zur Schrammbachscharte, die in Höhe des Kleinen Bratschenkopfes den Übergang zum Firnfeld der Übergossenen Alm vermittelt. Über einige steile Wegpassagen gelangen wir zum Saum des flachen, spaltenlosen Gletschers. Wir folgen den Wegspuren über den Gletscher – bei Nebel orientieren wir uns an den aufgestellten Wegstangen – und erreichen schließlich das durch Felskuppen gegliederte Plateau. Über das Plateau gelangen wir zum Gipfelaufbau des Hochkönigs. Dieses felsige Hindernis wird nun mittels einer Steiganlage aus Eisenbügeln, Holzleiter und Eisenkette überwunden. 2 Durch das Birgkar Vom Birgkarhaus führt ein Wanderweg über die Stegmoosalm und ein serpentinenreicher, etwas mühsamer Steig hinauf ins Birgkar (Mark.-Nr. 436/433). Dort geht es weiter wie auf Hüttenweg 3. 3 Verbindung Arthurhaus – Kopphütte – Birgkarhaus Ein nahezu eben verlaufender Wanderweg (Mark.-Nr. 436) unterhalb der Felswände der Mandlwand und entlang der Bratschenköpfe verbindet das Arthurhaus über die Widersbergalm mit dem Birgkarhaus. 4 Über die Erichhütte Vom Dientner Sattel (1342 m) führt ein Fahrweg in etwa einer halben Stunde hinauf zur Erichhütte, die am Südwestfuß der Taghaube liegt. Von dort geht es zunächst auf Wanderweg (Mark.-Nr. 432) über Bergwiesen rechts haltend in Richtung Taghaube. Nach ungefähr einer halben Stunde Gehzeit zweigt links der Steig zur Hochscharte ab, die wir nach etwa einer Stunde erreichen. Jenseits geht es dann durch eine steile Rinne (Achtung: hier gibt es häufig Altschneereste!) mit Hilfe von Seilsicherungen ins Birgkar hinab. Anschließend gehen wir weiter über Schneefelder zum Beginn der Felsen. Wir steigen über steiles, zum Teil plattiges Felsgelände in Kehren empor, wobei uns stellenweise Drahtseilsicherungen unterstützen.Rechts haltend steigen wir an den Hohen Köpfen und unter dem Kummetstein vorbei – zuletzt über einen schottrigen Steig, der zum Teil mit Schneefeldern durchsetzt ist (Achtung: hier besteht die Gefahr von Vereisung!) – in zahlreichen Serpentinen hinauf zum so genannten Fensterl, das den Durchgang zur Übergossenen Alm auf der Nordseite der Felsenmauer ermöglicht. Dort wandern wir rechts an den Schneewechten entlang bis zu deren Ende, dann noch mal rechts auf den Gipfelfelsen hoch und weiter zum Matrashaus. 5 Aus dem Blühnbachtal Für den Weg aus dem Blühnbachtal siehe die Route 2 von Tour 4.

Hütte

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour2 km
Höhenunterschied1580 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
TourencharakterDas Matrashaus, direkt auf dem Gipfel des Hochkönigs erbaut, ist mit 2941 Metern Höhe das am zweithöchsten – nach dem Münchner Haus auf der Zugspitze – gelegene Berghaus in den bayerischen Hausbergen. Im Jahre 1897 errichtete der Österreichische Touristenklub auf dem Hochkönig das erste Gipfelhaus (ursprünglich wurde es Hochkönighaus genannt), das vom damaligen Thronfolger Franz Ferdinand heftig bekämpft wurde, da es in seinem Jagdgebiet lag und er eine Störung des Wilds durch die Bergwanderer befürchtete. Franz-Eduard Matras verhinderte die Abtragung des Baus. Nachdem das Haus 1982 abgebrannt war, errichtete man einen neuen Bau mit achteckigem Grundriss.
Hinweise
Dauer: Hütte Zeit Vom Arthurhaus: 5 Std.; durch das Birgkar 5 Std.; über die Erichhütte 5 1/2 Std.; Verbindungsweg Arthurhaus – Birgkarhaus: 3 Std. Schwierigkeit Der Normalanstieg vom Arthurhaus erfolgt auf langem, aber gut markiertem Bergwanderweg; das letzte Stück über den flachen, spaltenlosen Gletscher ist mit Stangen markiert; am Gipfelaufbau kurze Steiganlage. Der Anstieg über die Erichhütte und durch das Birgkar ist nur geübten Bergwanderern anzuraten, teilweise Seilsicherungen; im Frühjahr steile Altschneefelder (evtl. Pickel und Steigeisen erforderlich). Der Verbindungsweg zwischen Arthurhaus und Birgkarhaus ist gut markiert und leicht. Gipfel Zeit Vom Matrashaus: 2 Std., Abstieg zur Hütte: 1 1/2 Std.; insgesamt: 3 1/2 Std. Schwierigkeit Bergsteig, am Gipfel gesicherte Klettersteiganlage. Nur für Geübte. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit unbedingt erforderlich.
KartentippTopogr. Karte 1 : 50 000 Berchtesgadener Alpen (LVG).
Informationen
Der Hüttengipfel Hochseiler, 2793 m: Neben dem Hochkönig ist der Hochseiler der gewaltigste Felsstock. Doch dieser Gipfel hat neben seiner großen Höhe noch eine weitere Attraktion zu bieten: die so genannten Teufelslöcher nämlich, zwei riesige Felsenfenster, die den beeindruckenden Durchstieg (von Hinterthal aus) zur Übergossenen Alm und damit zum Hochkönig vermitteln. Von dieser Seite führt auch ein bereits 1903 vom Österreichischen Touristenklub eingerichteter Klettersteig auf den Hochseiler. Eine Überschreitung dieses Gipfels ist allerdings nur alpin erfahrenen Bergsteigern zu empfehlen, denn der Mooshammersteig hinab zur Torscharte ist ungesichert und kann manchmal auch vereist sein. Die Teufelslöcher erreicht man vom Matrashaus am einfachsten, indem man auf der Westseite der Gipfelfelsen zum Gletscher absteigt und dann in etwa einer halben Stunde am oberen Firnfeldrand zum Fuß des Hochseilers wandert (Mark.-Nr. 401).
Höchster Punkt
Matrashaus, 2941 m; Hochseiler, 2793 m.
Unterkunft
Matrashaus, 2941 m (ÖTK-Haus, von Mitte Juni bis Mitte Oktober und von März bis Juni an Wochenenden bei Schönwetter bewirtschaftet, in den Osterferien durchgehend, 16 Betten, 92 Lager; Winterraum offen, 8 Lager, jedoch keine Heiz- oder Kochmöglichkeit; Tel. 0043/6467/7566).

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