Massaweg

Nahezu horizontal verlaufender, wenig anstrengender Weg, der viel Abwechslung bietet. Ausdauernde Geher können die Wanderung von Ried-Mörel fortsetzen über Greich, Goppisberg, Betten und Martisberg nach Fiesch. (Autor: Rose Marie und Gerhard Bleyer)
8 km
120 m
3.00 h
Die Wanderung -  Von der Busstation in Blatten auf markierter Route zunächst 100 Meter aufsteigen zur Werkstraße der Electra Massa. Bei Punkt 1438 entweder direkt hinab zur Gebidumbrücke (und hier die Massaschlucht zur Fortsetzung des Massaweges queren) oder auf der geradeaus verlaufenden Straße einen Abstecher zum Gebidum Stausee machen. Eine geschlossene Stahltreppe führt auf die 120 Meter hohe Staumauer und wir genießen die großartige Aussicht über den See und in die tiefe Schlucht der Massa. Der Stausee (1436 m) wird in den Monaten Mai bis Ende September von der Schnee- und Gletscher-schmelze gespeist. Die Bauzeit betrug 5 Jahre. 1969 wurde das Be-cken erstmals gefüllt (Fassungsvermögen 8,5 Mio. cbm). Das Wasser treibt 750 Meter tiefer in der Zentrale Bitsch die Turbinen an. Die Gemeinden Bitsch, Naters und Ried-Mörel erhalten für ihre an die Electra Massa abgetretenen Wasserrechte jährlich eine Vergütung von 2 Millionen Franken an Wasserzinsen. Nach Ablauf der Konzession im Jahre 2048 fällt die Anlage kostenlos an die drei Gemeinden zurück. Nach Überschreiten der 320 Meter langen Krone der bogenförmigen Staumauer geht es zum Wanderweg, der sich zur Gebidumbrücke (1335 m) und zum Massaweg hinabzieht. Über Graag gelangen wir zur Riederi und folgen jetzt ihrer Trasse auf dem neu angelegten, aus dem Fels gesprengten luftigen Weg hoch über der Massaschlucht leicht abwärts. Die steilste Felswand, um die in schwindelerregender Höhe sechs lange Kännel führten, überwinden wir durch einen kurzen Tunnel und stehen unerwartet vor einem kleinen Bildstock zur Erinnerung an einen 1927 Verunglückten. Dort, wo die Route im Tunnel verläuft, sind außen an der Felswand sechs Bretterkännel verlegt, um dem Wanderer zu zeigen, mit welchem Risiko die Sander einst arbeiten mussten. An einer anderen Stelle baute man die Stützmauern wieder auf. Die Wiesenhänge von Ried werden noch heute durch die Riederi bewässert. Wer sich auf den Spuren der alten Wasserleite bewegt, kann sich zugleich des eindrucksvollen Panoramas über dem Rhonetal erfreuen – hell leuchten die von der Sonne angestrahlten Walliser Firngipfel. Nach 3 Stunden leichten Wanderns auf dem schönsten Teil des Massaweges erreichen wir Ried-Mörel. Rückfahrt: von Ried-Mörel per Seilbahn nach Mörel, weiter mit der Matterhorn Gotthard Bahn oder per Bus nach Brig. Tour-Ausgangsort gut erreichbar mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Höhenweg Wanderung

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied120 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBlatten (1327 m) im Rhonetal. Postbahnhof.
TourencharakterDer nach aufwändigen Arbeiten im Juni 1996 eingeweihte Massaweg folgt dem Kulturweg der alten bäuerlichen Wasserleitung oberhalb der Massaschlucht und stellt die Verbindung her zwischen dem Höhenweg »Lötschberg Südrampe« (Tour 32) und dem Gommer Höhenweg (Tour 40). Ausgangspunkt des Weges ist Blatten. Früher lebten die Menschen nur während der Sommermonate hier oben; jedoch entwickelte sich der zur Gemeinde Naters gehörende Weiler mit dem Tourismus zu einem ansehnlichen Dorf, das heute ganzjährig bewohnt ist. Noch Anfang des 20. Jahrhunderts brachten die Leute ihr Korn zur Wassermühle in Blatten. Der Gemeinschaftsbackofen wurde bis in die fünfziger Jahre genutzt. Die beiden erhaltenen Baulichkeiten können auf Anfrage besichtigt werden. Der Massa-Wanderweg folgt einer der ältesten Suonen im Aletschgebiet, der 1385 erstmals erwähnten Riederi, die noch bis in die 1930er Jahre in Betrieb war (zum Thema Suonen s.a. Tour 33). Neben der Wasserleitung verlief zu ihrer Wartung ein Fußweg. Über kilometerlange Leitungen gelangte das Schmelzwasser des Grossen Aletschgletschers auf die Felder der Südhänge, je nach Beschaffenheit des Geländes durch Wassergräben. Wo dies nicht möglich war, führte man das Wasser durch Holz-kännel – mit der Hohlaxt zu Rinnen ausgehöhlte Holzstämme, deren Transport allerdings äußerst schwierig war. Daher ging man später zu Känneln über, die erst vor Ort aus drei Brettern hergestellt wurden. Das zeitaufwändige und mühsame Sägen der Bretter erfolgte im Winter mit der Spaltsaga, die von mindestens zwei oder drei Männern gezogen werden musste. Wir können uns ihre Funktion vorstellen wie bei einer von Menschen gezogenen vertikalen Gattersäge mit einem Sägeblatt. Die Kännel ruhten auf Trockenmauern. Ein Teil dieser Mauern ist heute noch erhalten. Musste die Wasserfuhre an Felswänden verlegt werden, meißelte man Löcher in den Fels, schlug Kanthölzer hinein und be-festigte die Kännel darauf. Häufig war die Leitung auch mit Hammer, Meißel und Pickel direkt in den Fels zu schlagen. In gefährlichen Fels-partien schützte man die Leitung durch Baumstämme vor Steinschlag und Lawinen. Dennoch wurden oft Leitungen zerstört. Beim Bau sowie bei Reparaturarbeiten in ausgesetzten Passagen stürzte manch mutiger Mann über die Felswand in den Tod. Die Leitungen waren natürlich zu unterhalten. Diese oft gefährliche und harte Arbeit über-nahm ein Mann des Dorfes, der Wasserwart. Sie nannten ihn den Sander. Der Name rührte von seiner Tätigkeit her, den feinen Gletschersand, der sich in den Leitungen ablagerte, zu entfernen. Das brauchte viel Zeit. Um sich die Überwachung zu erleichtern, setzten die Sander ein Schaufelrad in den Wasserlauf. Das Rad setzte einen Hammer in Bewegung, der auf ein Brett schlug. Das Hämmern war weit zu hören – verstummte es, dann beeilte sich der Hüter, zur Stelle der Störung zu kommen und sie schnell zu beseitigen. Falls ihm das nicht möglich war, alarmierte der Sander das Dorf. Dauer - gesamt 3 Std. (bis Fiesch ca. 4 Std. mehr); Blatten – Stausee Gebidum 3/4 Std.; Stausee – Ried – Mörel 21/4 Std. Höhenunterschied: ? 120 m, ? 250 m (bis Fiesch ? 150 m und ? 300 m mehr); Blatten – Stausee Gebidum ? 120 m; Stausee – Ried-Mörel ? 250 m.
Beste Jahreszeit
KartentippSAW-Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 264 T (Jungfrau; mit eingezeichneten Routen).
VerkehrsanbindungVon Brig mit dem Postbus nach Blatten.
Gastronomie(vor/nach der Wanderung) - Blatten, Ried, Mörel. Bei weiteren Tourenvorschlägen: Fußhornbiwak (in 2800 m Höhe, östl. unterhalb P. 3098 am Südende des Fußhorngrates 1996 erbaut vom Bergführerverein Belalp), unbewartet, jedoch Bettwäsche sowie Gas zum Kochen vorrätig,12 Lager. Belalp.
Unterkunft
(vor/nach der Wanderung) - Blatten, Ried, Mörel. Bei weiteren Tourenvorschlägen: Fußhornbiwak (in 2800 m Höhe, östl. unterhalb P. 3098 am Südende des Fußhorngrates 1996 erbaut vom Bergführerverein Belalp), unbewartet, jedoch Bettwäsche sowie Gas zum Kochen vorrätig,12 Lager. Belalp.
Tourismusbüro
Mörel (759 m). Seilbahnen: Riederalp und Tunetsch. Verkehrsbüro: CH-3983 Mörel, Tel. 027/9286020, Fiesch (1050 m). Seilbahn nach Kühboden-Eggishorn; Bergsteigerschule. Fiesch-Fieschertal Tourismus: CH-3984 Fiesch, Tel. 027/9706070, Internet: www.fiesch.ch.; Brig Tourismus (681 m). Sehenswert der Stockalperpalast. Verkehrsverein Brig am Simplon: Postfach 688, CH-3900 Brig, Tel. 027/9216030, Internet: www.brig-tourismus.ch. Naters (680 m) mit schönem alten Dorfkern. Busverbindung von Brig über Naters nach Blatten (1327 m); von hier Seilbahn zur Belalp; Alpin Center Belalp: CH-3914 Blatten-Belalp, Tel. 027/9216045, Internet: www.alpincenterbelalp.ch. Brig-Belalp Tourismus: CH-3900 Brig, Tel. 027/9216030. Internet: www.brig.ch. Info-Büro Blatten: Tel. 027/9216040, Internet: www.belalp.ch.

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Caroline Fink, Rose Marie und Gerhard Bleyer

Höhenwege im Wallis

Die 40 prächtigsten Panoramawanderungen, Hüttenwege sowie leichte 4000er im Schweizer Kanton Wallis.

Jetzt bestellen
Mehr zum Thema