Marzellkamm (3147 m)

Kleine Bergwege bis in große Höhe, doch keine anspruchsvollen Stellen (Autor: Dieter Seibert)
22 km
1890 m
8.00 h
Zur Martin-Busch-Hütte (2.30 Std.).
Vom Venter Parkplatz durch den Ort, nach links über die Brücke, danach rechts und über eine weitere Brücke (Spiegelache). Nun im freien Gelände nach Süden über eine Stufe empor, dann immer auf dem Jeepsträßchen rechts hoch über dem Bach in stets freiem Gelände weit talein zur Hütte auf einem kleinen Boden.
Auf den Marzellkamm (2.15 Std.).
Von der Hütte auf dem unteren Weg ein paar Minuten talein, dann links auf einer Brücke über den Niederjochbach und gegenüber durch die Hänge schräg empor. Auf Gras und zwischen Gletscherschliffen um den steilen Geländerücken herum, bis man oberhalb der Zunge des Marzellferners ist. Wegverzweigung. Auf dem oberen Steig über Grashänge hinauf zum Kamm. Auf dem anfangs ganz breiten Rücken mit herrlichen Ausblicken, dann auf einem Grat, schließlich links in der steinigen Flanke mit Tiefblick mitten in die Eisbrüche. Dann auf Blockwerk zum höchsten Punkt des Marzellkamms, von dem es nur wenig hinabgeht zum Beginn des Niederjochferners. Achtung – dieser Gletscher mit seiner meist dicken Spur schaut so sanft und harmlos aus; man darf ihn trotzdem nur mit der entsprechenden Ausrüstung und dem nötigen Wissen begehen – und zwar am Seil.
Abstieg (3.30 Std.) auf der gleichen Route. Achtung: Niemand sollte sich zu Varianten oder Abkürzern verführen lassen, das Gelände bricht früher oder später nach unten steil ab.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour22 km
Höhenunterschied1890 m
Dauer8.00 h
Schwierigkeit
StartortVent (1895 m), sehr bekannter, klassischer Bergsteiger- ort mit ungewöhnlich vielen Tourenmöglichkeiten im innersten Ötztal
AusgangspunktParkplatz vor dem Ort
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterDer Marzellkamm bildet einen gut zwei Kilometer langen Rücken, der die Täler und Gletscher von Marzell und Niederjoch trennt. Das Südende des Kammes bildet einen runden Kopf aus; das ist unser 3147 Meter hohes Ziel. Der folgende Sattel liegt nur 50 Meter tiefer, dort beginnen die sehr weiten, scheinbar ganz sanften Firnflächen des Niederjochferners. Das Steiglein über den Marzellkamm wurde einst nicht für Bergwanderer angelegt, sondern für die Alpinisten, die über diesen Gletscher zum stets sehr beliebten und begehrten Similaun (3599 m) hinaufstapfen wollen. Sicher stellt dieser Gipfel nur eine unscheinbare Kuppe dar, und trotzdem gibt es in unseren Bergen nur wenige Aussichtslogen mit so eindrucksvollen Ausblicken, ja, schon beim Aufstieg begeistern die faszinierendsten Bilder. So ist man ständig etwa 300 Meter oberhalb eines besonders sehenswerten Gletschers unterwegs, ist ihm also so nahe, dass man alle Details bewundern kann. Der Marzellferner bietet wie ein Schaustück alles Typische - große Moränen, ein Toteisfeld, die schön ausgeprägte Gletscherzunge und wilde Eisbrüche und Spaltenzonen, in die man wie aus einer Loge schräg von oben schaut. Und dann ragen noch unmittelbar vor dem Wanderer die großen Gipfel wie die Hintere Schwärze (3628 m) und die Marzellspitzen auf, die alle mit Eisflanken und Firnrinnen geschmückt sind. Ein Fleißiger mag zudem einmal zählen, wie viele Dreitausender man von unserem Ziel aus sehen kann.
Hinweise
Siehe Tour 23 in Karte.
KartentippAV-Karte, Ötztaler Alpen, Blatt 30/1 (Gurgl)
VerkehrsanbindungDurch das gesamte Ötztal nach Zwieselstein, dort rechts ab und auf guter Straße noch 13 km nach Vent
Höchster Punkt
Marzellkamm (3147 m)
Unterkunft
Martin-Busch-Hütte (2501 m), DAV, 120 Schlafplätze, Tel. (im Tal) - 05254/8130

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