Martin-Busch-Hütte

Der Aufstieg von Vent durch das Niedertal zur Martin-Busch-Hütte ist mit gut 7 km ziemlich lang, etwas monoton, aber nicht schwierig.
Bitte beachten: Die angegebene Km-Distanz bezieht sich auf den GPS-Track, bei dem auch der Gipfelzustieg inclusive ist. Netto-Km-Distanz zur Hütte + retour: 14 Km. (Autor: Siegfried Garnweidner)
19 km
600 m
3.00 h
Hüttenzustieg.
Der Hüttenzugang ist schnell beschrieben, denn er führt am schmalen Hüttenversorgungssträßchen durch das Niedertal hinauf. Anfangs ist er nicht besonders steil, erst ab der Schäferhütte (2230 m) schwingt er sich aber doch noch deutlich auf. Grundsätzlich ist dieser Aufstieg nicht sehr aufregend. Doch wenn in den Steilhängen östlich der Route Schnee liegt, herrscht hier bei starker Sonneneinstrahlung große Lawinengefahr.
Auf die Kreuzspitze.
Viele der schneidigen Hochtouren sind oben kurz erwähnt. Aber es gibt auch Wanderziele von der Hütte aus, die zwar ebenfalls weit über die 3000-Meter-Marke hinausführen, jedoch ohne Gletscherberührung mit normaler Wanderausrüstung zu schaffen sind. Zu diesen aussichtsreichen Gipfeln gehört die Kreuzspitze, die mit 3455 Metern Höhe ein recht stattliches Ziel abgibt. Die Schwierigkeiten sind bei geringer Schneelage nicht hoch, doch sollte man vorsichtshalber Grödl (Leichtsteigeisen) und ein paar Stöcke mitnehmen. An die dünne Luft dort oben muss man natürlich gewöhnt sein, sonst reicht bei dem zu überwindenden Höhenunterschied von gut 950 Metern der Atem am Ende nicht mehr. Wer fit ist, müsste den Aufstieg in 2 1/2 bis 3 Stunden und den Abstieg zur Hütte in 1 3/4 Stunden schaffen.
Der Anstieg führt direkt vom Unterkunftshaus nach Nordwesten hinauf und an der Ruine der alten Samoarhütte vorbei. In vielen Kehren geht es den ausgetretenen Pfad entlang zur Steilstufe »Auf den Sömen«. Bei 2900 Metern Höhe flacht das Gelände ab. Der markierte Bergweg führt an der verfallenen Brizzihütte, dem Samoar See – auch Brizzi See genannt – vorbei und wird wieder deutlich steiler. Über grobes, dunkles Blockwerk muss man anschließend zu einer Firnschneide (eventuell Steigeisen anlegen) und auf den oft zugeschneiten, steilen Gipfelgrat. Man folgt dem Gratverlauf bis zum höchsten Punkt. Der Abstieg zur Hütte verläuft entlang der Aufstiegsroute.

Dauer: Auf: 2 Std. Ab: 1 1/2 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour19 km
Höhenunterschied600 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktVent (1895 m)
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterDie Martin-Busch-Hütte, ein stattliches Berghaus, ist Ausgangspunkt für eine ganze Reihe schneidiger Hochtouren. Viele davon verlaufen über spaltengefährdete Gletscher und verlangen neben einer soliden Ausrüstung auch versierte Alpinisten, die mit den Gefahren und Risiken im Hochgebirge fertig werden. Vom Alpenvereinshaus werden so namhafte Berge wie Similaun, Hintere Schwärze, Fineilspitze, Hauslabkogel und Schalfkogel als Tagestouren erreicht. Aber auch als Stützpunkt bei Durchquerungen hat sich die Hütte einen Namen gemacht. Die Nachbarhütten sind die bekannten Stützpunkte Hochjochhospiz, Hochwildehaus, Ramolhaus und Similaunhütte. Und man ist hier auch gar nicht weit weg vom Ötzi-Fundort in der Nähe des Hauslabjoches.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Wanderkarte 1:50000, Blatt 43 (Ötztaler Alpen)
VerkehrsanbindungDurch das Ötztal bis Zwieselstein, dort ins Venter Tal abbiegen und zum Talschluss
Tipps
Gletschermarsch der Schafe. Es ist so viel über ihn berichtet worden, dass der Schafauftrieb aus dem italienischen Schnalstal über den Niederferner inzwischen zu einer wahren Touristenattraktion geworden ist. Jedes Jahr im Juni werden aufgrund alter Weiderechte die Schafe von der Südseite, also aus dem Südtirolerischen, herauf über den Niederferner in ihre österreichischen Weidegründe getrieben. Das ist eigentlich eine wenig spektakuläre Angelegenheit, aber man kann ja schließlich aus allem eine Sensation machen …
Informationen
Hüttensteckbrief. Höhe: 2501 m, Erbaut: 1938–1952, DAV-Sektion Berlin, Bewirtschaftet: von Ende Juni bis Ende September (von Mitte März bis Mitte Mai ist die Hütte für Skitourengeher offen), 49 Betten, 72 Lager, offener Winterraum (15 Schlafplätze), Telefon: +43(0)5254/8130, www.hotel-vent.com.
Tourismusbüro
Vent, Tel.: +43(0)5254/8193; www.tirol.at/vent

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