Mariengrotten und eine alte Mühle

Einfache Wanderung auf Wald- und Schotterwegen (Autor: Martina Gorgas)
Die Räumlichkeiten überzeugen durch ihre Originalität, mit niedrigen Holzdecken und verwinkelten Nischen. Auch im dazugehörigen Biergarten sitzt man sehr schön – am besten nach einer Wanderung durch das Voralpenland mit wunderbarem Bergblick.
Die Katzbrui-Mühle ist Ausgangspunkt unserer wenig begangenen Rundwanderung durch Wald und Wiesen, die leider nicht ausgeschildert ist. Zur Mühle gehört eine kleine Kapelle, in der gerne geheiratet wird, um anschließend im hauseigenen Mühlenrestaurant zu feiern, wie uns der freundliche Wirt Max Endraß erzählt.
Hinter der Kapelle folgen wir dem Weg nach rechts über den Mühlbach hinein in lichten Mischwald. Angenehm schattig wandern wir abwechselnd leicht bergauf und bergab. Schon bald wird aus unserem Weg ein schmaler Pfad, der in östlicher Richtung führt. Nach ca. 15 Minuten verlassen wir den Wald und laufen jetzt über offenes Gelände, vorbei an Wiesen und Weiden. Unser Pfad macht einen Bogen nach links und mündet in eine Schotterstraße, auf der wir in Richtung Bittenau, wie die kleine Siedlung heißt, die wir vor uns ausmachen, gehen. Bei klarem Wetter hat man von hier einen schönen Blick nach Südwesten auf die Allgäuer Alpen. Jetzt heißt es etwas aufpassen, damit wir den richtigen Abzweig nicht verpassen: Zwischen den ersten beiden Bauernhöfen führt eine schmale Teerstraße nach links bergab, vorbei an anderen Höfen und Ställen. Es geht erneut recht gemütlich bergauf und bergab zu unserer ersten Station, der Mariengrotte an der Westernachquelle.
Zur Wassertretanlage in Eßmühle
Danach führt unser Weg etwas steiler bergauf auf den Weiler Unteregg zu, wo wir am Ortseingang an einem Holzkreuz nach links in einen Schotterweg abbiegen. Wir folgen dem Schotterweg, der im Bogen nach rechts verläuft, um wenig später nach links auf eine wenig befahrene Teerstraße abzuzweigen. Zur Rechten breiten sich Maisfelder und Wiesen aus und wir genießen den freien Blick auf die bewaldeten sanften Hügel, die typisch für das Unterallgäu sind. Wir folgen der Ausschilderung nach Eßmühle, wohin wir bergab gehend auch wenig später gelangen. In diesem beschaulichen Weiler macht uns gleich am Ortseingang ein Schild auf eine kleine Wassertretanlage beim Bach aufmerksam, an der wir uns an heißen Tagen gerne kurz erfrischen. Beschaulich und ruhig ist es hier, mehrere Bänke unter Bäumen laden zur Rast ein. So gestärkt machen wir uns wieder auf den Weg und biegen hinter dem ersten Haus der kleinen Siedlung nach rechts in den Schotterweg ab, der zuerst den kleinen Bach überquert und dann schön am Bach entlang verläuft. Wir kommen an einer Ziegenweide vorbei und werden mit lautem Gemecker begrüßt. Wenig später führt unser Weg für ein kurzes Stück in den Wald hinein, um danach am Waldrand in Richtung Norden zu verlaufen. An der nächsten Wegkreuzung halten wir uns links und folgen dem Hinweis zu einer weiteren Mariengrotte.
… und weiter zum Mühlenbach und zur Katzbrui-Mühle
Durch lichten Mischwald geht es etwas steiler bergauf zur kleinen Grotte, danach wird der Weg stärker überwachsen. Hier dürfen wir den Abzweig nach links nicht verpassen, kurz hinter der Mariengrotte folgen wir den anfangs kaum erkennbaren Stufen, die recht steil bergauf führen.
Oben angekommen verlassen wir den Wald und halten uns am Waldrand, einem kaum sichtbaren schmalen Pfad folgend, der vorbei an Wiesen und einem Maisfeld führt. Unser Weg ist hier et- was abenteuerlich, was vor allem Kindern gut gefallen wird. Weniger angenehm sind die zahlreichen Brennnesseln am Wegesrand … Wir bleiben ein gutes Stück auf diesem Wiesenpfad, bis wir schließlich rechts unterhalb den Mühlenbach und die Geräusche aus dem Biergarten der Katzbrui-Mühle hören. Und tatsächlich, hinter dem großen Strommast führen Stufen nach rechts bergab, die später in einen Waldweg münden, der uns direkt zur Katzbrui-Mühle bringt, dem Ausgangspunkt und Ziel unserer Wanderung.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour5 km
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
StartortKatzbrui-Müle
AusgangspunktKatzbrui-Müle
EndpunktKatzbrui-Müle
TourencharakterDer kleine Weiler Katzbrui mit der gleichnamigen bäuerlichen Mühle aus dem 17. Jahrhundert liegt etwa 2 km südlich von Köngetried. In der Katzbrui-Mühle, einer früheren Getreidemühle, die in ihrer Ursprünglichkeit mit viel Liebe zum Detail erhalten wurde, lädt eine urige, typisch Allgäuer Gaststube zur Einkehr ein.
Hinweise
Eßmühler Bach. Der Eßmühler Bach ist ein etwa 2 km langer Bach, der im Weiler Bittenau entspringt und den Weiler Eßmühle durchfließt. Auf 671 m mündet der Bach in den Katzbruierbach und heißt von da an Westernach.
KartentippRadfahren im Kneippland Unterallgäu, 1:50 000 (erhältlich bei der Tourist-Information Mindelheim)
VerkehrsanbindungAuto - Auf der A 96 München–Lindau bis Ausfahrt Stetten, dann links in Richtung Markt Rettenbach; über Stetten, Erisried und Mussenhausen nach Eutenhausen; im Ort links Richtung Köngetried und wenig später rechts nach Katzbrui; der Ausschilderung Katzbrui- Mühle folgen und dort parken Bahn. Bahnlinie München - Mindelheim; ab Mindelheim mit Bus 912 Richtung Köngetried, Apfeltrach, Haltestelle Katzbrui-Mühle
GastronomieHotel-Restaurant Katzbrui-Mühle. Ob Sie im gemütlichen Biergarten oder in den historischen Gasträumen einkehren – die Karte ist überall gleich: Es gibt Spezialitäten der Region wie Allgäuer Backsteinkäse mit »Musik« (Essig, Öl, Zwiebeln, Brot), Müllerbrettle (hauchdünnes Geräuchertes) und für den größeren Hunger zum Beispiel Krautspätzle mit geröstetem Speck. Nicht zu vergessen die fangfrischen Forellen aus dem Mühlenteich, das Fleisch aus der eigenen Rächerkammer, das selbst gebackene Brot aus dem Steinbackofen und als Krönung das Mühlenbier aus der hauseigenen Brauerei. Katzbrui 7, 87742 Köngetried, tgl. ab 11 Uhr geöffnet, Tel. 08269/575, Fax 08269/576, info@katzbruimuehle.de
Tipps
Das Mühlenmuseum. Werfen Sie vor dem Aufbruch noch einen Blick in das kleine, im Aufbau befindliche Museum in der Katzbrui-Mühle. Die alten Mühlsteine, Geräte und Werkzeuge, die teilweise noch aus dem 17. Jahrhundert stammen, sowie die Einrichtung der bäuerlichen Getreidemühle von 1866 lassen die Lebens- und Arbeitsverhältnisse der Mühlenbewohner zur Zeit der Jahrhundertwende lebendig werden. In der alten Müllerstube befindet sich heute ein Gastraum mit besonderem, urigem Flair.
Informationen
Katzbrui-Mühle. Die Katzbrui-Mühle ist eine bäuerliche Getreidemühle aus dem Jahr 1661. Wegen ihrer besonderen Bauweise – das Mühlengebäude und das mit Steinen beschwerte Dach sind komplett aus Holz – spricht man von einem »Ständerbohlenbau «. Heute gilt die Katzbrui-Mühle als das einzige erhaltene Gebäude dieser Art im bayerischen Alpenvorland. Katzbrui 7
Tourismusbüro
Tourist-Information Mindelheim, Maximilianstraße 26, 87719 Mindelheim, Tel. 08261/99 15 20, Fax 08261/99 15 42, touristinfo@mindelheim.de, www.mindelheim.de

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