Mangart, 2677 m

Wenig anstrengende, sehr beliebte Gipfeltour. Trittsicherheit und etwas Bergerfahrung notwendig (Autor: Eugen E. Hüsler)
2 km
600 m
3.00 h
Aufstieg Vom Parkplatz an der Schleife der Mangart-Alpenstraße folgt man dem markierten Weg, der zunächst am Kamm, dann unter dem Travnik ansteigt und die Forcella Mangart (2166 m) tangiert. Höher am Grat folgt eine Verzweigung: rechts geht’s zum slowenischen Klettersteig, links leitet eine Spur in die mächtige nordseitige Fels- und Geröllterrasse des Mangart. Zuerst über blanken Fels (alte Sicherungen), dann im Geröll quert man ansteigend hinüber zum langgestreckten Ostgrat des Mangart (2485 m), wo sich ein packender Blick zum Jalovec auftut. Hier knickt der Weg nach rechts um; über Schrofen, Grasflecken und Geröll gewinnt man leicht den Gipfel des Mangart (2677 m; 2 Std.). Abstieg Nur auf dem Anstiegsweg!

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour2 km
Höhenunterschied600 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortCave del Predil (900 m)
AusgangspunktParkplatz (2055 m) am höchsten Punkt der Mangart-Alpenstraße
EndpunktParkplatz (2055 m) am höchsten Punkt der Mangart-Alpenstraße
TourencharakterDie Weißenfelser Seen (Laghi di Fusine) gehören zum Mangart wie der Königssee zum Watzmann; hier wie dort liefert der Berg die große Kulisse zum Postkartenbild. Nur ist in Bayern alles etwa größer, See und Wand, und ob’s in dieser nordöstlichsten Ecke Italiens auch einen Echowinkel gibt, weiß ich nicht. Kletterrouten hat es jedenfalls genug für einen ganzen Bergsommer, von der Via ferrata bis zu extrem anspruchsvollen Führen in den Nordabstürzen des Piccolo Mangart (2393 m) und auch einen markierten Normalweg auf den Mangart. Und weil von der slowenischen Seite eine (von italienischen Pioniertruppen erbaute) Straße bis an die 2000-Meter-Höhenkote heranführt, ist die Besteigung des stolzen Gipfels heute nur mehr eine bessere Halbtagstour. Die Zeiten ändern sich halt. Das gilt auch für jenes nordseitige Schneefeld, das mich jeweils auf der Fahrt durchs Drautal nach Unterkärnten begrüßte, vor zwei Jahrzehnten noch. Verschwunden, von den warmen Sommern weggeschleckt. Vor hundert Jahren, in Wien regierte der alte Kaiser und Slowenien gehörte zur Monarchie, startete der Normalweg auf den Mangart in Raibl, wo die Gräflich Henckel von Donnermarcksche Gewerkschaft nach Bleiund Zinkerzen schürfte: »Manhart (2678 m), 6 Std., einer der dankbarsten und besuchtesten Hochgipfel für halbwegs geübte Bergsteiger nicht schwierig. Von Raibl auf der Predilstraße über den (3/4 Std.) Predilpaß (1162 m) und auf küstenländischem Boden hinab bis zu einer kleinen Mühle am Eingange des Manhartgrabens (1/4 Std.), wo l. der Steig mit der Wegbezeichnung des D. u. Ö. A.-V. abzweigt. Zunächst entlang des Manhartbachs durch Wald zu einer Alpenweide mit schönem Rückblick auf den Raibler Seekopf, dann auf guter Steiganlage im Puchergraben zur geneigten, steinigen Hochalmfläche empor, in welcher das regelmäßig gestaltete Kuppelmassiv des Manhart breit auffußt. Über den Alpenplan von r. nach l. aufwärts und über plattige Schrofen (das sogenannte Plattach) zum Manhart- Schutzhause der Sektion Villach des D. u. Ö. A.-V. (zirka 2000 m), Wirtschaft (2 1/2 Std.).« Das Haus existiert längst nicht mehr; etwas tiefer steht heute die Koca na Mangrtskem sedlu, direkt am Grenzkamm, bei der Lahnscharte (2055 m), sind die Autos der Gipfelstürmer abgestellt. Eher selten kommt ein Rennradler vom Predilpass herauf, um anschließend nach dem Motto »Bike + Hike« zu Fuß den Gipfel des Mangart anzusteuern. Oben bietet sich bei schönem Wetter ein grandioses Panorama, gewürzt mit stimmungsvollen Tiefblicken zu den Weißenfelser Seen und ins Tal von Korotnica, und das ist seit fast einer Ewigkeit das gleiche: »Im NW. Rieserferner, Venediger, Großglockner und die Kette der Hohen Tauern bis zur Hafnerspitze; im N. die Höhen des Lungau, Hochgolling, Wildstelle, Rottenmanner-Tauern und Zirbitzalpe; im NO. Sau- und Koralpe, darüber die Berge bis zum Wechsel; im O. die Sulzbacheralpen, Karawanken, näher die Julischen Alpen mit dem Triglav; im S. die Görzerberge, der Golf von Monfalcone, die Gebirge Friauls, näher die Caningruppe; im W. Marmolata, Antelao, Kollinkofel, Kellerwand und andere dem Tagliamento angehörende Spitzen, endlich in unmittelbarer Nähe Bramkofel, Cregnedul, Bärenlahnspitze und die ganze Wischberggruppe, an deren Nordseite der Luschariberg mit der Wallfahrtskirche.«
KartentippTabacco 1:25 000, Blatt 019 »Alpi Giulie Occidentali – Tarvisiano«
MarkierungenRot-weiße Ringmarkierung
VerkehrsanbindungVon Tarvisio via Cave del Predil zum Passo Predil (1156 m), dahinter auf slowenischem Boden kurz bergab, dann über die Mangart- Alpenstraße zur Lahnscharte (Parkplatz, 2055 m)
GastronomieKoca na Mangrtskem sedlu, im Sommer, Tel. +386(0)41/954 761
Tourismusbüro
Tourist-Info-Center, SLO-5230 Bovec, Tel. +386(0)5/389 64 44, info@bovec.si, www.bovec.si

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