Männlichen und Eiger-Trail

Bis zur Kleinen Scheidegg alpiner Spaziergang vor grandioser Kulisse, komfortable Wege, kaum Anstiege. Nur wenig anstrengender ist der »Eiger-Trail«, der Weg allerdings schmaler mit steileren Abschnitten, der lange Abstieg für Leute mit empfindlichen Knien nicht ideal. Teilbegehung bis Alpiglen möglich; Gehzeit dann 4.30 Std (Autor: Eugen E. Hüsler, Markus Meier, Peter Deuble)
17 km
1700 m
5.00 h
Die Wand der Wände Die berühmteste aller Nordwände in den Alpen, jene des Eigers (3970 m), zieht auf dieser Wanderung (fast) alle Blicke auf sich - eine düstere Riesenmauer, die erst spät am Tag etwas Sonne abbekommt, und das auch nur im Sommer. Als »mons Egere« wurde der Berg 1252 erstmals in einer Urkunde genannt, 1858 standen zum ersten Mal Menschen auf seinem Firngipfel: die beiden einheimischen Führer Christian Almer und Peter Bohren mit dem Iren Charles Barrington. In den 1930er-Jahren galt die Eiger-Nordwand als eine der letzten großen Herausforderungen des Alpinismus. Mehrere Versuche an ihr scheiterten, manche tödlich, was dem Riesenabsturz bei den Medien den Beinamen »Mordwand« eintrug. Erst 1938 gelang einer deutsch-österreichischen Seilschaft die Durchsteigung: Anderl Heckmair, Ludwig Vörg, Heinrich Harrer und Fritz Kasparek erreichten nach drei Biwaks am 24. Juli den Gipfel. Ihre Route durch die Wand zeigt eine Schautafel am »Eiger-Trail«, auf der Wartkuppe. Herr Juko Maki aus Japan Das Hüttchen steht wenig oberhalb der Station Eigergletscher am Grat, es ist winzig, und wer durch die Tür guckt, fühlt sich in eine Zeit zurückversetzt, als das Bergseil noch aus Hanf und die Hose aus Loden war, die Schuhe mit Nägeln beschlagen wurden. Des Rätsels Lösung: Nach dem Bau der neuen Mittellegi-Hütte am gleichnamigen Grat des Eigers transportierte man 2001 den alten Holzbau per Helikopter hierher: das kleinste Bergsteigermuseum der Welt. Erbaut wurde das Refugium übrigens drei Jahre nach der Erstbesteigung des Mittellegigrates (1921) durch drei Schweizer – und einen Japaner: Juko Maki. Der spendierte den Grindelwalder Bergführern dann 10 000 Franken für den Bau der Hütte. – Jetzt wissen wir, weshalb man in Grindelwald so vielen Gästen aus Fernost begegnet … Vom Männlichen zur Kleinen Scheidegg Einmal der Seilbahnkabine entstiegen, heißt es gleich: hinauf! Zunächst bequem auf einem Fahrweg, auf den letzten Metern steiler geht’s zum Gipfel des Männlichen (2342 m). Da schauen dann fast alle nach Süden und südwärts führt auch die Höhenwanderung: zunächst auf dem Herweg hinab zur Seilbahn, dann – stets sanft bergab – links an dem düster-felsigen Tschuggen (2521 m) vorbei zum Honegg. Dahinter biegt der Weg in eine Karmulde ein (Inberg), ehe er hinausläuft zum Rotsteckli (2118 m) mit Gasthaus und Aussichtsplattform vor der Eiger- Nordwand. Ein paar Minuten später steht man drunten auf der Kleinen Scheidegg (2061 m), wo die Züge im Viertelstundentakt ankommen und abfahren: Grindelwald, Wengen, Jungfraujoch. Zur Station Eigergletscher Vom Bahnhof auf der Kleinen Scheidegg (2061 m) führt ein breiter, viel begangener Pfad mehr oder weniger parallel zur Trasse der Jungfraubahn bergan zur Station Eigergletscher (2320 m). Dabei rücken die Grate und Gletscher von Mönch und Jungfrau immer näher. Der Eiger-Trail An der Bahnstation startet der gut markierte Trail. Er leitet unter den Felstürmen des Rotstocks (2663 m) zunächst leicht abwärts, dann in kurzem Gegenanstieg auf den grünen Rücken von Wart (2285 m). Hier überschaut der Wanderer die »Wand der Wände« in ihrer gesamten Ausdehnung: 1800 Meter hoch bis zum Gipfel, fünf Kilometer breit. Mitten in der Riesenmauer entdeckt man bei genauerem Hinschauen die Felsenfenster der Station Eigerwand (2866 m). Am Weiterweg, der über Geröll hinableitet gegen die Almwiesen von Wärgistal, wächst die Nordwand immer höher in den Himmel. Einen stimmungsvollen Kontrast zu der düsteren Mauer bietet die weite, grüne Talmulde von Grindelwald, im Osten dominiert vom markanten Profil des Wetterhorns. Der »Eiger- Trail« passiert einige kleine Gräben und steigt dann über eine harmlose Felsstufe ab nach Alpiglen (1616 m). Von der Bahnstation wandert man auf dem komfortabel ausgebauten Pfad über Brandegg (1332 m) hinab zur Schwarzen Lütschine und nach Grindelwald Grund (943 m). Rotstock-Klettersteig Nur wenig schwierige gesicherte Route am Rot stock (2663 m), der fast schon Nordwandgefühle vermittelt. Zustieg von der Station Eigergletscher (2320 m) über den Eiger-Trail (Wart), dann Aufstieg durch eine Schlucht zum Rotstocksattel und weiter zum Gipfel; Abstieg westseitig zur Station Eigergletscher. Gesamtgehzeit 4 Std., K 2.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour17 km
Höhenunterschied1700 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBergstation der Männlichen-Gondelbahn (2224 m).
EndpunktGrindelwald-Grund (943 m)
TourencharakterDas Bild ist zu Recht berühmt, lockt Zigtausende auf den ziemlich unscheinbaren Gipfel - die ganz Pracht der Berner Alpen auf einen Blick. Die bietet der Männlichen (2342 m) deshalb, weil er eben genau an der richtigen Stelle steht, zwischen Grindelwald im Osten und Lauterbrunnen im Westen. Das wissen natürlich auch die Tourismusleute hüben und drüben, weshalb sie dem Berg gleich zwei Seilbahnen verpasst haben. So kommt man von Grindelwald oder Wengen bequem bis in Gipfelnähe: Gut hundert Höhenmeter zum großen Panorama sind nicht gerade viel. Oben sind manche trotzdem ziemlich außer Atem, vielleicht von der Aussicht überwältigt oder nur schlecht zu Fuß. Blickfang in der Rundschau sind natürlich die »großen Drei«: Eiger, Mönch, Jungfrau (4158 m), an deren Westgrat schneeweiß das Silberhorn glänzt. Zu sehen ist allerdings noch viel mehr, Panoramatafeln geben den vielen Zacken ihre Namen und die richtige Höhe dazu.
Beste Jahreszeit
KartentippSwisstopo 1 - 50 000, 254 T Interlaken.
MarkierungenGelbe Wegzeiger, gelbe und weiß-rot-weiße Markierungen.
VerkehrsanbindungGrindelwald (1034 m) erreicht man von Interlaken per Bahn oder über eine gut ausgebaute Straße. In Grindelwald- Grund befindet sich die Talstation der Männlichen-Gondelbahn.
GastronomieEinkehrmöglichkeiten bei der Bergstation der Männlichen-Gondelbahn, auf der Kleinen Scheidegg, bei der Station Eigergletscher, in Alpiglen und Brandegg
Unterkunft
Einkehrmöglichkeiten bei der Bergstation der Männlichen-Gondelbahn, auf der Kleinen Scheidegg, bei der Station Eigergletscher, in Alpiglen und Brandegg
Tourismusbüro
Grindelwald Tourismus, Postfach, CH-3818 Grindelwald; Tel. +41/33/854 12 12, www.grindelwald.ch