Mällig, 2700 m, und Gebidum, 2764 m

Steinwildpfad Senggflüe (Autor: Rose Marie und Gerhard Bleyer)
17 km
1150 m
5.00 h
Das tief eingeschnittene Tal der Saaser Vispa wird im Osten überragt von der Weissmies-Lagginhorn-Fletschhorn-Kette – im Westen schwingen sich die Gipfel der Mischabelgruppe auf Höhen bis über 4000 Meter empor. Zwischen Rhonetal (Brig und Visp) und den Ortschaften des Saastales (bis Saas-Fee) besteht ständiger Postbusverkehr. Talein gelangen wir zunächst nach Eisten, dem Geburtsort des Führerkönigs Alexander Burgener (geb. 1846), der hier 1910 auch seine letzte Ruhestätte fand.
Weiter nach Saas-Balen. Sehenswert die Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt (erbaut 1808–1812): die Rundkirche ist eine eigenwillige Schöpfung des Baumeisters Johann Josef Andenmatten. Über Bidermatten und Tamatten wird Saas-Grund erreicht. Lohnend ein Besuch des alten Ortsteiles Unter dem Berg. Von der Sonne gegerbte Holzhäuser säumen enge Gassen. Die zum Teil mehrstöckigen Wohnhäuser sind mit üppigem Blumenschmuck versehen. An den Wänden der Viehställe hängen Gehörne – sie sollen Krankheiten vom Vieh fernhalten. Bis Saas-Fee, der Gletscherstube des Wallis (autofrei, Parkhaus und Parkplatz am Ortsanfang), sind es dann nur noch vier Kilometer. Perlen sind kostbar. Perlen sind begehrt. Und solche Perlen finden sich inmitten der höchsten Schweizer Berge. 13 Viertausender behüten Saas-Fee und seine Nachbargemeinden Saas-Grund, Saas-Almagell und Saas-Balen wie eine Muschel. Sie geben dem Tal den unverwechselbaren Namen »Perle der Alpen«. Saas-Fee ist autofrei und kann mit dem Auto oder den öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden. Und: Mit der Eröffnung des neuen Lötschberg-Tunnels im Dezember 2007 sind Sie noch viel schneller beim Perlentauchen – einerlei ob im Sommer oder im Winter. Wohin auch der Wanderer seine Schritte von Saas-Fee aus lenkt: Immer umgibt ihn eine faszinierende hochalpine Szenerie.
Der Wegverlauf.
Aufstieg zum Hannig: Der Mällig-Höhenweg bietet die einzigartige Möglichkeit, Steinwild auf freier Wildbahn in völliger Abgeschiedenheit zu beobachten. Für die Wanderung ab Saas-Fee folgen wir bei der Dorfkirche dem Wegweiser Hannigalp und wandern durch den Stafelwald nach Hohenegge. Bald breitet sich der liebliche Melchboden vor uns aus. Eine Viertelstunde später liegt das Café Alpenblick an der Route. Auf angenehmem Weg wandern wir bergwärts und gelangen, ständig die Firngipfel über Saas-Fee im Blickfeld, leicht zur Hannighöhe (2350 m).
Steinwildpfad zum Mällig und Gebidum: Gleich hinter der Bergstation geht es in sanfter Steigung höher hinauf. Tief zieht sich die gut angelegte Route ins Mälliggebiet hinein und erklimmt die felsige Kuppe des 2700 m hohen Mällig-Gipfels. Jetzt haben wir ein Alpenpanorama von 360 Grad. Im Norden liegen die Berner Alpen, im Osten die Weissmiesgruppe, im Süden die Berge über dem Monto- Moro-Pass und anschließend von Süden nach Westen die Kette der Mischabelgipfel. Steil fallen die Wände vom Dom ins Tal ab.
Über gut gestufte Platten gehen wir zu einem schmalen, ebenen Pfad hinab und stehen nach kurzer leichter Kletterei auf dem Gebidum (2764 m; höchster Punkt der Tour). Dann sehen wir sie plötzlich 50 Meter unter uns auf begrünter Terrasse stehen…drei, vier, nein fünf Steinböcke. Wir steigen vom Gebidum zu ihnen hinab, verhalten uns dabei ganz normal, damit sich das Steinwild nicht gestört fühlt. Etwa 10 Meter vor ihnen lassen wir uns nieder. Sie blicken gleichgültig, fast teilnahmslos herüber. Als wir versuchen, noch einige Schritte näher heranzukommen, erheben sich die Tiere gemächlich, gehen ein Stückchen weiter und legen sich seelenruhig wieder nieder. Regungslos bleiben wir still zwischen Felsblöcken sitzen …
Vom Gebidum zum Höhenweg Grächen: Lange denken wir beim Weitergehen an dieses Erlebnis, entdecken hier und da noch einzelne Tiere, jedoch nicht so nahe wie beim Gebidum. Am Wege liegt dann der markierte Aussichtspunkt Saastal-Blick (2604 m). Hier ist das Erdreich übersät von Schusternägeln. Der folgende Steig bietet gute Tritte über Fels-platten und weiches Moos, führt in ein kleines Tälchen hinein, wendet sich nach Osten und mündet schließlich in den Höhenweg Grächen.
Abstieg nach Saas-Fee: Nun dem Wegweiser nach Süden Richtung Saas-Fee folgen. Oberhalb der Bideralp wandern wir durch den Bider-wald, ein richtiger Urwald, zerzauste Lärchen mit langen Bärten, uralte Arven mit dunkelblauen Zapfen, saftige große Blaubeeren zum Sattessen und Hänge voller Alpenrosen. Bald darauf schlängelt sich der Weg durch ein Felslabyrinth, abgestorbene Baumstämme liegen dazwischen, und armdicke Baumwurzeln durchziehen den Boden. Vom Weiler Sengg geht es sich leicht zur Bärenfalle. Zum Schluss auf einem Panoramaweg am Hang über Saas-Grund, den Blick nun wieder ganz auf Allalinhorn, Alphubel und Feegletscher gerichtet, hinab nach Saas-Fee.
Weiterer Tourenvorschlag.
• Die unschwierige Wanderung (Trittsicherheit vorausgesetzt) von Saas-Almagell zum Monte-Moro-Pass verbindet das Saastal mit der Walsersiedlung Macugnaga in Italien (s.a. Tour 20). Die Route ist als historischer Weg von nationaler Bedeutung eingestuft. Der Pass wird von Norden her auf breiten, kunstvoll geschichteten Steinplatten bestiegen. Der Abstieg auf der Südseite lässt sich mit einer Seilbahn bewältigen. Das Panorama mit der Monte-Rosa-Gruppe und dem gewaltigen Ostabfall, der sich mehr als 2700 Meter tief hinabzieht, ist Weltklasse. Gehzeit: 3½ Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour17 km
Höhenunterschied1150 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
StartortSaas-Fee (1792 m) im Saastal.
AusgangspunktSaas-Fee (1792 m) im Saastal.
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterHöhenwanderung mit großartiger Aussicht in die Saaser Gipfel- und Gletscherwelt. Im oberen Bereich teils über Felspartien führend, jedoch unschwierig.
Beste Jahreszeit
KartentippSAW-Wanderkarte 1:50 000, Blatt 284 T (Mischabel; mit eingezeichneten Routen).Wanderkarte Saas-Fee, siehe Tour 11.
Verkehrsanbindungsiehe Tour 10.
GastronomieCafé Alpenblick (oberhalb von Saas-Fee).
Unterkunft
Hotel Hohenegge, Waldhotel Fletschhorn im Sengg, Bergrestaurant Hannig.
Tourismusbüro
Saas-Fee und Saas-Grund, siehe Tour 15.

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