Wanderung in Brandenburg

Lychen und Kloster Himmelpfort

Vom Lychener Seenkreuz führt der Woblitz-Rundweg durch den Naturpark Uckermärkische Seen zum Ausflugsort Himmelpfort mit der eindrucksvollen Ruine des gotischen Klosters am Haussee. Die von Laubwäldern und Feuchtgebieten gesäume Woblitz verbindet die Lychener Seen mit Himmelpfort und der Havel. (Autor: Bernhard Pollmann)
18 km
100 m
4.30 h

Start der Wanderung am Stadtsee

Am Stadtsee vor der Lychener Altstadtinsel befindet sich der Anleger des Ausflugsschiffs »Möwe«, das über den Großen Lychensee und durch die Woblitz nach Himmelpfort und zurück fährt; wer vom Kloster Himmelpfort mit dem Schiff zurückfahren will, notiert sich hier die Abfahrtszeiten. Beim Anleger überquert die Hohestegbrücke die Landenge, an der sich die Wasser der drei Lychener Altstadtseen treffen, um über den Großen Lychensee und die Woblitz der Havel zuzufließen.

Die Altstadt von Lychen liegt auf einer Insel zwischen den drei Seen Oberpfuhl, Nesselpfuhl und Stadtsee. Eine Besonderheit von Lychen war die Flößerei. Die reichen Holzvorkommen der umgebenden Wälder wurden nach Berlin und bis Hamburg verkauft. Von den Lychener Seen wurden sie durch die Woblitz zur Havel transportiert. Etliche Familien betrieben dieses Handwerk bis ins 20. Jh. Das Flößer-Museum und das Touristenfloß am Oberpfuhl halten die Erinnerung an die Lychener Holzflößerei wach.

Am Lychensee

Nach Überqueren der aussichtsreichen Stegbrücke beim Ausflugsschiffsanlager führt der mit dem Zeichen »Grünstrich« markierte Woblitz-Rundweg zum Strandbad am Großen Lychensee und folgt der Uferpromenade südwärts mit immer wieder neuen Ausblicken auf den See mit seinen drei bewaldeten Inseln und seinen schilfbestandenen, waldgesäumten Ufern. Der Große Lychensee ist das Sammelbecken aller Lychener Seen. Er ist mit 2,7 qkm der größte See im Gebiet.

Die Woblitz bildet seinen schiffbaren Abfluss zur Havel bei Fürstenberg. An der Naturschutzstation Woblitz schwingt der Grünstrich-Wanderweg links an den Rand der Woblitz-Feuchtgebiete, führt am Rastplatz an der Rosendammablage vorbei durch den Wald und zuletzt rechts zur Lychener Schleuse zwischen Haus- und Stolpsee; die Lychener Schleuse verbindet die Lychener Gewässer mit der Havel. Im Sommer herrscht hier reger Betrieb - Rund 46 000 Freizeitkapitäne und Bordbesatzungen gehen mit ihren Motor- und Segeljachten, Kajütbooten und Kanus alljährlich in Himmelpfort auf der Durchreise oftmals für mehrere Tage vor Anker.

Klosterruine Himmelpfort

Kurz nach Passieren der Schleuse liegt rechts die Klosterruine Himmelpfort in einer Parkanlage, die sich bis zum Haussee erstreckt. Gegenüber vom alten Brauhaus des Klosters befindet sich auf den Stolpseewiesen der neu angelegte Kloster-Kräutergarten. Der Erholungsort Himmelpfort im Westen des Naturparks Uckermärkische Seen zählt mit den Ruinen des mittelalterlichen Zisterzienserklosters, dem Kloster-Kräutergarten, der Lychener Schleuse und der umgebenden Seenlandschaft zu den attraktivsten Ausflugszielen im Norden Brandenburgs.

Als Mönche im Jahr 1299 auf der Suche nach einem geeigneten Ort für eine Klostergründung auf diesen inselartig von vier Seen umgebenen Platz an der Mündung der Woblitz in die Havel gelangten, nannten sie ihn – wie die Legende berichtet – »coeli porta«: Pforte des Himmels. Die vier heute als Wassersportparadiese und Ausflugsdampferrouten genutzten Seen sind der Stolpsee, einer der größten Havelseen, der Sidow- und der Moderfitzsee sowie der Haussee, durch den die Woblitz an der Lychener Schleuse in den Stolpsee und damit in die Havel mündet.

Von der Ruine der Klosterkirche führt der Uferweg am Haussee entlang und zur autofreien Holzbrücke über die Schmalung, wo Haus- und Moderfitzsee ineinander fließen. Dahinter führt ein Waldweg zum Badestrand des kleinen Feriendorfs Pian am Moderfitzsee. Die Grünstrich-Markierung des Woblitz-Rundwegs (Schild »Lychen«) führt südlich des Piansees aus dem Ort hinaus in die Wälder und zur Woblitz zurück. Kurz hinter der Brücke über den Bach zwischen Kleinem und Großem Lychensee erreicht der Rundweg wieder das Ufer des Großen Lychensees.

Hier laden Sitzbänke zu aussichtsreicher Rast, auch eine Badestelle gibt es, dann führt der Uferweg an Wohnhäusern vorbei zum Fischereistützpunkt, hier links über die Schienen der Fahrrad-Draisinen-Strecke Lychen-Fürstenberg und hinter den Gleisen rechts bis zum Bahnhof Lychen, in dem sich die Gaststätte »Zur Draisine« befindet. Wenig später ist der Ausgangspunkt am Lychener Stadtsee erreicht.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour18 km
Höhenunterschied100 m
Dauer4.30 h
Schwierigkeit
StartortDie Insel-Stadt Lychen ist Erholungsort am Lychener Seenkreuz im Herzen des Naturparks Uckermärkische Seen.
AusgangspunktParkplatz beim Ausflugsschiffsanleger in Lychen (55m).
TourencharakterWoblitz-Rundweg im Naturpark Uckermärkische Seen Leichte Waldwanderung.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Wander- und Radtourenkarte 1 - 50 000, Blatt 743 Rheinsberger Seengebiet Ruppiner Land oder Blatt 1010 Mecklenburgische Kleinseenplatte.
VerkehrsanbindungAnfahrt auf der B 96 Berlin – Neustrelitz bis Fürstenwalde/Havel, dort abzweigen nach Lychen.
GastronomieLychen, Himmelpfort, Pian.
Tourismusbüro
Fremdenverkehrsverein Lychen, Fürstenberger Straße 11a, 17279 Lychen, www.lychen.de

Buchtipp

Bernhard Pollmann, Matthias Wibber u.a.

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