Lötschenpass und Hockenhorn

Sehr schöne und abwechslungsreiche Tour mit hochalpinem Anstrich. Die Gletscherquerung ist normalerweise problemlos. Der Anstieg zum Hockenhorn verlangt neben Trittsicherheit und Orientierungssinn Erfahrung im weglosen Blockgelände. Auch ohne Gipfelbesteigung eine sehr lohnende Tour – der Lötschenpass gehört zu den schönsten Alpenübergängen. (Autor: Eugen E. Hüsler, Markus Meier, Peter Deuble)
11 km
1756 m
9.00 h
Zum Lötschenpass In Selde (1537 m) überquert man die kleine Hängebrücke über die Kander, steigt dann steil durch den Wald an und erreicht schon bald die Gfelalp (1847 m). Weiter oben werden die Bäume weniger und über Alpweiden geht’s in die Mulde von Schönbüel, direkt unter den Abbrüchen des Lötschengletschers. Hier zweigt der ehemalige Römerweg nach links ab. Dieser wird jedoch seit einigen Jahren nicht mehr unterhalten, da er durch instabiles Moränengelände verläuft. Der Anstieg beschreibt nun einen großen Bogen nach rechts, um weiter oben in vielen Kehren ein wenig mühsam die Hochstufe von Balme (2403 m) zu erreichen. Hier kurz auf den Lötschengletscher hinab und diesen problemlos der Stangenmarkierung folgend überqueren. Weiter talein durch Blockwerk zur letzten Steilstufe unter dem Pass. Diese wird einfacher als gedacht überwunden, ein paar Stahlseile helfen dabei. Noch ein paar Kehren und man erreicht die weite Landschaft der Passhöhe mit der Lötschenpasshütte (2690 m). Was für ein großer Kontrast zur steilen Welt auf der Nordseite des Passes! Zum Hockenhorn Direkt hinter der Hütte steht auf einem Fels »Hockenhorn«. Zunächst in nordöstlicher Richtung, meist auf gut sichtbaren Wegspuren über den breiten Kamm auf das Hockenhorn zu. Auf etwa 3000 m entweder das steile Firnfeld unter dem Kleinhockenhorn queren oder dieses weiter unterhalb, hoch über dem Gasterntal, auf Wegspuren und mit Steinmännern markiert umgehen. Dies dürfte im Hoch- und Spätsommer die einfachste und sicherste Variante sein. Im Juli kann hier aber noch Schnee liegen. Das Firnfeld direkt unter dem Gipfel wird problemlos zum Nordwestgrat gequert und über diesen in einfacher Blockkletterei der Gipfel des Hockenhorns (3293 m) erreicht. Die Rundsicht ist gewaltig. Beeindruckend die nahe Balmhorn-Ostwand und die prallen Südseiten von Doldenhorn und Blüemlisalp, dazu auf der anderen Seite das Bietschhorn und die Walliser Alpen. Das alles wird jedoch übertroffen von den Tiefblicken ins Gasteretal, das über 1700 m tiefer liegt! Abstieg Vom Gipfel wieder zurück zum Lötschenpass. Kurz in südöstlicher Richtung trennen sich die Wege nach Ferden und zur Lauchernalp. Nach Ferden bzw. zur Kummenalp rechts haltend eine flache Seen- und Tümpellandschaft durchqueren, welche an die Tessiner Bergwelt erinnert. Beim Stiersturz senkt sich der Weg stärker und bald erreicht man Alpweiden, durch die der Weg hinab zur Kummenalp (2086 m) führt. Von hier geht’s gleich steiler hinab, durch hohe Wiesen und später durch Wald. Dieser Weg wird offensichtlich weniger begangen. Durch den Färdawald gelangt man zu den Alphütten von Färda (1730 m). Von hier führt der restliche Abstieg durch schöne Wälder hinab nach Ferden (1375 m). Variante Wer das Hockenhorn partout an einem Tag von Kandersteg besteigen möchte, der fährt morgens mit dem Zug nach Goppenstein, weiter mit dem Bus nach Wiler im Lötschental und mit der Bahn auf die Lauchernalp. Von hier sind es insgesamt 4 Std. bis zum Gipfel, 1314 m, T 4.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour11 km
Höhenunterschied1756 m
Dauer9.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSelde (1537 m), im Gasteretal bei Kandersteg.
EndpunktFerden (1375 m) im Lötschental.
TourencharakterDer Lötschenpass (auf der LKS »Lötschepass« geschrieben) gilt als einer der ältesten Alpenübergänge, obwohl er nicht zu den gletscherfreien Übergängen der Berner Alpen zählt. Dies sind von West nach Ost Sanetsch, Rawil, Gemmi und Grimsel. Auf dem Weg zum Lötschenpass muss man kurzzeitig den Lötschengletscher überqueren, der in diesem Bereich harmlos und gut mit Stangen markiert ist. Aber selbst diese kurze Gletscherquerung eröffnet dem »Normalverbraucher « den Einblick in eine wirklich hochalpine Welt. Vor allem die Berner Nordseite bietet großartige Ansichten. Das Hockenhorn liegt zwar bereits auf dem Grenzkamm zum Wallis, ist aber der höchste Gipfel im Berner Oberland, der sich ohne Gletscherausrüstung besteigen lässt. Ganz ohne Erfahrung geht es aber nicht und schon gar nicht ohne eine sehr solide Kondition. An einem Tag ist diese Tour kaum zu machen, es sei denn man übernachtet in Selde und startet dort bereits sehr früh. Die Lötschenpasshütte erlaubt jedoch eine Verteilung auf zwei Tage. Selbst wer das Hockenhorn nicht besteigt, kommt in den Genuss einer der schönsten Passwanderungen. In diesem Fall beträgt die Gesamtgehzeit 6 Std. bei einem Höhenunterschied von 1153 m und 1315 m, Schwierigkeit T 3. Die Tour ist übrigens ein exzellentes Beispiel für das perfekt ausgebaute öffentliche Verkehrsnetz der Schweiz. Spätestens in Kandersteg bleibt das Auto stehen. Die Rückkehr erfolgt via Goppenstein mit den Zügen der BLS durch den (alten) Lötschberg-Tunnel.
Beste Jahreszeit
KartentippSwisstopo 1 - 25 000, 1268 Lötschental; 1:50 000, 264 T Jungfrau.
MarkierungenSAW-Wegweiser und weiß-rot-weiße Markierungen bis zum Lötschenpass und im Abstieg nach Ferden. Der Gipfelanstieg ist mit Steinmännern markiert.
VerkehrsanbindungHaltestelle Selde, Bus von Kandersteg Bahnhof, Reservierung obligatorisch, Tel. +41/33/671 11 72; PTT-Bus von Ferden nach Goppenstein.
GastronomieSelde - Hotel Steinbock, Tel. +41/33/675 11 62, www.gasterntal.ch und Hotel Gas - terntal-Selde, Tel. Tel. +41/33/675 11 63, www.hotelgasterntal. ch; Berghaus Gfelalp, Tel. +41/33/675 11 61; Lötschenpasshütte (2690 m), bewartet von Juni – Oktober, Tel. +41/27/939 19 81, www.loetschenpass.ch; Berghotel Kummenalp (2086 m), Tel. +41/27/939 12 80
Unterkunft
Selde - Hotel Steinbock, Tel. +41/33/675 11 62, www.gasterntal.ch und Hotel Gas - terntal-Selde, Tel. Tel. +41/33/675 11 63, www.hotelgasterntal. ch; Berghaus Gfelalp, Tel. +41/33/675 11 61; Lötschenpasshütte (2690 m), bewartet von Juni – Oktober, Tel. +41/27/939 19 81, www.loetschenpass.ch; Berghotel Kummenalp (2086 m), Tel. +41/27/939 12 80
Tourismusbüro
Kandersteg Tourismus, CH-3718 Kandersteg, Tel. +41/33/675 80 80, www.kandersteg.ch; Lötschental Tourismus, CH-3918 Wiler, Tel. +41/27/938 88 88, www.loetschental.ch