Lizumer Hütte

Bitte beachten: Angegebene Km-Distanz bezieht sich auf die Tour incl. Gipfelbesteigung. Reine Distanz zur Hütte und retour: 12 Km.
Einfacher Hüttenzugang auf einem schönen, gut markierten und ausgebauten Wanderweg. Der Zustieg wäre auch auf einer breiten, monotonen Militärstraße möglich. (Autor: Siegfried Garnweidner)
20 km
620 m
3.00 h
Hüttenzustieg.
Zuerst muss man durch das erstaunlich stille Militärgelände des Lagers Walchen. Unmittelbar vor der Brücke über den Lizumbach zweigt der Anstieg an beschilderter Stelle links auf den Zirbenweg ab. Im Wald geht es dann geringfügig bergauf und auf der Höhe von 1500 Metern zu einem Fahrweg. Auf ihm rechts, über den Bach und am Sträßchen im Wald dahin, immer gen Süden der Sonne entgegen. Dabei kommt man abwechselnd über freie Wiesenhänge, dann wieder durch auffallend schönen Zirbenwald, bis schließlich das Militärgelände erreicht ist, in dessen Nähe neben einem kleinen, idyllischen See die Berghütte steht.
Auf der tristen Militärstraße verkehrt auch ein Taxibus, der telefonisch angefordert werden kann.
Auf den Reckner, den höchsten Gipfel der Tuxer Alpen.
Im weiten Bergesrund, das sich um die Hütte aufbaut, gibt es einige lohnende Gipfelziele. Der höchste in dieser Riege ist der Lizumer Reckner, mit 2886 Metern eine recht stattliche Berggestalt. Wenn auch Skitouristen, die mit ihren Bretteln auf die benachbarten Tourenberge steigen, hin und wieder zu Fuß über die Steiganlage zum Reckner-Gipfel aufsteigen, so ist er doch im Großen und Ganzen ein Sommergipfel mit einer umfassenden Rundschau. Kein einziger Berg der weiten Tuxer Alpen überragt ihn und deshalb hindert nichts die Schau in alle Richtungen. Vor allem die Zillertaler Alpen sind recht schön zu sehen, es ist ja auch nicht weit hinüber. Für den zackigen Gipfelanstieg sind – wie angesichts der felsigen Gipfelformation nicht anders zu erwarten – Trittsicherheit und Schwindelfreiheit notwendig. Auch an die Höhe von deutlich mehr als 2800 Metern muss man gewöhnt sein. Dass man für die zusätzlichen 900 Höhenmeter ab der Hütte mit einem Zeitaufwand von rund 2 1/2 Stunden für den Aufstieg und 2 Stunden für den Abstieg ordentliche Kondition braucht, versteht sich von selbst.
Der Gipfelweg führt über einen weiten, ebenen Boden neben dem Lizumbach anfangs nach Süden, im weiteren Verlauf nach Südwesten. Unter den hellen Felsen der Kalkwand schlängelt sich der Pfad zwischen mächtigen Felsblöcken zu einer Steilstufe und anschließend in ein langes, breites Geröllfeld. Meist liegt dort oben noch Schnee und zwischen den Firnfeldern weisen die Markierungszeichen zum Sattel zwischen Pluderling und Geierspitze. Wer bei klarem Wetter dort ankommt, hat das Gefühl, als würde sich ein Vorhang öffnen, denn eine beeindruckende Panoramaschau tut sich auf. Man folgt nun dem Gratverlauf nach Westen und geht zum ersten Gipfelziel, dem 2857 Meter hohen Geier weiter. Von ihm geht es kurz abwärts und dann in lustiger Kraxelei auf solider Steiganlage zum Gipfel des Lizumer Reckners.
Zurück zur Hütte folgt man der Aufstiegsroute.

Dauer: Auf: 2 Std. Ab: 1 1/2 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour20 km
Höhenunterschied620 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktLager Walchen, über Wattenberg (1410 m)
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterBekannt sind die Berge um die Wattener Lizum vor allem bei Soldaten. Dieser riesengroße Alpenbereich ist als Militärgebiet ausgewiesen und deshalb sind das Verlassen der Wege, das Zeichnen von Landschaften und natürlich auch das Fotografieren verboten. Allerdings werden diese Verbote nicht ganz so heiß gegessen, wie sie gekocht werden. Wenn jedoch im Übungsgelände scharf geschossen wird, wird's ernst. Solche Gebiete sind verständlicherweise ganz gesperrt und das wird auf einer Übersichtstafel beim Lager Walchen deutlich angezeigt. Der Hüttenbereich selber ist von solchen Sperrungen ausgenommen, aber auf den Bergen rundum kann es mitunter recht laut krachen, fast wie im Krieg ...
Das klingt jetzt alles ein wenig abschreckend, doch keine Angst, denn meistens ist in der Lizum Ruhe und die vielen schönen Wanderberge bleiben einer Hand voll Berg-Individualisten vorbehalten, die mit sich allein auf die hohen, von herber Schönheit geprägten Gipfel steigen. Neben den Soldaten gibt es noch eine zweite Gruppe von besonderen Freunden dieser Berge. Diese allerdings haben weitaus friedlichere Absichten. Weil nämlich die meisten Berge des weiten Runds um die Lizum bis ins späte Frühjahr hinein tief verschneit sind und auch die schroffen Berge ihre schwachen Seiten haben, handelt es sich hier um ein ganz besonderes Skitourendorado. Eine große Palette interessanter Touren für die ganze Skisaison bietet sich an. Deshalb herrscht auf der Lizum in der kalten Jahreszeit weitaus mehr Trubel als im Sommer, sieht man von den Weitwanderern ab, die auf ihrem Weitwanderweg (zu Fuß über die Alpen) auf der Hütte Station machen.
Aber auch Wanderer, die nicht die Lagunenstadt Venedig im Visier haben, finden rund um die Lizumer Hütte einige Schmankerl, wenn sie diese suchen. Vielen aber reicht schon der schöne Zirbenweg, der bei der Hütte endet.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Wanderkarte, 1:50000, Blatt 36 (Innsbruck–Brenner)
VerkehrsanbindungVon Wattens im Inntal auf steiler, aber guter Bergstraße über Wattenberg, Hanneburger bis zum Parkplatz des Militärlagers Walchen
Tipps
Weitere Bergtouren. Weitaus weniger aufregend als die Tour zum Reckner wären die schönen Wanderungen auf den Hippold (2643 m) oder zum Torjoch (2386 m).
Informationen
Hüttensteckbrief. Höhe: 2019 m, Erbaut: 1912, ÖAV-Sektion Hall in Tirol, Bewirtschaftet: von Mitte Juni bis Ende Oktober und für Skitourengeher von Weihnachten bis Anfang Mai, 18 Betten, 51 Lager (+ 20 Notlager), Winterraum mit AV-Schlüssel, Telefon: +43(0)5224/52111; www.lizumerhuette.at.
Tourismusbüro
Wattens-Wattenberg, Tel.: +43(0)5224/52904; www.tirol.at/wattens
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