Leichte Bergwanderung bei Rottau

Leichte Bergwanderung mit Aussicht auf den Chiemsee und einigen Einkehrmöglichkeiten auf Almen (Autor: Dr. Wilfried und Lisa Bahnmüller)
9 km
460 m
2.00 h
Das Museum Klaushäusl.
Eine der Haupteinnahmequellen des bayerischen Staats war seit alters her das Salz, das bei Berchtesgaden in großen Mengen gewonnen wurde. Die Geschichte hatte nur einen Hacken - Aus geologischen Gründen musste man das Salz im Berg zuerst in Wasser auflösen. Diese Salzsole wurde (und wird) an die Oberfläche gepumpt und das Wasser schließlich in riesigen Siedepfannen verdampft. Dazu waren gewaltige Mengen Holz erforderlich, so viel, dass die Holzvorräte um Bad Reichenhall schon im 17. Jahrhundert erschöpft waren. Also baute man in Traunstein eine neue Saline und leitete die Sole über eine Pipeline von Reichenhall zu den neuen Sudpfannen. Doch gut 100 Jahre späte rwar auch hier der Holzvorrat erschöpft, und wieder musste eine neue Saline gebaut werden. Der neue Standort war Rosenheim, denn hier stand neben Holz auch Torf als Brennmaterial zur Verfügung. Probleme bereitete allerdings die neue Pipeline, denn im Gegensatz zur Traunsteiner Leitung wollte man jetzt etwa die dreifache Menge Sole befördern. Die Lösung erdachte ein genialer Konstrukteur: Georg von Reichenbach. Er baute Pumpen, die von einer Maschine angetrieben wurden, die ähnlich wie eine Dampfmaschine funktionierte. Die Kraft lieferte Druckwasser, das von einer gefassten Quelle vom Berg zur Pumpstation geleitet wurde. Die Saline Rosenheim wurde 1958 geschlossen, und nur eine einzige der Pumpstationen ist erhalten geblieben und inzwischen zum Museum geworden: Klaushäusl. Drei Gebäude stehen unten im Tal direkt neben der Bundesstraße: links das ehemalige Wohnhaus des Brunnenwärters, das heute für Wechselausstellungen und als Verwaltungsgebäude genutzt wird. In dem großen Haus rechts befanden sich im Keller Bottiche, die als Puffer dienten, wenn z.B. die Pumpe gewartet werden musste. Dazwischen steht das Herzstück der Anlage, die Solepumpe. Sie beförderte pro Tag 300Kubikmeter Sole zum Haus am Waldrand, von wo die Sole in leichtem Gefälle zur nächsten Pumpstation floss, die in Bergham bei Bernau stand.Als Leitungen verwendete man fast überall ausgehöhlte Tannenstämme, denn diese hielten immerhin 30 Jahre lang.
Wanderung.
Vom Wanderparkplatz in Rottau folgen wir der Beschilderung »Nr. 45« ins Rottauer Tal. Nach dem kleinen Sägewerk teilt sich der Weg, und wir bleiben auf dem Weg Nr. 45, der rechts bergauf zieht. Der schattige, breite Forstweg führt am rechten Ufer zuerst oberhalb des Bachs entlang. Nach knapp einer Stunde passieren wir die etwas links gelegene Rottauer Vorderalm; unserWeg verläuft aber geradeaus weiter. Hinter uns ragen die steilen Felswände der Gedererwand aus der Kampenwandgruppe in den Himmel. Nun ist es nichtmehr weit bis zumhöchsten Punkt der Tour, denn plötzlich öffnet sich der Wald, und wir treten auf die Almwiesen rund um den Breitenberg. Das ist dieMoier-Alm, die sich in Privatbesitz befindet. Unter uns breitet sich das Naturschutzgebiet Kendlmühlfilze vor dem Chiemsee aus. Nun geht es über bunte Almwiesen bergab und etwas unter der Moier-Alm vorbei. In einigen Kehren erreichen wir kurz darauf die in einer Senke liegende Hefteralm, die ganz aufWanderer eingestellt ist. Nach der Brotzeit geht es hinter dem Haus durch ein Gatter wieder in den Wald und bald steil bergab. An einer Weggabelung halten wir uns links (Weg Nr. 45) und erreichen über die nördliche Flanke des Breitenbergs wieder das kleine Sägewerk am Rottauer Bach und wandern zurück zum Parkplatz.

Gute Erreichbarkeit mit dem Öffentlichen-Personen-Nahverkehr (Bus/Bahn)

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour9 km
Höhenunterschied460 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
StartortRottau
AusgangspunktRottau, Wanderparkplatz am Beginn des Rottauer Tals
EndpunktRottau, Wanderparkplatz am Beginn des Rottauer Tals
TourencharakterDiese Kombination gibt es nur selten - Spitzentechnologie aus der Zeit Napoleons gepaart mit einer gemütlichen Bergwanderung zu einer der beliebtesten Almen im Chiemgau, der Hefteralm.
Hinweise
Gute Erreichbarkeit mit Bussen/Bahnen
KartentippKompass 1 - 50 000, Blatt 10 Chiemsee
Markierungen
VerkehrsanbindungAuto. Von München auf der A 8 Richtung Salzburg bis zur Ausfahrt Bernau am Chiemsee, weiter auf der B 305 Richtung Grassau bis Rottau, dort rechts in den Mühlwinkel und am Ende über den Rottauer Bach; hier kleinere Wanderparkplätze Bahn. Von München über Rosenheim nach Bernau am Chiemsee, mehrmals täglich Busverbindung Richtung Grassau, Haltestelle Rottau
GastronomieDie Moier-Alm und die Hefteralm sind während der Sommermonate bewirtschaftet.
Tipps
Verleih
Informationen
Höchster Punkt
Unterkunft
Tourismusbüro
Auskünfte und Anmeldung für Gruppen im Rathaus Grassau (Tel. 08641/40 08 18) oder im Museum Klaushäusl (Tel. 08641/54 67); allgemeine Infos: Tourist-Information Grassau, Kirchplatz 3, 83224 Grassau, Tel. 08641/27 73, www.grassau.de