Lehnberghaus

Einfacher Hüttenaufstieg auf guten und markierten Wegen, alternativ sogar auf Fahrwegen möglich. Auch der vorgestellte Gipfelanstieg über den Wanderweg zur Wankspitze ist leicht. Nur der Klettersteig aus der Hölle herauf hat einen sehr grimmigen Einstieg und etliche luftige Stellen parat. (Autor: Siegfried Garnweidner)
12 km
360 m
1.00 h
Hüttenzustieg.
Vom Wanderparkplatz östlich des Wirtshauses in Arzkasten geht man zur Gaststätte zurück und am Fahrweg anfangs gegen Westen, dann rechts abzweigend in den Wald hinein und nach Norden gering ansteigend hinauf. Auf der Höhe von 1195 Metern verzweigt sich die Route. Wer rechts abbiegt, folgt dem Fahrweg über den Lehnberg nach Nordosten – diese Variante ist ein wenig monoton. Etwas anspruchsvoller, aber keinesfalls schwierig gibt sich der Anstieg durch den Lehnergraben. Er führt vom Punkt bei 1195 Metern noch ein paar Meter als breiter Weg nach Norden hinauf, dreht ebenfalls rechts ab und verengt sich zu einem schmalen Pfad, der in der Nähe eines Jagdhauses rechts abknickt. Bald darauf stößt er – wie die Straße auch – zum Lehnberghaus. Zur Information: Auf der Hütte gibt es keinen Strom. Das Mobiltelefon des Hüttenwirts wird über eine kleine Solarzelle versorgt. Die restliche Energie kommt aus Gasflaschen; auch für den Kühlschrank. Das stinkt normalerweise nicht und macht keinen Lärm.
Wankspitze.
Als Höhepunkt dieses Hüttenausflugs bietet sich die Wankspitze (2209 m) an. Zwei verschiedene Routen gibt es zu diesem beliebten Panoramagipfel. Eine ist absolut einfach. Sie verläuft von der Hütte auf einer Fahrspur kurz durch eine breite Waldlichtung und schwenkt nach rechts in den Wald hinein. Nachdem man eine Straße überquert hat, geht es zum ersten Aussichtspunkt, der Lacke (1704 m). Dort schwenkt die Route nach links, steigt gegen Nordosten moderat an und führt allmählich ins Latschen-Krummholz. Nun zeigt sich die weite Graskalotte des Gipfels und es lässt sich gut erkennen, dass keine Schwierigkeiten beim Gipfelsprint zu erwarten sind. Der Bergpfad wendet sich vor einem unbedeutenden Vorgipfel nach links und steigt über einen weiten Wiesenrücken gegen Nordwesten zum Gipfelkreuz an. Für die 655 Höhenmeter muss man mit etwa 1 3/4 Stunden Anstiegszeit (ab Hütte) rechnen.
Mit dieser Gipfeltour sind die touristischen Attraktionen an der Wankspitze nicht erschöpft. Der Berg hat nämlich einen weiteren Zugang im Programm und der gibt sich deutlich aufregender. Nur wer sich mit ruhigem Gewissen einen pfiffigen Klettersteig zutraut, geht vom Lehnberghaus auf einer Fahrspur gegen Norden zur Wasserfassung weiter. Dort endet der Fahrweg und im Graben sprudelt eine große Quelle aus dem Kies heraus. Nun auf schönem Bergweg durch den Taleinschnitt nach Norden weiter, bis man in die Hölle kommt. Noch vor der steil aufragenden Höllreiße rechts abzweigen und in Kehren gegen Osten ins Stöttltörl (2036 m) hinauf. Nun wird die Tour spannend. Gewissenhafte Bergsteiger setzen nun einen Steinschlaghelm auf und legen ihre Klettersteigsicherung an. Der Einstieg ist gleich einmal ein Eignungstest. Wer den glatten Felsen, der kaum Griffe zu bieten hat, locker überwindet, braucht sich über die Schwierigkeiten der restlichen Klettersteigroute keine Gedanken zu machen. Anschließend kraxelt man auf einer luftigen Hühnerleiter hinauf, darüber geht es lustig weiter. Mal am Drahtseil, dann mithilfe guter Griffe schlängelt sich der Klettersteig munter durch ein wildes Felsenlabyrinth steil den Berg hinauf und stößt auf einer Graterhebung zu einem Steinmann. Von dort muss man auf einer ziemlich ausgesetzten Passage über feinen Grieß (am Drahtseil) ein kurzes Stück absteigen, ehe in mehrmaligem Auf und Ab nach etwa 2 Stunden (ab Hütte) das Gipfelkreuz erreicht ist. Zurück sollte man in jedem Fall der einfachen Route über die Lacke folgen.

Dauer: Auf: 1 Std. Ab: 3/4 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour12 km
Höhenunterschied360 m
Dauer1.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktObsteig, Gasthaus Arzkasten (1151 m)
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterLeichte Wanderberge haben in der Mieminger Kette Seltenheitswert. Hütten gibt es zwar genug, aber die dazugehörigen Gipfel fordern meist diejenigen Wanderer oder Bergsteiger, die einigermaßen engagiert sind. An der Wankspitze kommen Genusswanderer und Klettersteigfreaks gleichermaßen auf ihre Kosten. Wer sich nur die Beine vertreten und frische Luft schnappen möchte, steigt bis zum Lehnberghaus auf und wandert allenfalls auf dem guten, aussichtsreichen Weg weiter bis zur Wankspitze. Den besonders Sportlichen unter uns empfiehlt sich der Gipfelanstieg über den relativ anspruchsvollen Klettersteig.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Wanderkarte 1:50000, Blatt 25 (Ehrwald–Lermoos–Mieminger Kette)
VerkehrsanbindungVon Fernpass, Telfs oder Imst nach Nassereith und das Sonnenplateau bis Obsteig hinauf; Stichstraße nach Arzkasten (gebührenpflichtiger Parkplatz); Busverbindung zwischen Telfs und Nassereith, Haltestelle in Holzleiten
Tipps
Wintersport. Die Wankspitze eignet sich – auf der Route über die Lacke – hervorragend als moderates Skitourenziel. Dabei fällt auf, dass der Berg trotz der südseitigen Exposition sehr schneesicher ist. Und wer nicht Ski fahren kann, zieht von Arzkasten einen Schlitten zum Lehnberghaus hinauf, um auf der präparierten Rodelbahn nach der Hütteneinkehr flott ins Tal zu flitzen.
Informationen
Hüttensteckbrief. Höhe: 1554 m, Erbaut: 1960, privat, Bewirtschaftet: Ganzjährig (geschlossen nur zwischen Ostern und dem letzten Aprilwochenende sowie von Anfang November bis kurz vor Weihnachten), 6 Betten, 17 Lager (Übernachtung nur nach vorheriger Anmeldung möglich), Telefon: +43(0)5264/8333.
Tourismusbüro
Obsteig, Tel.: +43(0)5264/8106; www.tirol.at/obsteig

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