Latschanderwaalweg

Entlang des Etschsteigs und des Waalwegs leichte und bequeme Wanderung, beim Anstieg zur Klumperplatte teilweise steil und der Sonne ausgesetzt; man kann aber entweder den Waalweg entlang zurück nach Latsch wandern oder von Kastelbell die Vinschgaubahn benützen.
Latsch – Etschsteig – Tiss – Latschanderwaalweg – Kastelbell – Klumperplatte – Latsch (Autor: Peter Mertz)
10 km
620 m
3.00 h
Zum Beginn des Waalwegs.
Von Latsch aus wandern wir zuerst am Etschsteig, einem schattigen Wiesenweg, entlang des Etschufers flussaufwärts. Nach 30 Minuten etwa überqueren wir auf der Straßenbrücke die Etsch. Nach 200 Meter parallel zur Vinschgaustraße auf einem Gehsteig wechseln wir auf die Zufahrt nach Tiss und wandern leicht aufwärts zum Beginn des Waalwegs. Bis zu einem großen Felsen gegenüber dem Einstieg ist der Waal heute von der Etsch kommend verrohrt. Nicht so jedoch entlang unserem ersten Abschnitt, denn da führt der Waal durch eine herrliche Säulenhalle aus Kastanien, Ahorn und Eichen. Bald kommt der Zulaufweg von Latsch herauf, während nach links der Weg Nr. 8 in Richtung Mairhof abzweigt (unser Rückweg). Bald folgt ein etwas schroffer Abschnitt, in dem der Weg öfters über Stege läuft, unter denen das Gelände senkrecht bis zur Vinschgaustraße abfällt. Der Weg wird durch Geländer gesichert und kann problemlos begangen werden.
Nach Kastelbell.
Etwa einen Kilometer vor Kastelbell öffnet sich das Tal. Den Waal säumen zuerst Obstbaumhaine und Rebterrassen, während unsere Blicke zum wuchtigen Schloss hinabfallen. Wir kommen an einen Feldweg, der von links herabsteigt und weiter nach Kastelbell führt. Wer dem Waal bis zu seinem Ende folgen möchte, bleibt vorerst auf dem Pfad, der weiter entlang dem Kanal talabwärts zieht. Nach der Querung eines Grabens auf einer schmalen Eisenbrücke wandern wir wiederum durch sehr malerische Weingärten. Nochmals führt ein Wiesenweg nach Kastelbell abwärts, doch der Waal ist immer noch nicht an sein Ende gelangt. Dieses erreicht er erst im Bachgraben des Galsaunbachs, wo auf der gegenüberliegenden Seite der Tscharser Waal endet. Der Weg führt hier durch einen Kastanien- und Eichenwald, bis der Bewässerungsgraben in einem Rohr in den Boden verschwindet. Wir biegen nach links auf einen schmalen Waldpfad ab und steigen steil 15 Minuten durch Buschwald bergauf. Dann überqueren wir den Galsaunbach. Dort leitet der Waal sein Wasser in ein Filterbecken, von wo es unterirdisch verteilt wird.
Der Rückweg über die Klumperplatte.
Um die Waalwegwanderung zu einem Rundweg werden zu lassen, können wir vom Waalweg aus westlich vor Kastelbell zur prähistorisch wertvollen Klumperplatte aufsteigen. Dazu folgen wir der entsprechenden Beschilderung (Weg Nr. 8) und steigen steil über einen Feldweg durch Weinterrassen aufwärts. Dreimal wird unsere Route kurz über Fahrstraßen geleitet, ehe in einer Serpentine einer Schotterstraße der Pfad zur Klumperplatte abzweigt. Wir steigen weiter durch Trockenbuschwald bergan und gelangen nach 45 Minuten ab dem Abzweig vom Waalweg zu den prähistorischen Schalensteinen auf der Klumperplatte. Ihre Herkunft bzw. Funktion ist immer noch nicht restlos geklärt. Der Pfad führt weiter aufwärts, biegt steil nach rechts und mündet wenig später in die asphaltierte Straße zum Mairhof. Bei der nächsten Kehre zweigt nach oben der Pfad ab, der uns nach Latsch zurückbringen wird. Doch vorerst steigt der Weg immer noch durch Trockenhänge aufwärts, ehe er in einen breiteren, vom Mairhof herabkommenden Pfad einbiegt und mit stetem Gefälle abwärts führt. Nach etwa 35 Minuten treten wir nach einem eingezäunten Bewässerungsbecken in den Waldsaum rund um den Latschanderwaal ein. Wir überqueren den Waalweg und steigen zur Staatsstraße und damit nach Latsch hinab.

Motto: Wandern am Wasser; Weinwandern

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied620 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktLatsch (639 m), Parkplatz an der Talstation der Seilbahn nach St. Martin am Kofel
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterEiner der längsten Waale und zugleich einer der letzten großen Waale des Vinschgau steht im Mittelpunkt dieser gemütlichen Wanderung. Der Latschanderwaalweg leitet von März bis September das Wasser der Etsch in der Nähe von Goldrain auf einer Höhe von 660 Meter ab. Er befördert 120 Liter Wasser pro Sekunde und bewässert damit 45 Hektar Wein- und Obstkulturen. Ein Großteil des sieben Kilometer langen Bewässerungskanals fließt heute noch in seinem ursprünglichen Verlauf, der zumindest bis Latsch von einem bequemen Waldweg begleitet wird. Danach folgen einige steilere Passagen, wo der Kanal einen recht wild anmutenden Landschaftsstreifen mit steilen Felswänden durchschneidet. Heute sind diese Stellen bestens gesichert, sodass die Wanderung für jeden problemlos zu bewältigen ist. Übrigens, die Begehung des Waals ist in beiden Richtungen gleich lohnend.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Wanderkarte 1:25000, Blatt WKS 12 (Naturns); Freytag & Berndt Wanderkarte 1:50000, Blatt WKS 2 (Vinschgau)
VerkehrsanbindungVon der Vinschgau-Staatsstraße (SS 38) beim Kreisverkehr auf die Zufahrt nach Latsch, knapp danach zum Parkplatz an der Seilbahn-Talstation Mit der Vinschgaubahn (Meran – Mals) nach Latsch
GastronomieGasthöfe in Latsch und Kastelbell sowie Mairhof etwa 30 Gehminuten oberhalb der Klumperplatte
Tipps
Endlose Waalwanderung. Der Latschanderwaal schließt die Lücke zwischen Ilswaal und Tscharser Waal. Zusammen mit den Waalen bei Mals und Schluderns kann das gesamte Vinschgau bis nach Meran auf Waalwegen durchwandert werden. Sämtliche Wasserläufe ziehen durch die südexponierten Sonnenhänge und werden zumeist von einer grünen Ader aus Kastanien, Pappeln, Eichen und Birken begleitet. Die Waale werden so zu den Lebenslinien des Vinschgau.
Informationen
Dauer: Latsch – Nähe Tiss 30 Min. – Kastelbell 1.30 Std. – Klumperplatte 1 Std. – Latsch 45 Min.; Gesamtgehzeit 3.45 Std.
Tourismusbüro
Tourismusverein Latsch-Martell, Hauptstraße 38/a, I–39021 Latsch, Tel.: 0473/623109, www.latsch.it, info@latsch.it

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