Landsberger Hütte

Zu drei Seen und auf drei Gipfel: Der Hüttenzustieg ist zwar streckenweise steil, aber auf markierter Route nicht sehr schwierig. Es gibt streckenweise Drahtseile zum Festhalten. (Autor: Siegfried Garnweidner)
13 km
640 m
2.00 h
Hüttenzustieg: Von der nördlichsten Spitze des Vilsalpsees geht man auf einem Sträßchen am Ostufer des malerischen Sees zu einer Jagdhütte. Dort zweigt nach links ein markierter Wanderweg ab, führt neben dem Bach durch den Wald und über einen steilen Felsenhang in vielen Kehren zur Staumauer des Traualpsees. Auf der Ostseite des künstlich geschaffenen Sees verläuft die Route gegen Süden weiter und wieder in felsige Bereiche hinein. Wer Angst hat, kann sich an den soliden Sicherungsanlagen festhalten, bis die Lache erreicht ist. Unweit über dem kleinen See muss man rechts abdrehen und kommt gleich darauf zur ansprechenden Landsberger Hütte. Sie ist eingerahmt von den markanten Berggestalten Rote Spitze, Steinkarspitze, Lachenspitze und Schochenspitze. Diese lassen sich von der Hütte aus gut besteigen, und so hat der Tourist, der sich die Hütte als Stützpunkt wählt, gleich ein stattliches Programm im Angebot. Natürlich kann man die alpinen Wanderaktivitäten fast beliebig erweitern. Interessant wäre beispielsweise die relativ anspruchsvolle Wandertour von der Hütte über die Krottenköpfe zur eigentümlichen Leilachspitze (2274 m). Gipfelziele Ängstliche Naturen sollten darauf verzichten, die hier vorgeschlagenen Gipfel zu besteigen, denn es geht streckenweise ziemlich luftig zu, wenn man Steinkarspitze, Lachenspitze und Schochenspitze überschreitet. Wer aber alpine Erfahrung mitbringt und absolut trittfest und schwindelfrei ist, sollte sich diesen bezaubernden Exkurs gönnen. Er verläuft von der Hütte gegen Westen und unter den Gratausläufern der Roten Spitze in den Sattel zwischen Roter Spitze und Steinkarspitze. Nun nach links, nicht zur Roten Spitze hinauf (was auch möglich wäre), sondern am Gratrücken auf den wilden Gipfelfelsen der Steinkarspitze zu. Der Steig holt rechts ein wenig aus und schwingt sich von Westen her steil, aber unschwierig zum Gipfelkreuz der Steinkarspitze in 2067 Metern Höhe hinauf. Vom Gipfelkreuz der Steinkarspitze geht es entweder direkt steil nach Osten hinab oder das erste Stück am Gratrücken gegen Südwesten, dann links und über steile Wiesen zum Grat, der sich zum Sattel zwischen Steinkarspitze und Lachenspitze hinzieht. Anschließend auf gutem Steig fast eben, später deutlich steiler in Kehren zur Lachenspitze (2126 m) hinauf. Dort wird es spannend. Der Weiterweg fällt vom Gipfel das erste Stück ziemlich steil und sehr ausgesetzt gegen Nordosten ins Lachenjoch ab und steigt über weite Wiesenhänge steil zur Schochenspitze (2069 m) an. Vom dritten und letzten Gipfelziel nach Norden in den Schochensattel hinunter, dann ein paar Meter sehr steil abwärts (Seilsicherung) und zur Gappenfeldalm (Jausenstation). Bei der Alm links halten und gegen Nordwesten den Gappenfeldbach queren, auf einem Fahrweg zur Autostraße und neben ihr am Wanderweg zum Ausgangspunkt am Vilsalpsee zurück. Die anspruchsvolle Fleißaufgabe über drei Gipfel kostet rund 4 Stunden Zeit, 530 Höhenmeter Aufstieg und 1195 Höhenmeter Abstieg.

Dauer: Auf: 1 3/4 Std. Ab: 1 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour13 km
Höhenunterschied640 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktVilsalpsee (1168 m)
TourencharakterDie Berge und Hütten rund um den Vilsalpsee erfreuen sich großer Beliebtheit. Das liegt an der auffallend schönen Berggegend, in der es etliche klare Seen gibt. Schon die Hütte allein ist ein herrliches Ausflugsziel für eine panoramareiche Tour. Noch großartiger sind die Rundblicke natürlich von den benachbarten Gipfelzielen, die aber selbst engagierte Bergsteiger fordern, denn sie fallen etappenweise ziemlich luftig aus.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Wanderkarte 1:50000, Blatt 4 (Füssen–Außerfern)
VerkehrsanbindungVon Tannheim nach Süden, an der Vils entlang zum Vilsalpsee (Busverbindung)
GastronomieNoch eine Einkehr Auf der langen Gipfelüberschreitung kommt man zur Gappenfeldalpe, wo es – gerade recht zur Kaffeezeit – ausgezeichnete, hausgemachte Kuchen gibt.
Informationen
Hüttensteckbrief Höhe: 1805 m Erbaut: 1929, DAV-Sektion Landsberg Bewirtschaftet: von Pfingsten bis Mitte Oktober 40 Betten 80 Lager 30 Notlager Winterraum mit AV-Schlüssel Telefon:+43(0)5675/6282
Tourismusbüro
Tannheim, Tel.: +43(0)5675/62200; www.tirol.at/tannheim

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