Lamsenjochhütte

Leichter Anstieg zur Hütte auf gutem Bergpfad, etwas steil (Autor: Siegfried Garnweidner)
8 km
690 m
2.00 h
Hüttenzustieg.
Vom Wirtshaus Graimaialm geht man mit vielen Gleichgesinnten in den Gramaier Grund hinein. Zunächst steigt der Weg nur leicht gegen Südwesten an. Er dreht nach Süden und quert unter Rauem Knöll und Schafjöchl steile Hänge. Schaut man nach links hinauf, sieht man das im Sommer recht triste Schneiderkar. Wenn jedoch Schnee liegt, gibt es kaum eine schönere Strecke für Firngleiter und Skitourenfahrer. Kommt man also zu Saisonbeginn, etwa Mitte Juni, wird man diese verwegenen Brettlrutscher beobachten können, wie sie am frühen Vormittag den Steilhang herunterwedeln. Hinter dem Schneiderkar schwingt sich der Hang auf. In vielen engen Kehren steigt der Bergpfad zwischen Latschenbuschwerk ziemlich steil ins Lamsenjoch hinauf. Dort steht die ansprechende Lamsenjochhütte.
Engagierte Tourengeher und Firngleiterfreaks kommen hier im Juni durch den Graimaier Grund herauf und gehen mit ihren Bretteln an der Lamsenjochhütte vorbei bis an den Fuß der Lamsen-Ostwand. Cracks tauschen dann die Skistiefel mit Kletterschuhen und kraxeln die extreme Wand hinauf.
Am Klettersteig zur Lamsenspitze.
Neben dem langen Hochnisslgrat mit seinen vielen Gipfeln bietet sich eine etwas einfachere, aber immer noch relativ anspruchsvolle Bergtour zur Lamsenspitze (2508 m) an. Beide möglichen Routenvarianten verlangen Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Während der Anstieg durch den Brudertunnel auf einem luftigen, aber gut ausgebauten Klettersteig verläuft, führt die Route durch das Lamsenkar über einen steilen, tristen Geröllhang. Am Besten und Zünftigsten wird es wohl sein, am Klettersteig aufzusteigen und durch das Lamsenkar abzusteigen. Oder aber man fährt im Geröll ab, wenn man sich das traut und seinem Schuster mal wieder eine Finanzspritze erteilen will.
Der Höhenunterschied von der Hütte ab beträgt 560 Meter und dafür muss man rund 1 3/4 Stunden für den Anstieg und eine gute Stunde für den Abstieg rechnen.
Von der Hütte folgt man der Wegspur über ein grobes Schotterfeld nach Nordwesten und geht bei der Verzweigung links weiter. Gegen Süden kommt man nun auf den luftigen Klettersteig zu. Mit Seilsicherungen, Krampen, soliden Tritten und Griffen arbeitet man sich sehr steil und ausgesetzt zum Brudertunnel hinauf. Der Klettersteig verschwindet im finsteren Tunnel. Dort geht es vorsichtig auf sandigem Untergrund weiter und anschließend auf guten Tritten wieder ans Tageslicht. Beim Ausstieg in der Lamsscharte verzweigt sich die Route.
Nun rechts weiter und gegen Nordwesten über breite Geröllfelder am Rande eines weiten, tristen Schuttkars. Die Markierungszeichen führen in eine steile Felsenrinne. Diese Rinne wird wegen Steinschlaggefahr schnell und vorsichtig gequert (nicht stehen bleiben!), dann folgt man dem moderat ausgefallenen Klettersteig. Am oberen Rande der Steiganlage quert die Route eine steile Fels- und Geröllflanke, führt nochmals durch eine Felsenrinne und steigt die letzten Meter am Grat zum Gipfelkreuz an.
Der Abstieg führt bis in die Lamsscharte entlang der Aufstiegsroute. Man muss nicht wieder durch den Brudertunnel absteigen. Wer einen kleinen Gegenanstieg in Kauf nimmt, kann von der Lamsscharte anfangs am Seil über steiles Felsgelände nach Norden bis unter die Lamsen-Ostwand queren und dann über steiles Geröll zur Lamsenjochhütte absteigen (oder vorsichtig im Geröll abfahren). Ins Tal geht es durch den Gramaier Grund zur Gramaialm zurück.

Dauer: Auf: 1 3/4 Std. Ab: 1 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied690 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktGasthaus Gramaialm (1263 m)
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterEine der Paradehütten des Karwendelgebirges ist die schmucke Lamsenjochhütte, die im Lamsenjoch – eingerahmt von markanten Felsenwänden – bei Tagesausflüglern ebenso beliebt ist wie bei Bergsteigern, die auf großen Karwendeldurchquerungen unterwegs sind. Sogar Mountainbiker kommen herauf. Von Schwaz gibt es einen Fahrweg, der strampelnde Bestkondition verlangt. Selbst von der Eng tragen Radfahrer ihre Hightech-Maschinen über das westliche Lamsenjoch herüber, weil das Lamsenjoch auf einer der Mountainbike-Karwendeldurchquerungen liegt. Diese Etappe kann man – wie andere Teilstücke auch – allerdings nicht fahren.
Beste Jahreszeit
KartentippAlpenvereinskarte 1:25000, Blatt 5/3 (Karwendelgebirge–östliches Blatt)
VerkehrsanbindungVon Pertisau am Achensee auf mautpflichtiger Straße durch das Falzturntal; stinkender Nostalgiebus ab dem späten Vormittag
Tipps
Alternativrouten. Recht beliebt ist der Hüttenzustieg von der Eng (Großer Ahornboden) über die Binsalm und das Westliche Lamsenjoch. Ein weiterer Anstieg verläuft auf einer lan- gen Fahrstraße durch das Stallental aus dem Inntal herauf. Er beginnt in Fiecht bei Schwaz.
Informationen
Hüttensteckbrief. Höhe: 1953 m, Erbaut: 1908, DAV-Sektion Oberland, Bewirtschaftet: von Anfang Juni bis Mitte Oktober, 24 Betten, 72 Lager, 42 Schlafplätze im offenen Winterraum, Telefon: +43(0)5244/62063, www.lamsenjoch.at.
Tourismusbüro
Pertisau, Tel.: +43(0)5243/4307; www.tirol.at/pertisau

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