Lago Tremorgio – Venett

Sowohl botanisch als auch geologisch sehr interessante Wanderrunde hoch über der Leventina. Teilweise recht raue Wege, Trittsicherheit erforderlich. (Autor: Eugen E. Hüsler)
14 km
1200 m
4.00 h
Von der Seilbahnstation zum nahen Rifugio Lago Tremorgio (1850 m). Nur kurz geht man am Ostufer des Sees entlang, dann über den verstrauchten Hang, mit immer schöneren Tiefblicken auf das Gewässer, diagonal bergan und dann unter der Cima di Filo (2265 m) in den flachen Boden der Alpe Campolungo (2086 m), wo im Sommer gekäst wird. In der felsigen Kulisse dominiert der Pizzo del Prévat (2558 m), ein markanter Felszahn über dem Passo Campolungo. In entgegengesetzter Richtung steigt eine Wegspur hinauf zum Pass Venett (2138 m; 1 Std.), wo man auf die eingangs erwähnte »Ader« aus schneeweißen Sedimenten stößt. Jenseits der Scharte geht es nun auf einem von Erosion (und Mineraliensuchern) arg in Mitleidenschaft gezogenen Weg mit Aussicht über die mittlere Leventina in Kehren abwärts, dann schräg hinaus zur Alpe Cadonighino (1739 m). Weiter über einen licht bewaldeten Boden und hinunter zu einer Sandstraße. Sie führt in mehreren Schleifen bergab zum Pian di mezzo (1340 m; 3 Std.) oberhalb von Dalpe (1192 m), wo rechts der Weg zur Capanna Campo Tencia abzweigt. Weiter auf Asphalt talwärts, an einer Verzweigung (Tafeln) nicht rechts nach Dalpe, sondern links auf einem breiten Karrenweg über ein paar Serpentinen hinunter nach Prato (1043 m), dessen Kirche einen der schönsten romanischen Campanili des Tessins besitzt. Auf einem Fahrweg nach Mascengo (1039 m) und dann am Waldrand entlang zurück nach Rodi (4:30 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour14 km
Höhenunterschied1200 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBergstation der Seilbahn (1850 m) zum Tremorgio-See; Talstation beim Kraftwerk in Rodi (850 m) an der Gotthardstraße.
EndpunktTalstation der Seilbahn in Rodi.
TourencharakterDie Wanderrunde über den kleinen Sattel von Venett hinab in die Leventina hält einige Überraschungen bereit. Da ist einmal der fast 40 Hektar große Lago di Tremorgio (1830 m), um den sich allerlei Legenden und abenteuerliche Theorien ranken. Eine Geschichte erzählt vom unglücklichen Herzog Tremor, einem Gefolgsmann Karls des Großen, dessen Schloss erst im See versank und der dann von einer bösen Hexe in eine Akelei verwandelt wurde. Tatsache ist, dass im Hochsommer jeweils Tausende dieser hellblauen Blumen an den Hängen über dem Wasser stehen, und jede nickt im Wind, als möchte sie sagen: »Ich bin's!« Gemäß einer (sehr umstrittenen) Theorie soll das kreisrunde Gewässer seine Entstehung einem Meteoriteneinschlag verdanken. Zweifelsfrei nachgewiesen wurde dagegen, dass sein Spiegel langsam, aber stetig absinkt: der See »verliert« Wasser ... Bei Geologen ist die Gegend rund um die Alpe Campolungo berühmt; sogar dem Laien fallen schneeweiße Sedimentschichten zwischen dem dunklen Braun der Gneise sofort ins Auge.
Beste Jahreszeit
KartentippLandeskarte der Schweiz 1:50 000, Blatt 266T »Valle Leventina« mit Wanderwegeaufdruck.
MarkierungenWeiß-rot-weiß, gelbe Wegzeiger.
VerkehrsanbindungRodi-Fiesso (940 m), Station an der Gotthardlinie (Regionalzüge); Seilbahnverkehr Ende Mai bis Mitte Oktober 7.30–19 Uhr.
GastronomieRifugio Lago Tremorgio (1850 m), bewirtschaftet Juni–September; Tel. 091/8 67 12 52.
Unterkunft
Rifugio Lago Tremorgio
Tourismusbüro
Leventina Turismo, CH-6780 Airolo; Tel. 091/8 69 15 33, info@leventinaturismo.ch, www.leventinaturismo.ch.

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