Kunst im Fels am Monte Luppia

Unschwierige bequeme Wanderung mit einem fantastischen Ausgangs- und Endpunkt. Nach einem kurzen Aufstieg sehen wir die Felszeichnungen direkt am Wegesrand. Von unserem Ziel, dem Monte Luppia, haben wir einen Ausblick, der seinesgleichen sucht. (Autor: Joachim Lutz, Sabine Malecha)
9 km
330 m
3.00 h
Die Landzunge San Vigilio.
Diese ragt – nach der Halbinsel Sirmione – am weitesten in den See hinaus, genau an der Stelle, wo dieser am breitesten und offensten ist. Von der Landzunge aus überblickt man praktisch den gesamten Gardasee. Links sieht man das südliche Ufer mit dem Felsen von Manerba, rechts, hinter der Insel Garda, den Golf von Salò sowie Gardone und Maderno. An einer Seite der Halbinsel öffnet sich eine Badebucht, »Baia delle Sirene«. Auf der anderen Seite liegt ein malerischer kleiner Hafen, von dem eine Felsklippe aus dem Wasser ragt. Die antike Kirche hier, San Vigilio gewidmet, bewahrt wichtige Malereien auf, die vom Leiden Christi zeugen, sowie eine Marmorstatue mit der Inschrift »En somnii explanatio« (Erklärung des Traums), das Motto für San Vigilio.
Der Reisende, der 1500 nach San Vigilio kam.
Und dann in dem kleinen Hafen festmachte, wurde durch eine in die Marmorplatte am Eingangstor ein - gehauene Inschrift aufgefordert, »die Geschäfte und Mühseligkeiten der Stadt« hinter sich zu lassen und die Ruhe des Ortes zu genießen. Inzwischen sind mehrere Jahrhunderte vergangen und noch heute genießen Menschen jeden Alters das besondere Flair dieses Ortes. Ob auf der kleinen Pflasterstraße oder der Zypressenallee, im Schatten der hundertjährigen Olivenbäume oder am hübschen kleinen Hafen – überall herrscht eine Atmosphäre der Ruhe, in der man für ein paar Stunden den Stress des Alltags hinter sich lassen kann. Viele Prominente wie Winston Churchill, Prinz Charles von England, der spanische König Juan Carlos und der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker verweilten hier. Zahlreiche Legenden ranken sich um diesen Ort, der stets das Interesse von Schriftstellern, Dichtern und Künstlern weckte. Eine davon berichtet, wie ein Nachkomme des Fauns Vigilio, der von Sizilien hierher gekommen war, sich in die Nymphe Stella verliebt haben soll. Da sie jedoch seine Liebe nicht erwiderte, verwandelte er sie in eine Felsenklippe – »Scoglio della Stella« –, die wir tatsächlich sehen können. Ob die Geschichte wahr ist, wollen wir nicht beurteilen.
Kunst am Fels des Monte Luppia.
Vom Parkplatz der Punta San Vigilio überqueren wir leicht links versetzt die Fahrstraße 249 und gehen nach der Mauer die Böschung in die Olivenhaine hinauf. Dabei bieten sich immer wieder schöne Ausblicke auf die Bucht von Garda. Im Hintergrund sehen wir die Erhebung mit der ehemaligen »Rocca«, die über die Bucht herrscht. Wir folgen einer Stützmauer mit zwei Stufen nach oben und nehmen dann den Weg nach links. Bei der ersten Gabelung folgen wir dem rechten Weg und kommen bald auf eine Schotterstraße, auf der wir weitergehen. Nach 500 m sehen wir die Hinweistafel »Graffiti«, die uns die Richtung zu den Felszeichnungen zeigt. Nach dem Hinweisschild geht es auf einem Teerweg bergauf in den Wald und bei der nächsten Absperrung wieder rechts. Bald sehen wir die ersten Zeichnungen, die »Roccia delle Griselle«. Diese sind vor allem im Morgen- und Abendlicht sehr gut zu erkennen. Noch zwei weitere Felsplatten sind mit Zeichnungen versehen, die aber stärker ausgewaschen und schlechter erhalten sind. Unser Weg führt uns weiter bergauf, bis wir auf ein Schottersträßchen stoßen. Diesem folgen wir rechts zu einem großen Anwesen. Danach gehen wir links in den Wald und folgen dem Weg, bis rechts ein markierter Weg »weiß-rot« abzweigt. Hier müssen wir ein wenig aufpassen, da der Abzweig nicht sehr deutlich zu sehen ist. Links geht es an einem Felsband entlang. Wir erreichen zuerst den Monte Are und dann den Gipfel des Monte Luppia (1.20 Std.).
Auf dem Monte Luppia.
Wir sind auf 418m Höhe angelangt und können den Blick in die Bucht von Garda ungestört genießen. Weiter geht es mit der Markierung hinab ins Val Volpara, bis wir bei der Fraktion Scaie di Albisano auf ein Asphaltsträßchen treffen (25 Min.). Wir halten uns links in Richtung Torri del Benaco und an der ersten Straße noch einmal links. Der Weg führt uns wieder nach Süden, bis wir auf die bekannte Kreuzung nach Cà Bianca treffen. Wir gehen den gleichen Weg bergab, den wir gekommen sind. Nach den Felszeichnungen kommen wir an eine Gabelung und nehmen den rechten Weg hinab zu einem Aussichtspunkt. Punta San Vigilio liegt uns zu Füßen. Wir gehen den breiten Schotterweg bergab und können uns nicht mehr verlaufen, da das Ziel immer in Sichtweite ist (1.15 Std.).
Zum krönenden Abschluss sollten Sie sich noch einen Besuch im Park »Parco Baia delle Sirene« der Halbinsel gönnen und dann am antiken Hafen einkehren, am besten in der Taverna San Vigilio. Durch einen bezaubernden mittelalterlichen Bogen gelangt man zur Locanda. Hier können wir einen Aperitif nehmen und dabei den Seeblick genießen.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour9 km
Höhenunterschied330 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortPunta San Vigilio
AusgangspunktParkplatz am Eingang des Parks (Trinkgeld wird erwartet)
EndpunktParkplatz am Eingang des Parks (Trinkgeld wird erwartet)
TourencharakterAuf den letzten Ausläufern des Monte-Baldo-Massivs befinden sich auf glatt gehobelten Felsen etwa 3000 Jahre alte Felszeichnungen. Han - delt es sich um Mitteilungen oder Glaubensbotschaften? Kein Forscher kann bis heute genau sagen, was es mit den Zeichnungen auf sich hat. Die Hinweistafeln an den jeweiligen Zeichnungen bieten Informationen darüber, was diese darstellen. Felszeichnungen sind im Gardaseegebiet keine Seltenheit, nur sind die meisten nicht so leicht zugänglich wie diese am Monte Luppia. Aber diese Tour hat noch viele weitere Highlights für Sie bereit - grandiose Ausblicke über die Bucht von Garda und einen der bezauberndsten Orte des gesamten Gardasees, San Vigilio.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass-Wanderkarte 1 - 50 000, Blatt 102 Lago di Garda, Monte Baldo; freytag & berndt 1:50 000, Blatt Gardasee
MarkierungenHinweistafeln »Graffiti«, »Cà Bianca«, »Scaie di Albisano«, »Cà Bianca«; rot-weiße Farbzeichen
VerkehrsanbindungBrennerautobahn A 22, Ausfahrt Casello/Affi, Lago di Garda Sud, und über Affi – Costermano nach Garda, weiter Richtung Torri del Benaco bis Punta San Vigilio.
GastronomieIn San Vigilio, Garda und Torri del Benaco
Tipps
FREIZEITPARK PARCO BAIA DELLE SIRENE. Natürlich stehen dem Gardasee-Urlauber nahezu in jedem Ort Bademöglichkeiten oder Freibäder zur Verfügung, um sich abzukühlen und das herrlich klare Wasser des Gardasees zu genießen. Der Parco Baia delle Sirene in San Vigilio in Garda ist einer der Freizeitparks, die sich voll und ganz auf das Element Wasser spezialisiert haben und der somit auch als Wasserpark bezeichnet werden kann. Der Park bietet alles, was das Kinderherz begehrt. Aber auch Jugendliche und Erwachsene kommen voll auf ihre Kosten. Schattige Liegewiesen so weit das Auge reicht, direkte Nähe zum Gardasee mit herausragenden Badegelegenheiten sowie einem bunten Rahmenprogramm runden das Angebot des Parco Baia delle Sirene ab. Auch verschiedene Sportarten werden angeboten. Darüber hinaus bietet der Park insbesondere für die kleinen Badegäste ein unterhaltsames Animationsprogramm, das gerne angenommen wird und den Eltern ein bisschen Ruhe verschafft. Parco Baia delle Sirene, San Vigilio, Garda, Tel. 0039/045/725 58 84
Informationen
Baden möglich
Tourismusbüro
TOURIST-INFO Tourismusinfo GARDA, Piazza Donatori di Sangue 1, 37016 Garda, Tel. 0039/045/627 03 84, Fax 0039/045/725 67 20, E-Mail - iatgarda@provincia.vr.it; I.A.T. Tourist Office, Torri del Benaco, Via F.lli Lavanda 3, 37010, Torri del Benaco, Tel. 0039/045/620 58 88, Fax 0039/045/620 58 00, E-Mail: comune@torridelbenaco.com, www.comune.torridelbenaco.it

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