Kröndlhorn (2444 m)

Schöne, lange Rundtour, die nicht besonders überlaufen ist. Die lange Strecke verlangt einwandfreie Kondition. Auf der vorgestellten Abstiegsvariante über viele weitere Gipfelziele ist man mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit alleine. (Autor: Siegfried Garnweidner)
4 km
1300 m
7.00 h
Vom Parkplatz der Autostraße gegen Süden folgen, an der Baumgartenalm vorbei und zum letzten Parkplatz im Windautal. Dort nach Süden auf ein paar Stegen über schmale Bäche und in dichtem Wald auf dem schönen Bergweg stramm hinauf. Kurz unter der Rotwand-Grundalm endet der Wald und man geht den letzten Stich zur stattlichen Alm (Jausenstation) hinauf. Von ihr über die Straße und auf einer breiten Rippe im Hochtal gegen Südwesten weiter, die Rippe nach links verlassen und über den Bach. Dann gegen Osten steil den Hang hinauf, durch Buschwerk und allmählich flacher dahin. In freiem Gelände rechts abdrehen und gering ansteigend in die Nähe der Rotwand-Hinttalalm. Dort etwas mehr rechts und einen langen Berghang auf gutem Weg nach Westen gering ansteigend queren. Bei einigen markanten Felsen auf ca. 1900 m Höhe entspringt eine klare Quelle, und im weiteren Verlauf kommt man an einem kleinen See vorbei. Die Route führt nun an einem Sumpfgebiet rechts vorbei und fällt dann nach Norden zu einem Unterstand gering ab. Unmittelbar beim Unterstandshäuschen links abdrehen und durch eine grüne Hangmulde hinauf, bis der Weg erreicht wird, der von der Oberkaralm heraufkommt. Dort links abzweigen, einen kurzen, etwas monotonen Hang schräg anschneiden und zum malerisch gelegenen Reinkarsee. Links um den See herum und durch ein langes Tal gegen Südwesten weiter. Vor einem großen Blockfeld unter dem Kröndlberg rechts abbiegen, dann wieder links, um über den Felsblöcken nach Süden schräg am Hang weiterzugehen. Schließlich kommt man an die felsige Ostflanke des Kröndlhorns. Dort finden sich ein paar gespannte Seile, die bei der Querung eines Felsenriegels Sicherheit geben. Anschließend geht es über eine steile Mulde in einen Wiesensattel und aus ihm die letzten Meter zum felsigen Gipfel, auf dem die kleine »Maria Trost«-Kapelle steht.
Abstieg.
Normalerweise steigt man bis zur Wegverzweigung unter dem Reinkarsee entlang der Aufstiegsroute ab und dann auf gutem Bergweg über felsige Hochweiden und mehrmals einen Fahrweg tangierend zur Oberkaralm. Von dort auf dem Fahrweg hinab, mit der Möglichkeit einige Kehren abzukürzen. Zuletzt führt der markierte Wanderweg zur Baumgartenalm hinab und auf der Straße zum Ausgangspunkt zurück.
Wer mit diesem ausgefüllten Programm nicht ausgelastet ist und das Abenteuer sucht, kann – sofern er entsprechend versiert ist – vom Wiesensattel gleich unter dem Kröndlhorn über Schrofenhänge und einen Blockgrat (Stellen II) in lustiger und luftiger Kletterei zum Kröndlberg (2440 m) hinüberqueren. Damit ist es aber noch lange nicht getan. Der Verlauf dieser Variante führt vom Kröndlberg nach Norden weiter und ab einem großen Steinmann steil hinab in einen breiten Sattel (2305 m). Aus ihm in der gleichen Richtung dahin, auf der rechten Seite des felsigen Bergrückens und nach links über Blockwerk (Vorsicht: viele Löcher) zum unbenannten Punkt 2328 m. Sicherer wäre es, aus dem Sattel bis fast zum Reinkarsee abzusteigen und von dort zum Punkt 2328 m wieder anzusteigen, was aber etliche zusätzliche Höhenmeter kostet. Nun geht es wieder über Blockwerk und steile Wiesenhänge nach Nordosten weiter. In einem Sattel, noch vor der Molterfeldspitze, wird ein schmales Weglein erreicht. Auf ihm weiter bergauf, um ein Felsenhindernis knapp unter dem Gipfel links herum und zur unbedeutenden Graskuppe der 2248 m hohen Molterfeldspitze. Von dort in rund zehn Minuten problemlos zum nicht benannten Punkt 2269 m hinauf. Der Weiterweg zur Schneegrubenspitze wird dann etwas problematischer, denn der kurze Grat ist von einem Felsenzahn versperrt, der mit normalen Mitteln nicht zu überwinden ist. Deshalb muss man vor diesem Hindernis nach rechts eine steile Wiese knapp 100 Höhenmeter hinunter und kann dann nach links auf Schafsteigen zur Schneegrubenspitze (2237 m) ansteigen. Der Rückweg führt durch ein breites, steiles Kar nach Südosten hinunter. Im unteren Bereich der Karmulde rechts halten und zum oben beschriebenen Abstiegsweg. Auf ihm zum Ausgangspunkt zurück.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour4 km
Höhenunterschied1300 m
Dauer7.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktPicknick- und Parkplatz »Foisching« im Windautal bei der Abzweigung zur Unterfoischingalm (1160 m)
EndpunktPicknick- und Parkplatz »Foisching« im Windautal bei der Abzweigung zur Unterfoischingalm (1160 m)
TourencharakterEs ist erstaunlich, mit welch großartiger landschaftlicher Vielfalt das Kröndlhorn aufwartet. Selbst die steile Waldetappe zur Rotwand-Grundalm hinauf geizt nicht mit Glanzlichtern, und oberhalb von ihr ist auf der gesamten Route immer für Kurzweil gesorgt. Dafür garantieren spannende Felsetappen, tiefblaue Seen und auf der gesamten Strecke oberhalb der Rotwand-Grundalm eine freie Rundsicht. Und obendrein gibt es für erfahrene Alpinisten die Möglichkeit, in einer sehr anspruchsvollen Variante der Tour gleich mehrere i-Tüpfelchen (sprich zusätzliche Gipfel) aufzusetzen. Diese sind jedoch nur über weglose und stellenweise nicht ungefährliche Strecken zu erreichen. Im Oktober des Jahres 1892 verschwand auf rätselhafte Weise die sechsjährige Rosina Kaiser aus Wald im Pinzgau von der Watschalm. Erst im Juli 1893 wurde sie auf den Höhen des Kröndlhorns tot aufgefunden. Der schwer kranke Bauer Bartholomäus Pöll aus Kummern in Westendorf hat daraufhin eine Kapelle auf dem Kröndlhorn verlobt und diese 1903 errichten lassen. In dieser »Maria Trost«-Kapelle wurde am 10. August 1904 zum ersten Mal das heilige Messopfer gefeiert. Seither wird hier alljährlich bei günstiger Witterung am St.Laurenzitag Berggottesdienst gehalten. Zahlreiche Älpler und bergfrohe Menschen aus dem Pinzgau, dem Brixental und aller Welt nehmen an diesem Berggottesdienst teil. Im Laufe der Jahre ist die Kapelle verfallen, wurde aber im Jahr 1955 neu errichtet. Zu dieser Gipfelkapelle führt die hier vorgestellte Tour.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass-Wander-, Rad- und Skitourenkarte 1:50000, Blatt 29 (Kitzbüheler Alpen)
MarkierungenWegtafeln und viele deutliche Markierungszeichen; Variante unmarkiert und weglos
VerkehrsanbindungMit dem Auto über Wörgl–Hopfgarten–Westendorf ins Windautal bis zum Ausgangspunkt
GastronomieJausenstation Rotwand-Grundalm
Tipps
Aufregende Alternativen. Die unten vorgestellte Abstiegsvariante über etliche Zusatzgipfel dürfen nur erfahrene Alpinisten bei guter Sicht angehen. Sie ist nicht ungefährlich, erfordert beste Verhältnisse und ein zuverlässiges Orientierungsvermögen in unerschlossenem Berggelände (eventuell GPS-Routendaten verwenden). Trittsicher und schwindelfrei muss man selbstverständlich auch sein.
Höchster Punkt
Kröndlhorn (2444 m)
Unterkunft
Gamskogelhütte im Windautal und Steinberghaus
Tourismusbüro
Westendorf, Tel. 0043/5357/2000300; www.tirol.at/westendorf
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