Kompar und Plumsjochhütte

Lohnende, vollkommen unschwierige Bergwanderung aus dem hintersten Rißtal; lässt sich mit Abstieg über die Plumsjochhütte zu einer netten Rundtour gestalten; wie bei Fleischbank/Grasbergjoch südseitige und daher »gut warme« Aufstiegsroute. (Autor: Horst Höfler, Gerlinde M. Witt)
14 km
1050 m
5.00 h
Von den Hagelhütten am Ende des Rißtales über den Bach und in Nordrichtung, dann östlich hinauf zum HasentalalmNiederleger (1266 m). Weiter auf dem Karrenweg über den Mitterleger zum Hochleger (1740 m) empor. Von dort in Westrichtung auf die Gipfelkuppe des Kompar zu. Man erreicht den Kamm Kompar – Satteljoch bei Wegtafeln (1825 m). Nun entweder gleich von Osten her auf den Kompargipfel. Oder auf dem Verbindungsweg zum Grasbergsattel bis an den Südwestkamm des Kompar und über ihn zum höchsten Punkt.Übergang zur Plumsjochhütte - Um zur Plumsjochhütte zu gelangen, gehen wir als Erstes zu den Wegtafeln zurück. Jetzt entweder auf dem AV-Weg Nr. 237 südseitig unterhalb des Satteljochs zur Hütte hinüber. Oder man wandert in Ostrichtung – weglos – über das Satteljoch (1935 m) hinweg und geht in gleicher Richtung so lange weiter, bis man auf den Steig Plumssattel – Montscheinspitze trifft. Auf ihm in südlicher Richtung zur Hütte hinab. Sie steht an einem landschaftlich prächtigen Fleck. Besonders mit dem Hintergrund der Falkengruppe stellt sie ein lohnendes Fotomotiv dar. Abstieg: Von der Plumsjochhütte wandert man dann teils auf Fahrstraße, jedoch immer wieder den alten AV-Weg Nr. 233 benützend zurück zum Hasentalalm-Niederleger und zum Ausgangspunkt.

Dauer - Hagelhütten – Kompar 2.30 Std.; Kompar – Plumsjochhütte 25 Min. (über das Satteljoch eine knappe Stunde); Plumsjochhütte – Hagelhütten 1.30 Std. Höhenunterschied: Hagelhütten – Kompar 934 m; evtl. Anstieg zum Satteljoch 110 m.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour14 km
Höhenunterschied1050 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktHagelhütten (1077 m) am Ende des Rißtales, dort wo sich das Engtal zum Großen Ahornboden hin öffnet.
TourencharakterAuch der Kompar ist noch ein »ausgewachsener« Zweitausender im Kamm zwischen Baumgarten- und Plumssattel, wenngleich ihm zugegebenermaßen die Montscheinspitze (2106 m) die Schau stiehlt. Aber Letztere gibt sich im Gegensatz zum Kompar recht spröde und ist eigentlich kein Gipfel für reine Bergwanderer, weshalb wir sie für unseren Führer hier auch besser ausklammern. Ausdauernde Wanderfreunde mögen den Kompar vielleicht noch dem Grasbergjoch »anhängen«. Das wäre keine Hexerei. »Macht« man ihn jedoch als Einzelziel, so verläuft die ganze Sache gemütlicher. Man muss sich ja nicht immer eine Riesenleistung abverlangen. Oft begeistert auch eine verhältnismäßig kurze Tour. Ich denke gerne an meine erste Kompar-Wanderung zurück. Damals, schon fast Mitte November, war man geneigt zu glauben, es wäre später Frühling – diese Sonne, diese milden Temperaturen! Glasklar stand die Alpenkette. Ich nahm mir spontan einen Urlaubstag und fuhr mitten unter der Woche ins Karwendel. Sieben Uhr morgens. Stille. Die Bäume waren bereits kahl; nur die Lärchen trugen noch ihre goldgelben Nadeln. Man konnte die Nähe des Winters förmlich spüren. Raureif umhüllte das Gras, erster Schnee überzuckerte die Hochgipfel. Plötzlich röteten sich die Flanken der Soiernberge und die obersten Felsen der Spritzkarspitze begannen zu leuchten. Erste Sonnenstrahlen modellierten den Laliderer Falken zu einem kühn aufstrebenden Steingebilde, während Toter Falk und Turmfalk noch im matten Grau dämmerten. Nur zögernd vermochte ich mich von dieser zauberhaften Schau zu lösen, um weiter meines Weges – zum Kompar – zu gehen. Gipfelrast. Züngelnden Flammen ähnlich ragten die höchsten Berge des Karwendel-Hauptkammes zwischen Gamsjoch- und Falkengruppe heraus. Als schwarzer, bedrohlicher Wall standen die schattenkalten Nordflanken von Schaufel- und Bettlerkarspitze gegenüber. Sollte ich mir den Bettlerkarspitz noch gönnen? Nein, wenige Stunden nur währte der Novembertag. Ich blieb sitzen und träumte. Bald würde der Winter kommen. Morgen schon konnte es so weit sein. Ich dachte mir, dass es überwältigend sein müsse, mitzuerleben, wie die ersten, schneidend kalten Böen über die Gipfel jagen, wie der Regen in Schnee übergeht, wie der weiße Mantel aus unzählbaren Kristallen Gras, Bäume und Felsen überdeckt; wie der Sturm die Wechten formt und die ersten Lawinen über die Wände donnern. Nachmittag. Ich raffte mich auf und schlenderte zum Plumssattel hinunter. Die Hütte stand verlassen und so trabte ich ohne Aufenthalt wieder dem Tal des Rißbachs entgegen. Während der Rückfahrt nach Hinterriß hielt ich unterhalb des Falkenkars noch kurz an, um auch dort hinauf meine Wünsche eilen zu lassen. Einen Augenblick klammerte ich mich an die Illusion eines vielleicht noch allerletzten schönen Wochenendes. Aber ich fühlte zugleich, dass jetzt der Abschied vom Bergsommer gekommen war.
Beste Jahreszeit
KartentippAlpenvereinskarte Karwendelgebirge, Östliches Blatt, 1 - 25 000; Österreichische Karte Blatt 119 (Schwaz), 1:50 000; Freytag & Berndt-Wanderkarte 321 (Achensee, Rofan, Unterinntal), 1:50 000; Kompaß-Wanderkarte 26 (Karwendelgebirge), 1:50 000.
VerkehrsanbindungÜber Vorderriß; dorthin entweder von Lenggries über die B 13 oder von Wallgau auf mautpflichtiger Straße. Die Zufahrt zum Rontal-Parkplatz ist in Hinterriß deutlich beschildert. Nächstgelegene Bahnstation (BOB) ist Lenggries; von dort verkehrt der RVO-Bergsteigerbus (www.alpenverein-muenchen.de). Über Vorderriß und Hinterriß (siehe Tour 6); Mautstation für die Rißtalstraße sowie Bushaltestelle (RVO-Bergsteigerbus) beim Gasthaus Alpenhof.
GastronomiePlumsjochhütte (1630 m), Almgasthaus, bewirtschaftet von Pfingsten bis Anfang Oktober, 25 Schlafplätze, Tel. - 0043/5243/5487. n Weitere Einkehrmöglichkeiten siehe Tour 6.
Unterkunft
Plumsjochhütte (1630 m), Almgasthaus, bewirtschaftet von Pfingsten bis Anfang Oktober, 25 Schlafplätze, Tel. - 0043/5243/5487. Weitere Einkehrmöglichkeiten siehe Tour 6.

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