Köglhörndl und Hundalmerjoch

Nicht ganz kurze und bisweilen durchaus etwas anstrengende Rundtour, die Trittsicherheit verlangt; schönste Bergwanderung am Brandenberger Kamm. (Autor: Horst Höfler, Gerlinde M. Witt)
19 km
1200 m
7.00 h
Von Mariastein in nördlicher Richtung teils auf Fahrstraße, teils auf Wegstücken durch den Wald hinauf zum Gasthaus Bärnbad. Von dort führt ein schmaler Steig nordöstlich weiter. Laubhölzer nehmen diesem Anstieg in der Vegetationszone das Düstere. Nach Einmündung der von Niederbreitenbach bzw. von Unterlangkampfen heraufführenden Wege wird's recht steil. Längs einer Felswand führt der Steig mit vielen Kehren in eine Senke. Unvermittelt steht man in einer »anderen Welt«. Hügeliges Almgelände tut sich auf. Nun sind es nur noch ein paar Minuten bis zum Höhlensteinhaus.Von der Hütte geht man in Westrichtung auf dem Weg über die Almwiese und steigt dann am Nordhang des Köglhörndl durch Wald steil in Serpentinen hinauf. Bald aber wird das Gelände mehr und mehr frei. Lichte, freundliche Lärchen säumen den Weg. Bisweilen erhascht man bereits einen Blick auf das Kaisergebirge. Bald betritt man den Gipfelkamm und nach einem letzten Steilaufschwung steht man beim großen Kreuz des Köglhörndl.Übergang zum Hundalmerjoch Nun folgt man dem Kammweg in südwestlicher Richtung. Aus einer Scharte beeindrucken senkrechte Felswände. Bald danach leitet die Markierung in die genau entgegengesetzte Wegrichtung. Lassen Sie sich nicht verunsichern und folgen Sie ihr! Man gelangt zu einem Stahlseil, das den Abstieg über eine Schrofenpassage nördlich der Kammlinie erleichtert. Auch hier keine Bange. Nur genau schauen, wo man hinsteigt. Es ist kein schwieriges Gelände.Kammnah verläuft der Weg dann wieder weiter. Man könnte ausbüchsen, hinüberschlendern zur Hundalm. Bei drohendem Gewitter wäre das zweifellos besser. Doch schöner ist's freilich, auf dem Kamm zu bleiben, hinüberzubummeln bis zum Metallkreuz des Hundalmerjochs. Sogar eine Bank steht hier heroben. Abstieg - Man folgt dem markierten Steig, der erst noch kammnah in südlicher Richtung, bald aber nach Westen auf die Wiesen der Hundalm hinunterführt. Den Bezeichnungen »Buchackeralm« folgend zu dieser (Gastwirtschaft). Von dort südlich hinab und auf kühn in den inntalseitigen Hang gesprengtem und gegrabenem Fahrsträßchen abwärts nach Embach. Nordöstlich auf befestigtem Sträßchen nach Mariastein zurück.

Dauer - Mariastein – Höhlensteinhaus etwa 2 Std.; Höhlensteinhaus – Köglhörndl 1.15 Std.; Köglhörndl – Hundalmerjoch 1 Std.; Hundalmerjoch – Buchackeralm 45 Min.; Buchackeralm – Mariastein 1.45 Std. Höhenunterschied: Mariastein– Höhlensteinhaus 684 m; Höh-lensteinhaus – Köglhörndl 386 m; Köglhörndl – Hundalmerjoch etwa 150 m.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour19 km
Höhenunterschied1200 m
Dauer7.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktMariastein (575 m); großer Parkplatz nordseitig unterhalb der Burg.
TourencharakterNatürlich sind Heuberg/Kienberg und Pendling ebenfalls lohnende Touren im Brandenberger Kamm, sonst stünden sie nicht in unserem Führer. Und am großzügigsten wär's natürlich, den gesamten Kamm zwischen Kufstein und Kramsach in einem Zug zu überschreiten. Doch müsste man dabei ein paar recht fade Teilstücke in Kauf nehmen. Ich meine, dass es lohnender ist, sich die drei markantesten Ziele als Tagesunternehmungen herauszupicken. Unter diesen dreien empfinde ich die Überschreitung Köglhörndl– Hundalmerjoch als die Toptour. Wer nach den knapp sieben Stunden reiner Gehzeit noch nicht zu müde und rechtzeitig wieder im Tal angelangt ist, findet mit dem elfeckigen Wohnturm der Burg Mariastein noch eine viel beachtete Sehenswürdigkeit. Die Burg stammt aus dem 14. Jahrhundert und steht auf einer Bergsturzmasse. Oberhalb des Rittersaales befindet sich im dritten und vierten Geschoss des Turmes jeweils eine Kapelle. Die erste, die spätgotische Heiligkreuzkapelle, stammt etwa aus dem Jahr 1550. 37 Jahre später wurde darüber, also im vierten Geschoss, die Gnadenkapelle gebaut, und Mariastein wurde zum Wallfahrerziel. Die Tour als solche hat zwei Schönheitsfehler; nämlich die, dass man sowohl am Anfang als auch am Ende auf Fahrwegen dahinhatscht. Doch kommt's uns auf das Dazwischen an - schmale Bergsteige, lichter Wald, schroffe Felsszenerien, bewegende Ausblicke vom Kamm pfeilgerade hinunter ins Inntal, wo mit der Schau auf Kirchbichl und Wörgl natürlich auch die talbelastende Industrie augenfällig wird. Das stört romantische Gemüter. Aber noch viel mehr dürfte unsere Tiroler Nachbarn der Transitverkehr stören, der hier in der Tiefe über die Inntalautobahn rollt. Eine Beeinträchtigung der Lebensqualität, die die Schmerzgrenze längst überschritten hat. Nach dem nicht ganz so erbaulichen Abstieg von der Buchackeralm auf steilem Fahrsträßchen erreicht man die schönen Gehöfte von Embach – Bauernland, wie es malerischer kaum sein könnte. Sattgrüne Wiesen, die prächtigen Höfe mit ihren Vesperglocken – und dahinter kühn geformt aufstrebend der Wilde Kaiser.
Beste Jahreszeit
KartentippÖsterreichische Karte, Blätter 89 (Angath) und 120 (Wörgl), jeweils 1 - 50 000.
VerkehrsanbindungAuf der Inntalautobahn bis Ausfahrt Kirchbichl/ Mariastein und über Niederbreitenbach zum Ausgangspunkt. Nächstgelegene (Schnellzug-)Bahnstation ist Wörgl; von dort Busverbindung.
GastronomieGasthaus Bärnbad (834 m). n Höhlensteinhaus (1259m), privat, bewirtschaftet von Mai bis Oktober, 30 Schlafplätze. n Buchackeralm (1295 m), privater Alpengasthof, bewirtschaftet von Anfang Mai bis Ende Oktober, 39 Schlafplätze.
Tipps
Die einzige Eishöhle Nordtirols nahe der Hundalm ist seit 1967 für Besucher – allerdings nur mit Führung – zugänglich. Führungen von der Buchackeralm aus samstags, sonn- und feiertags bis zum 1. Oktober.
Unterkunft
Gasthaus Bärnbad (834 m). Höhlensteinhaus (1259m), privat, bewirtschaftet von Mai bis Oktober, 30 Schlafplätze. Buchackeralm (1295 m), privater Alpengasthof, bewirtschaftet von Anfang Mai bis Ende Oktober, 39 Schlafplätze.

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