Kleiner Kaserer (3093 m)

Zur Hütte und auf dem Höhenweg zum Steinernen Lamm alpine Steige, wobei es alles vom bequemen Wanderweg bis zum abschüssigen Pfad im Steilgelände gibt; am Kaserer nur ganz bescheidene Steigspuren im rutschigen Schieferschutt, Trittsicherheit unbedingt notwendig (Autor: Dieter Seibert)
Von Kasern zum Tuxer-Joch-Haus (2.15 Std.).
Am Gasthaus vorbei auf anfangs noch breitem Weg durch das nur mäßig steigende Kaserertal in den Kasererwinkel, der ganz unmittelbar und steil von unserem Kleinen Kaserer überragt wird. Bei der Verzweigung links bleibend bis in 1750 Meter Höhe, von dort nach Osten durch die Steilmulde am Fuß der Hornspitzen in zahlreichen Kehren empor ins Tuxerjoch und über den Wiesenboden hinüber zur Hütte.
Auf den Kleinen Kaserer (3 Std.).
Vom Tuxer-Joch-Haus breite Wege über meist sanfte Wiesenflächen mit vielen Blumen bis unmittelbar unter die Frauenwand (2541 m). Auf der Ostseite schräg abwärts durch die jähen Hänge und hinüber ins Kasererschartl (2446 m). Über den Grasrücken zum großen Schutthang und sorgfältig die Pfadspuren nützend erst etwas nach rechts, dann ziemlich gerade empor. Über die folgende Rippe auf das Nordeck (2910 m) des Hauptgrates. Meist knapp rechts von der noch 700 Meter langen Schneide – erst etwa eben, dann steigend, am Schluss steil – zum mächtigen Gipfel hinauf, der idealen Loge zum Beobachten des Skibetriebs auf dem Gletscher unmittelbar zu Füßen.
Rückweg über das Steinerne Lamm (4.15 Std.).
Nach der Rückkehr ins Kasererschartl auf dem Höhenweg nach links, größerer Zwischenabstieg, dann quer durch die von Rinnen zerfurchte Nordwestflanke des Kleinen Kaserers und schließlich Anstieg von fast einer Stunde in die Kleegrubenscharte (2498 m). Erneuter Abstieg auf die Böden der oberen Mahdalm, wieder empor, dabei einige Bachläufe überquerend, und bei einem steileren Schlussanstieg in die Scharte (2500 m) am Steinernen Lamm; herrlicher Blick auf den Olperer. (Mit einem Abstieg von 0.20 Std. könnte man von hier aus die Geraer Hütte, 2324 m, erreichen.) Vom kleinen Schartensee nach Westen auf den Grat, dann auf der Nordseite über hohe Steilhänge hinab ins Wildlahnertal und durch den Einschnitt rasch hinaus nach Toldern (1462 m).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour24 km
Höhenunterschied1540 m
Dauer9.00 h
Schwierigkeit
StartortGemeinde Schmirn (1405 m) im gleichnamigen Tal, deren Dörfchen und Weiler sich über Kilometer hinziehen
AusgangspunktKasern (1610 m), letzte Häuser im oberen Schmirntal
EndpunktToldern (1462 m)
TourencharakterWer Spaß am Ungewöhnlichen hat, der setzt den Kleinen Kaserer auf sein Programm. Diese hohe Pyramide stürzt mit fast senkrechter Wand nach Osten zu den weiten Flächen der Gefrorenenwand ab, wie der gewaltige Gletscher unter dem Olperer (3476 m) eigentlich heißt; erst den Sommerskifahrern zuliebe wurde er in Tuxergletscher umgetauft (obwohl in den Zillertaler Alpen die Gletscher als Kees bezeichnet werden). Gegen Nordwesten zeigt der Kaserer jedoch ein ganz anderes Gesicht - Die Schiefer sorgen für glatte Steilhänge und auffallend gerade Grate. Schieferschutt ist dann auch das Wesentliche beim Aufstieg, man muss sich ein wenig plagen, zumal es keinen angelegten Weg, sondern nur Pfadspuren gibt. Der Gang über den obersten Grat himmelhoch über den Tälern bringt dann – obwohl er keine Kletterei erfordert und die Schneide auch nicht wirklich ausgesetzt ist – ein außergewöhnliches Erlebnis, man fühlt sich wie auf einem Dachfirst, der zudem zwei Welten trennt: auf der einen Seite der Gletscher mit all seinem Trubel, auf der anderen ein unbegrenzter Blick über stille Berge aus Fels und Gras, hinter denen die Stubaier Alpen aufragen.
Die Kontraste sind sowieso die besondere Note bei dieser Tour. So gibt es um die Frauenwand weite Matten und viele Blumen, an den Hornspitzen Steilgras wie im Allgäu, in dem man seine Trittsicherheit und Schwindelfreiheit testen kann, bei den Querungen auf dem Höhenweg jähe, zerfurchte Hänge und am Steinernen Lamm Rasenplätze zum Faulenzen und zum Bewundern der wilden Nordwände von Fußstein und Olperer unmittelbar vor einem, die aus dem Olpererferner mit seinen Eisabbrüchen herauswachsen. Diese Felsmauern sind so glatt und steil, dass es dort Kletterrouten von extremer Schwierigkeit gibt.
Man könnte den Kleinen Kaserer in gut drei Stunden von Hintertux aus besteigen, wenn man mit der Bergbahn bis ins Gebiet der Sommerbergalm (2010 m) fährt. So erreicht man rasch das Tuxer-Joch-Haus und kehrt auch auf der gleichen Route wieder zurück. Doch wer mehr erleben will, begeht die folgende Rundtour.
Hinweise
Siehe Tour 43 in Karte.
KartentippÖsterreichische Karte, Blatt 149 (Lanersbach)
VerkehrsanbindungVon der Brenner-Autobahn (Ausfahrt Steinach) nach St. Jodok und ins Schmirntal
Tipps
Steilgrastour zur Hornspitze (2648 m). Nur perfekt Trittsichere werden – bei trockenem Boden! – Spaß an dieser Steilgrastour haben, die an den berühmten Allgäuberg Höfats erinnert und ebenfalls eine ungewöhnlich reiche Blütenpracht liefert. Vom Tuxer-Joch-Haus auf breitem Weg über die Wiesenböden ins Tuxerjoch. Ab dort auf ganz kleinem Pfad über den anfangs noch gut begehbaren Grat, dann jedoch auf sehr ausgesetzter Schneide und über zwei kleine Stufen zum felsigen Gipfelaufschwung, der von einer Rinne gespalten ist. Durch sie relativ geborgen zum höchsten Punkt (1.30 Std., Kletterei bis I+). Rückweg auf der gleichen Route.
Höchster Punkt
Kleiner Kaserer (3093 m)
Unterkunft
Tuxer-Joch-Haus (2313 m), ÖTK, 41 Schlafplätze, Tel. - 05287/216

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Dieter Seibert

Leichte 3000er in den Ostalpen

50 hochalpine Touren über Wege und Steige zwischen Verwall und Dolomiten. Mit Karten, Piktogrammen und detaillierten Routencharakteristiken.

Jetzt bestellen
Mehr zum Thema