Klausbachtal, Bindalm und Pass Hirschbichl

Leichte, eindrucksvolle, längere Talwanderung im freien Gelände und durch lichten Wald, ohne nennenswerte Steigung. Die Tour kann – wenn kleinere Kinder dabei sind – jederzeit abgebrochen/abgekürzt werden. (Autor: Gerlinde Witt)
14 km
540 m
4.00 h
Vom Parkplatz südlich des Hintersees führt der Weg noch ein kurzes Stück auf der Straße entlang, bis bei einem Fels der nach links abzweigende »Wanderweg zur Bindalm« beginnt (481). Nun kann man den breiten Weg wählen oder – schöner – eine Zeit lang direkt am Bach entlanggehen, wo sich vielleicht die schwarz-weiße Wasseramsel oder die Gebirgsstelze beobachten lässt. Am Wegrand und auf den Wiesen zeigt sich manch rares Blümchen. Bald ist die Grundübelau erreicht, wo die Erwachsenen sicher gerne einen Blick in die Felswelt und wilden Ramsaudolomitgräben der Mühlsturz- und Grundübelhörner werfen. Der Weg führt alsdann hinauf zur Straße und man muss bis fast zur Engert-Holzstube auf ihr bleiben, weil die Unwetter, die vor ein paar Jahren hier niedergingen, im Wanderwegbereich große Schäden verursacht haben. Bei der Engert-Holzstube (Unterstand) ist etwas mehr als die halbe Wegstrecke geschafft. Hier existiert eine Bushaltestelle, die im Sommer von Ramsau und aus dem Saalachtal über den Pass Hirschbichl angefahren wird. Das folgende Stück der Wanderung setzen wir auf einem jetzt schmaleren Weg fort, der im Wechsel durch lichten Mischwald und freies Gelände führt. Endlich ist die Bindalm erreicht mit ihren sehenswerten Hütten, den vier 200 bis 300 Jahre alten Kasern mit ihrer besonderen Aufteilung der Wohn- und Wirtschaftsräume. Wer genau hinschaut, wird auch in den Holzbalken der Hütten alte Zeichen, eingeritzte Hände (»Abwehrhand«), gegen Unheil finden. Von hier ist es nur noch ein Katzensprung zur Passhöhe. Nach einer ausgiebigen Rast am Pass oder auf der Bindalm wird der Rückweg angetreten, der auf dem Hinweg erfolgt. Gehmüde werden vielleicht lieber in den Bus steigen …

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour14 km
Höhenunterschied540 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz Klausbachtal südl. des Hintersees/Ramsau.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterDiese ausgedehnte Wanderung, immer dem Bachverlauf folgend, verläuft parallel zur schon im Jahr 1807 angelegten Straße über den Pass Hirschbichl. Neben der Gelegenheit zu Naturbeobachtungen ergeben sich unterwegs faszinierende Einblicke in die Gebirgszüge beidseits des Tals. Permanent im Blickfeld die Ostabstürze der Reiter-Alm. Auf der Bindalm mit ihren Rundumkasern erwartet uns historisch geprägte, immer noch lebendige Almkultur. Die Klausbach-Talstraße ist übrigens auch als Fahrstrecke bei Mountainbikern beliebt.
Beste Jahreszeit
KartentippTopogr. Karte Nationalpark Berchtesgaden 1:25000.
MarkierungenGute Wegmarkierung (481).
VerkehrsanbindungBusverbindung nach Ramsau und Berchtesgaden Bahnhof. Im Sommer Busverbindung zum Pass Hirschbichl. Mit PKW von der B 305 durch den Ort Ramsau nach Hintersee; dort Parkplätze.
GastronomieBindalm (1117m), Wirtshaus am Hirschbichlpass (1153m), Gasthöfe in Hintersee und Ramsau.
Tipps
Der »Rundumkaser« auf der Bindalm. Viele bäuerliche Bräuche und Bauformen haben sich durch die abgeschiedene Lage des Berchtesgadener Kessels hier besser erhalten als anderswo. Die Almen wurden schon im 8. Jahrhundert beweidet. Im offenen Rundumkaser (Kaser hat nichts mit»Kas«, Käse zu tun, sondern kommt vom lat. casa = Haus) war der Arbeits-, Wohn- und zugleich Schlafraum der Sennerin nur durch einen abgestützten, vorkragenden Dachvorsprung geschützt. Darunter wurden die Kühe gemolken. Der offene Rundumkaser der Bindalm, zugleich der älteste, stand früher in der Funtenseegegend am Steinernen Meer.
Unterkunft
Hotels und Gasthöfe in Hintersee und Ramsau; nächster Campingplatz: Simonhof am Taubensee-Ramsau, Tel. 08657/284.
Tourismusbüro
Kurverwaltung Ramsau, Tel. 08657/988920, www.ramsau.de.

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