Kastelburg, Hochburg, Landeck und Lichteneck

Bequeme Wald- und Weinbergewanderung; wenn man sie mit Zwischenstopp Emmendingen teilt, ist sie auch für größere Kinder geeignet.
Zum Ausgangspunkt fährt die S-Bahn, vom Endpunkt Kenzingen besteht direkte Bahnverbindung nach Freiburg, wer die Wanderung in zwei Etappen begehen will, steigt von der Gebrannten
Eiche zum Bahnhof Emmendingen ab. Vom S-Bahnhof Waldkirch folgen wir der roten Raute des Kandel-Höhenwegs kurz rechts, überqueren die Bahngleise und zweigen am Forsthaus rechts zur Kastelburg ab. Die Kastelburg auf dem Kastelberg hoch über dem Elztal ist ein Wahrzeichen der Stadt Waldkirch und noch als Ruine eines der bedeutendsten Beispiele einer mittelalterlichen Burganlage im Breisgau. Gegründet wurde sie vor 1283 etwa gleichzeitig mit Waldkirch zum Schutz der vom Breisgau ins Kinzigtal führenden Passstraße. Ab 1567 gehörte sie zu Vorderösterreich, 1677 wurde sie von Soldaten des französischen »Sonnenkönigs« Ludwig XIV. zerstört. Am besten erhalten ist der 28m hohe, viereckige Bergfried, dessen Aussichtsplattform einen hervorragenden Blick auf Waldkirch und das Elztal sowie hinauf zum Kandel gewährt.
Von der Kastelburg führen die rote Kandelweg-Raute und das Zeichen grüne Scheibe des Vierburgenwegs in gemeinsamer Routenführung durch den Wald und trennen sich beim Sexauer Haseneckle: Hier wechselt der Vierburgenweg in das Reichenbächle-Tal und erreicht Sexau im Brettental. Von der Dorfstraße zweigt der Vierburgenweg auf dem Wassergässle über den Brettenbach ab, folgt dem Fuß des Hornwalds kurz auf dem Sexauer Traufweg rechts und erreicht mit der Hochburg eine der größten Burganlagen im deutschen Südwesten; wer sie eingehend besichtigt, sollte dafür mehr als eine halbe Stunde einplanen. Die Ruinen der Hochburg auf einem felsigen Nordausläufer des Hornwalds hoch über dem Brettental zwischen Sexau und Emmendingen sind die imposanten Reste der größten und landschaftlich schönsten Burganlage im Breisgau. Von den Herren von Hachberg kam die Burg an Heinrich, den jüngsten Sohn des Markgrafen HermannIV. von Baden; er machte die Burg 1218 zum Sitz der Familie und begründete als HeinrichI. die Linie der Markgrafen von Baden-Hachberg. Markgraf OttoII. von Hachberg verkaufte die Burg am 25.Juli 1415 an Markgraf Bernhard I. von Baden, in der Folgezeit wurde sie großzügig erweitert und im 17. Jh. zur Festung mit einem Ring von sieben Bastionen ausgebaut. 1636 wurde sie im Dreißigjährigen Krieg von kaiserlich-katholischen Soldaten erobert und 1688 von französischen Soldaten endgültig zerstört.
Von der Hochburg führt der Vierburgenweg hinab zur Landwirtschaftlichen Schule und zunächst durch Wiesenland, dann im Wald am Basaltschlot des Malecker Buck – Rest eines ehemaligen Vulkans – vorbei zum Eichbergturm. Mit 45m bis zur Aussichtskanzel ist der Eichbergturm der höchste Aussichtsturm im Schwarzwald.
Vom Eichbergturm sind es nur wenige Schritte zum Picknickplatz Gebrannte Eiche; wer die Etappe hier beenden will, folgt der Zugangsweg-Markierung blaue Raute hinab zum Bahnhof Emmendingen. Von der Gebrannten Eiche führt der Burgenweg weiter durch die Wälder der Emmendinger Vorberge zur Doppelburg Landeck hoch über Teningen und dem Elztal. Die aussichtsreiche Burg Landeck zwischen den bewaldeten Emmendinger Schwarzwald-Vorbergen und dem Rebland ist eine der schönstgelegenen Burgen im Breisgau mit wunderschönem Blick auf die Weinberge, zum Kaiserstuhl und zu den Vogesen sowie zum Südschwarzwald. Die obere Burg wurde um 1260 durch WalterI. von Geroldseck zum Schutz der Besitzungen des Klosters Schuttern erbaut, um 1279 folgte die untere Burg mit Kapelle.
Um 1300 kam die Burg durch einen Tausch an den Freiburger Bürgermeister Ritter Johann Snewelin. Die Snewelins bauten die Burg von einer Wehrburg nach und nach zu einer Wohnburg um. Daher finden sich an der Burg viele sorgfältig gearbeitete Bauteile und Steinmetzarbeiten aus spätromanischer und frühgotischer Zeit. Die Burg wurde während des Bauernkriegs 1525 niedergebrannt, seither ist sie Ruine.
Von der Landeck führt der Vierburgenweg schön einsam teilweise auf Pfaden durch den Vierdörferwald, der jahrhundertelang gemeinsam von den Dörfern Malterdingen, Heimbach, Köndringen und Mundingen genutzt wurde. An der Wegespinne Beim Kreuzweg an der Passstraße von Freiamt nach Malterdingen wendet sich der Vierburgenweg links und strebt durch das aussichtsreiche Rebland der Ruine Lichteneck auf einem Muschelkalkstotzen hoch über der Rheinebene zu. Ohne die Ruine zu berühren, führt der Weg aussichtsreich durch die Weinberge hinab zum ehemaligen Zisterzienserinnenkloster Wonnental (Portal von 1727) und erreicht wenig später Kenzingen an der Badischen Weinstraße.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour30 km
Dauer8.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktS-Bahnhof Waldkirch.
EndpunktDB-Bahnhof Kenzingen.
TourencharakterIn einer abwechslungsreichen Mischung aus Wald, aussichtsreichem Wiesenland und Rebfluren führt der Vierburgenweg zu den imposanten Ruinen von Kastelburg, Hochburg, Landeck und Lichteneck – alle vier stehen unter Denkmalschutz und bieten hervorragende Ausblicke. Der Zielort Kenzingen mit seiner historischen Altstadt ist eines der schönsten Weinstädtchen am Fuß des Schwarzwalds, und vom höchsten Aussichtsturm des Schwarzwalds auf dem Eichberg bei Emmendingen hat man einen fantastischen Blick.
KartentippSchwarzwaldvereins-Wanderkarte 1:50000 Blatt 505 Freiburg/Kaiserstuhl (Landesvermessungsamt Baden-Württemberg).
MarkierungenRote Raute mit eingezeichnetem K (Kandel-Höhenweg), grüne Scheibe (Vierburgenweg) und namentliche Ausschilderungen.
VerkehrsanbindungBahnhof Waldkirch an der Breisgau-S-Bahnlinie Freiburg – Waldkirch – Elzach. Die Fahrt von Kenzingen nach Freiburg dauert ohne Umsteigen eine halbe Stunde; gleich kurz ist die Rückfahrt von Kenzingen nach Waldkirch, wobei man in Denzlingen umsteigen muss.
GastronomieWaldkirch, Reichenbächle, Sexau, Kenzingen.
Tourismusbüro
Tourist Information Waldkirch, Kirchplatz 1, 79183 Waldkirch, www.zweitaelerland.de oder www.stadt-waldkirch.de; Verkehrsamt Sexau, Dorfstraße 61, 79350 Sexau, www.sexau.de; Tourist-Information Emmendingen, Landvogtei 10, 79312 Emmendingen, www.emmendingen.de; Gemeindeverwaltung Teningen, Rathaus, Riegeler Straße 12, 79331 Teningen, www.teningen.de; Tourist-Information Kenzingen, Hauptstraße 15 (Rathaus), 79341 Kenzingen, www.kenzingen.de
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