Karröster Alm

Vom Ausgangspunkt zur Karröster Alm führen zwei nahezu parallele Routen - der Steig und der breite Forstweg. Beide überwinden die insgesamt ungefähr 400 Höhenmeter äußerst gemächlich, ziehen ziemlich gerade dahin, der Weg legt erst direkt vor dem Ziel die einzige Serpentine ein. Für den Weitermarsch in Richtung Tschirgant benötigt man eine Portion Kondition, da nun zusätzliche 765 Höhenmeter anstehen. Die Route ähnelt in ihrer Charakteristik einer langen Wanderung, aber ohne anspruchsvolle Passagen. Ganz zum Schluss zieht der Steig steiler nach oben zu einer breiten Einsattelung, über die unschwierig das Haiminger Kreuz erreicht wird. Parkplatz bei Karrösten (1053 m) – Karröster Alm (1467 m) – Haiminger Kreuz (2232 m, Vorgipfel des Tschirgant) – Karrösten. (Autor: Heinrich Bauregger, Peter Freiberger)
12 km
1181 m
3.00 h
Von Karrösten zur Karröster Alm Da Steige in der Regel interessanter sind als Wege, ist auch bei der Routenwahl zur Karröster Alm der Steig dem Weg vorzuziehen. Wir wandern deshalb ab dem Parkplatz zunächst ein kleines Stück auf einer schmalen alten Fahrstraße, von der rasch der Steig abzweigt. Er führt parallel zum Gurgltal. Während des Zustiegs kann man die tolle Aussicht nach Imst, zum Muttekopf und zu den ersten Wänden der Lechtaler Alpen genießen. Schließlich erreicht man eine Lichtung, in der die beiden Gebäude der Karröster Alm stehen. Von der Karröster Alm zum Haiminger Kreuz Wir wandern hinter der Karröster Alm auf dem bezeichneten Steig durch Weidegebiet und Wald nach Osten. Schließlich schwenkt der Steig nach Süden, um die letzte und einzige etwas steilere Passage zu überwinden. Nirgendwo lauern Abschnitte, für die es Schwindelfreiheit mitzubringen gilt. Der Steig zieht nach oben zur „Wanne“. So wird der Sattel bezeichnet, an dem uns zwei Möglichkeiten offen stehen - Hier könnte man zum einen nach Westen zum Gipfel des 2370 Meter hohen Tschirgant wandern. Allerdings ist die Route ausgesetzt und etwas zu anspruchsvoll für den gewöhnlichen Almwanderer. Da macht es deutlich mehr Spaß, einfach ein paar Schritte über den breiten Rücken in die andere Richtung zu gehen, wo das so genannte Haiminger Kreuz steht. Vom Haiminger Kreuz zur Karröster Alm Wie Aufstieg. Von der Karröster Alm nach Karrösten Um nicht die identische Route zurückzuwandern ist als Alternative der Fahrweg vorzuschlagen, der uns ebenfalls direkt zum Ausgangspunkt zurückbringt. Zeitlich besteht zwischen beiden Varianten kaum ein Unterschied. Der Gipfelabstecher Zwar handelt es sich beim Haiminger Kreuz nicht um einen waschechten Gipfel, aber grundsätzlich gilt: Der Platz, an dem ein Kreuz steht, darf als Gipfel bezeichnet werden. Bei der Namensgebung stand der Ort Haiming Pate, der rund 1500 Meter tiefer und etwas östlich unten im Inntal liegt. Den Hauptgipfel des Tschirgant schmücken übrigens gleich zwei Kreuze – das Karröster Kreuz und das Kreuz der Gemeinde Karres. Beide Orte befinden sich unmittelbar nebeneinander auf einem Plateau am Fuß des Imster Hausbergs. Fehlt eigentlich bloß noch ein Imster Kreuz … Nun – warum lohnt es sich, die knapp 800 Höhenmeter von der Karröster Alm bis hierher in Angriff zu nehmen? Der Grund liegt klar auf der Hand: Der Rücken, den wir erklimmen, stellt einen fabelhaften Aussichtsplatz dar. Während wir beim Zustieg ins herrliche Gurgltal blicken, bietet der Sattel ein zweites Blickfeld: Wir sehen tief ins Inntal hinab, außerdem ragen jenseits davon die Ötztaler und Stubaier Berge empor. Der Rücken endet nicht beim Haiminger Kreuz, sondern reicht im Nordosten bis zum 2096 Meter hohen Grasberg Simmering, von dem der Abstieg zum Mieminger Plateau möglich ist. Klingt interessant – auch deshalb, weil am Weg die Haiminger und die Simmering Alm liegen. Doch Vorsicht: Die Strecke gleicht einem nicht empfehlenswerten Gewalthatscher, eine gemütliche Almwanderung ist es sicher nicht.

kindgerecht

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour12 km
Höhenunterschied1181 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz im Wald nördlich von Karrösten bei Imst.
TourencharakterDie Karröster Alm liegt eingebettet in einer herrlichen Waldlichtung oberhalb des Gurgltals. Wer eine Wanderung dorthin mit Kindern unternimmt, kann die Kleinen im Gelände ruhig und unbesorgt herumtollen lassen. Hier besteht nirgendwo Absturzgefahr. Außerdem kann man sie von der Terrasse aus leicht im Auge behalten. Für einen stressfreien Aufenthalt scheint gesorgt. Das Almhaus befindet sich entlang der Route zum Tschirgant, dem Hausberg von Imst. Gegenüber der Einkehr ragen eindrucksvoll die ersten Gipfel der Lechtaler Alpen empor. Während die Alm eine Station der Route zum Tschirgant markiert, stellt sie den Endpunkt des noch relativ neuen Geolehrpfads dar. Man kann die Atmosphäre auf der Karröster Alm durchaus als idyllisch bezeichnen, jodelnde Wirte trifft man zum Glück keine. Besonders deshalb sitzt es sich in der gemütlichen Stube sehr angenehm. Schade bloß, dass es keine typischen Almprodukte zu kosten bzw. zu kaufen gibt. Auch eine Übernachtung ist – im Gegensatz zu früher – leider nicht mehr möglich. Insgesamt handelt es sich um eine in ihren Ausmaßen kleine und bescheidene Galtalm. Gerade einmal rund 180 Hektar umfasst die Fläche. Praktisch ausschließlich 30 Stück Galtvieh weiden hier oberhalb des Gurgltals. Das erklärt gleichzeitig, weshalb man keine vor Ort hergestellte Butter und keinen Käse bekommt. Wer der Karröster Alm erst im Herbst einen Besuch abstattet – immerhin kann zumindest an den Wochenenden bis Mitte Oktober eingekehrt werden –, trifft dort allerlei wollige Blöker an. Ab dem 15. September dürfen nämlich rund 100 Schafe die Weiden abgrasen. Ende Oktober werden die Tiere wieder in die Ställe im Tal gebracht.
Beste Jahreszeit
KartentippFreytag & Berndt Wanderkarte 252, Imst, Landeck, Telfs, Fernpass, 1 - 50.000
VerkehrsanbindungMit der West- bzw. Arlbergbahn bis zum Bahnhof Imst/Pitztal. Vom Bahnhof mit dem Linienbus nach Karrösten. Mit dem Auto - Auf der Inntalautobahn A 12 bis zur Ausfahrt Imst. Weiter auf der Zufahrtsstraße nach Karrösten, die unmittelbar im Bereich der Autobahnausfahrt beginnt. Mit der West- bzw. Arlbergbahn bis zum Bahnhof Imst/Pitztal. Vom Bahnhof mit dem Linienbus nach Karrösten.
GastronomieKarröster Alm, bewirtschaftet von Anfang Mai bis Mitte Oktober (im Herbst nur an den Wochenenden), keine Übernachtungsmöglichkeit.
Tipps
Der Tipp für Kinder Zur Karröster Alm führt ein sehr interessanter Geolehrpfad, den das so genannte Geozentrum Tiroler Oberland zusammen mit der Gemeinde Karrösten errichtet hat. Der Lehrpfad steht unter dem Motto „Auf den Spuren des alten Tethysmeers“ und beginnt direkt beim Parkplatz, der den Ausgangspunkt für unsere Wanderung darstellt. Elf Lehrtafeln entlang dem Steig bzw. Weg zur Alm weisen auf die geologischen Besonderheiten des Tschirgants hin. Dadurch kann auch der Laie die Entstehung der Gesteine nachvollziehen. Der Imster Steinmetz Manfred Bergmann schuf mehrere geologische Fenster, damit die Besucher Strukturen, Farben und Verwitterungsformen im Gestein leichter erkennen und zuordnen können. Der Lehrpfad will nicht nur den geologischen Aufbau des Imster Hausbergs näher bringen, sondern den Besucher ebenfalls über die Bergbautätigkeit informieren, die hier mehrere Jahrhunderte lang stattfand. Der Tschirgant ist wegen der vielen Stollen übrigens auch als „Durchlöcherter Berg“ bekannt. Der Geolehrpfad führt wechselweise entlang dem Steig und dem Weg zur Alm. Die Gehzeit verlängert sich bei der Besichtigung der Stationen natürlich entsprechend. Almwanderung inklusive intensives Studium des Geolehrpfads und Abstecher zum Haiminger Kreuz dürften insgesamt ein bisschen (zu) viel sein …
Informationen
Dauer - Karrösten – Karröster Alm rund 1 1/4 Std., Karröster Alm – Haiminger Kreuz 2 1/2 Std., Haiminger Kreuz – Karrösten 3 Std.; Gesamtgehzeit: rund 7 Std.; Entfernungskilometer: rund 3,5 km vom Ausgangspunkt über den Fahrweg zur Alm.
Tourismusbüro
Tourismusverband Imst-Gurgltal, 6460 Imst, Tel.: ++43/(0)5412/6910/0, Fax: 6910/8; E-Mail: info@imst.at; Internet: www.imst.at.